Alphabetisches Register der Personen im Selbstzeugnis des Caspar Heinrich Marx
Name (standardisiert) biographische Erläuterungen Fundstellen
Adalar; Bischof

Namensform: Adelar

Namensform: Adolar

[ - 5.6.754] Angelsächsischer Priester und Mitarbeiter des Wynfrith Bonifatius. Adalar wurde der Sage nach von Bonifatius während seiner Missionsreise 741 zum ersten Bischof des neu gegründeten Bistums Erfurt eingesetzt. Adalar wurde wie Bonifatius und 51 andere Glaubensgefährten in der Morgenfrühe des 05.06.754 am Fluß Borne in der Nähe des heutigen Dokkum am Dollart von heidnischen Friesen erschlagen.83r, 83r, 87r, 87r
Albrecht, Adam; Soldat

[ - ] Schwedischer Soldat (?) in Erfurt.51r, 51v
Aldringen, Johann von; Graf, Feldmarschall

[10.12.1588 - 22.7.1634] Kaiserlicher Obrist, Generalwachtmeister, Generalfeldzeugmeister und Feldmarschall. Von Aldringen, der aus bescheidenen Verhältnissen stammte, war zunächst Schreiber in der Luxemburger Landkanzlei. Am 30.3.1618 Ernennung zum Hauptmann durch Erzherzog Leopold V., Sommer 1621 als subalterner Offizier Teilnahme an der Belagerung von Preßburg, September 1621 Ernennung zum Obristleutnant im bayerischen Heer und im Oktober 1623 zum Obristen in kaiserlichen Diensten, Tätigkeit als Hofkriegsrat und Oberstkommissar für das kaiserliche Heereskriegswesen sowie als Kommandant eines Regiments, am 25.4.1626 Sieg an der Dessauer Brücke, am 17.12.1627 Erhebung zum Freiherrn. Im Frühjahr 1628 war von Aldringen Kommissar Wallensteins bei den mecklenburgischen Ständen während der Übernahme des Herzogtums, am 11.2.1629 Generalwachtmeister und Kommissar zur Durchsetzung des Restitutionsedikts, im Frühjahr 1629 Verhandlungsführer Wallensteins auf der Lübecker Friedenskonferenz, am 18.7.1630 eroberte er Mantua mit umfangreicher Beute, im August 1631 war er Kommandeur der kaiserlichen Truppen in den süddeutschen Reichskreisen. 15.4.1632 schwere Verwundung bei Rain am Lech, 10.8.1632 Erhebung in den Grafenstand, Teilnahme an der Schlacht an der Alten Veste bei Zirndorf am 3.9. 1632, 31.10.1632 Ernennung zum Feldmarschall, 29.9.1633 Vereinigung mit den Truppen des Herzogs von Feria bei Ravensburg entgegen Wallensteins Weisung, am 20.10.1633 Entsatz Breisachs, am 27.12.1633 bejahte von Aldringen die Entmachtung Wallensteins gegenüber Maximilian I. von Bayern, am 18.2.1634 wurde er Koordinator der Maßnahmen zum Sturz Wallensteins. Von Aldringen fiel bei der Verteidigung Landshuts gegen Bernhard von Sachsen-Weimar und Gustav Horn.8r, 8r
Aldringen, Johann von; Graf, Feldmarschall



(Regiment)
(zur Person siehe oben)8r, 8r
Andres, Stephan; Meister

[ - ] Meister in Erfurt. Anscheinend Gemeindemitglied von St. Marien. Er erscheint aber nicht im Heirats- und Sterberegister von St. Marien.66v, 66v, 68r
Arndt, Christophorus; Kommissar

Namensform: Arandt

Namensform: Arnt

[ - 21.10.1645] Arndt stammte aus Heiligenstadt (BAEF, Nachlass Jakob Feldkamm) und war als mainzischer Kommissar für St. Severi in Erfurt tätig. Bereits am 28.9.1611 Inhaber der Vikarie Corporis Christi im Dom St. Marien (BAEF, Nachlass Klapper) seit spätestens 1633 Kantor von St. Severi, 1641 Kanonikus daselbst, 1643 zum Scholaster gewählt. Er stirbt am 21.10.1645; (BAEF, GG III E3/15 (zum Tod).29v, 31r, 51r, 58v, 59v, 59v, 60v, 60v, 64v, 74v, 78r, 81v, 98r, 103v, 104r, 107v
Arnold, Johannes; Prior

Namensform: Arnoldi

[ - 9(?).4.1638] Prior der Kartäuser in Erfurt von 1620 bis 1638. 1632 erhielt Arnold durch den Visitator Bruno Fleischmann angeblich einen Brief Maximilians I. zur Weiterleitung an Pappenheim, der von Alexander Erskeins Leuten abgefangen wurde. Arnold wurde im Schottenkloster gefangen gehalten und ein Kloster-Verwalter eingesetzt, bis das Kloster nach dem Prager Frieden von 1635 restituiert wurde. Johann Arnold hat eine handschriftliche Chronik hinterlassen, in der er am Ende, aus seiner Sicht, die Geschehnisse während der ersten schwedischen Besatzung Erfurts (1631 − 1635) ausführlich beschreibt. (Arnoldi, Nove Collectio Chronicae (Jena)).12r, 33v, 48v, 57v
Arnstein, Gideon; Magister, Ratsherr

Namensform: Arnstadt

[ - ] Magister, Zweiermann 1604, 1608; Vierherr 1613, 1618, 1623, 1633, 1637; im November 1632 ernannt zum Verwalter von St. Cyriaci. BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 14.45v
Averdonck, Walter; Mönch

[ - ] Ehemaliger Kapuzinermönch aus Werne, Konvertit.90r
Bachmann, Georg; Kanoniker, Kantor

[ - ] 1626 − 1652 Kanoniker und Kantor des Chorherrnstifts St. Martin von Heiligenstadt. OPFERMANN, Klöster des Eichsfeldes, S. 25.30v, 30v
Banér, Johan; Feldmarschall

[23.6.1596 - 20.5.1641] Schwedischer Feldmarschall. 1614 Offizier unter Gustav II. Adolf von Schweden, 1620 Beförderung zum Hauptmann, 1621 zum Obristen, 1623 zum Generalmajor, 1630 zum Generalleutnant, am 17.9.1631 Teilnahme an der Schlacht bei Breitenfeld, Herbst 1632 Übernahme des Oberbefehls in Süddeutschland, 1633 Beförderung zum schwedischen Feldmarschall und Übernahme des Oberbefehls über die in Schlesien stehenden Truppen. Nach der Schlacht bei Nördlingen am 5./6.9.1634 Bruch mit Sachsen, Zurückdrängung seiner Armee nach Norden, am 4.10.1636 Sieg bei Wittstock über kaiserlich-sächsische Truppen unter Melchior von Hatzfeldt, Eroberung Erfurts und Belagerung Leipzigs, nach Verstärkung seines Heeres durch Truppenkontingente des verstorbenen Bernhards von Sachsen-Weimar 1640/1641 vergeblicher Vorstoß auf Regensburg, anschließend Rückzug nach Böhmen und Sachsen.90v, 90v, 90v, 91r, 91r, 91r, 92r, 92r, 92r, 93r, 93r, 94r
Banér, Johan; Feldmarschall



(Regiment)
(zur Person siehe oben)90v, 91r, 91r, 92r, 93r, 93r, 93v, 94r, 94r
Bantzer, Nicolaus; Kaufmann

[ - ] Kaufmann und Beauftragter des Erfurter Klerus.22r, 40r
Barth, Jacob; Kriegskommissar

[ - ] Schwedischer Kriegskommissar. Barth stammte aus Naumburg und war 1633 königlich schwedischer Rat in Erfurt. Im Juli 1633 verhandelte Barth zusammen mit Raspe mit den thüringischen Ständen über die noch ausstehende Kontribution sowie eine Erhöhung der sogenannten Römermonate, was die Stände jedoch ablehnten. Ein zweiter Versuch Barths und Raspes blieb ebenfalls erfolglos. Im Auftrag Wilhelms bemühte er weiterhin um die Eintreibung der ausstehenden Gelder. Später wurde er königlich schwedischer residierender Agent in Nürnberg, dann kurmainzischer Rat in Erfurt.26v, 29r, 29r, 36v, 44r, 44r, 51v, 52v, 53r, 53r, 53r, 53v, 53v, 53v, 54r, 54r, 54v, 54v
Bastian, N; Krämer

[ - ] Bürger und Krämer in Erfurt.8v
Bechmann, Georg; Soldat

[ - ] Schwedischer Soldat (?) in Erfurt.51v
Beck, Kilian; Universitätspedell

Namensform: Becker

[ - ] Universitätspedell in Erfurt.63v, 64v, 65r, 69r, 69r, 69r, 69r, 69r, 69v, 110r, 110r
Berger, Jacobus; Ratsherr

Namensform: Beringer

[1570 - 18.12.1644 beigesetzt] Immatrikuliert an der Universität Erfurt 1583 und Jena 1588, wohnhaft "Zum Falkenstein"(Allerheiligenstr.1), Unterkämmerer 1603, Kämmerer 1604, 1606, 1608, Ratsmeister 1610, 1613, 1617, 1622, 1627, 1632, Obervierherr 1637, 1642 und Notar; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 34 (Berger).26v, 39r, 45v, 49r, 49r, 53r, 53v, 57r, 106r, 107r, 107r
Berghofer, Johann; Obrist

Namensform: Hans

[ - 4.10.1636] Rittmeister unter Johann Ernst von Sachsen-Weimar bei den Kämpfen in Schlesien und Ungarn 1626 (HEERMANN, Nachlese, S. 28), später dänischer Obrist. Zunächst hessen-kasselischer, dann schwedisch-weimarischer Obrist, der 1632 seinen Werbeplatz auf dem Eichsfeld hatte. Er war beteiligt an den Überfall auf Deggendorf am 24.11.1633, später Kommandant von Straubing. Berghofer fiel in der Schlacht bei Wittstock.32v
Berlepsch, Erich Volkmar von; Kommissar

[ - ] Kursächsischer Kommissar und Kontributionsbeauftragter.46r, 46r, 46v, 46v, 46v, 46v, 47r, 47r, 47r, 55r
Bernhard von Sachsen-Weimar; Herzog, General

[16.8.1604 - 18.7.1639] Zunächst schwedischer, später französischer General. 1622 Teilnahme an den Treffen bei Wiesloch und Wimpfen, 1623 bei Stadtlohn. 1625 Eintritt in dänische, 1631 in schwedische Dienste, April 1632 Beförderung zum General. In der Schlacht bei Lützen übernahm er nach dem Tod Gustav Adolfs von Schweden den Oberbefehl über das schwedische Heer, als Donation erhielt er das Herzogtum Franken. 1635 Eintritt in französische Dienste, 1638 Sieg über die Kaiserlichen bei Rheinfelden, Dezember 1638 Einnahme von Breisach. Vgl. Engerisser / Hrnčiřík, Nördlingen 1634, S. 20 Anm. 14 .46v, 47v, 52v, 86r, 89v
Bernhard von Sachsen-Weimar; Herzog, General



(Armee)
(zur Person siehe oben)90r
Bettingen, Johann; Professor, Rektor

Namensform: Böttinger ?

[8.1.1585 - 13.4.1632] Dr. theol., 1606 Eintritt in die Societas Jesu in Trier, 1609 in Fulda, 1612 Professor in Koblenz, 1613 Köln, 1614 Studium der Theologie in Mainz, 1617 wieder in Köln, ab 1619 in Mainz, 1623 Rektor des Molsheimer Kollegs, 1624 Dr. theol. in Trier und Professor in Mainz. Am 8.4. 1627 wurde er vom Ordensgeneral zum neuen Rektor des Erfurter Kollegs bestimmt, ging aber erst nach dem Tod des damaligen Rektors nach Erfurt, im Dezember 1628 wurde er in die theologische Fakultät aufgenommen, zum Rektor gewählt am 30.9.1629; angeblich wegen seiner Schlagfertigkeit gerühmt. Er blieb Rektor bis zu seinem Tod 1632. KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis III S. 130, 186f.; OPFERMANN, Amt Erfurt-Meiningen S. 143; HUPE, Compendium Historiae Collegii Societatis Iesu S. 82; BEYER/BIEREYE, Geschichte der Stadt Erfurt S. 534.10r, 12r, 18r, 25r, 44v
Beuerten, Jacob; Soldat

[ - ] Schwedischer (?) Soldat in Erfurt.51r
Bien, Balthasar; Pfarrer

[ - ] 1619 – 1634 Pfarrer von Witterda. OPFERMANN, Amt Erfurt-Meiningen S. 188.10r
Bodewitz, Hans Melchior von; Ratsverordneter

[ - ] Erfurter Ratsverordneter. Bei BAUER, Erfurter Ratsherren, nicht aufgeführt.44r
Bötner, Johann; Vogt

[ - 1659 ?] Kurmainzischer Vogt in Erfurt. Möglicherweise identisch mit Magister Johann Böttner von Glückstein, gestorben etwa 1659. (Testamentsvollstreckungsakte: BAEF, Testamentsvollstreckungsakte Johann Böttner).9r, 66v
Bötticher, Florian; Gastwirt, Ratsherr

Namensform: Böttiger

[ - 1681] Immatrikuliert an der Universität Erfurt 1618 und Jena 1626, vom Rat Erfurts eingesetzter weltlicher Vorsteher des Neuwerksklosters, wurde 1638 besteuert als Gastwirt im Gasthof und Biereigenhof "Zum Großen Christoffel" (Vor dem Löbertor; Löberstraße) (SAEF, Verrechtsbuch 31, Viti Nr. 77). Unterkämmerer in Erfurt 1639, Futterherr 1640, Stadtvogt 1645, 1655; Kämmerer 1657, 1659; Ratsmeister 1662, 1669, 1672, 1675, 1678, 1681; wohnhaft "Zum bunten Hause" (Michaelisstr. 2). BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 55.56v
Brahe zu Visingborg, Nils Abrahamsson; Graf, Generalmajor

[24.10.1604 - 1.12.1632] Schwedischer Generalmajor, verheiratet seit 14.10.1628 mit Anna Margareta Bielke (11.11.1603 − 26.3. 1643). Nach dem Studium in Leiden hatte er rasch Karriere im Heer gemacht, war 1628 wegen seiner Tapferkeit bei Mewe zum Reichsritter geschlagen worden. Der schwedische Feldmarschall Alexander Leslie von Leven war Analphabet, deswegen wurde ihm Nils Graf Brahe zugeordnet. Gustav Adolf schätzte ihn nach Torstensson als den zweitfähigsten Kommandeur seiner Armee. Als Generalmajor der Infanterie nahm Brahe am 17.9.1631 an der Schlacht bei Breitenfeld und 1632 an den Kämpfen an der Alten Veste bei Nürnberg teil. In der Schlacht bei Lützen am 16.11.1632 kommandierte er das „Gelbe Regiment“ Gula Regementet) des Königs von Schweden, , das zumeist aus Soldaten mit 7 oder 8 Dienstjahren bestand, und das erste Treffen des Infanteriezentrums. Er erhielt einen Schuss ins Knie, an dem er vierzehn Tage später in Naumburg starb.45r
Brand, Conrad Wilhelm; Amtmann

[1.6.1602 - 14.4.1637] Immatrikuliert an der Universität Straßburg 1623, Oberstadtvogt (1633), wohnhaft "Zum Hirsch" (Anger 22), 1632 bzw. 1633 – 1634 Amtmann in Großvargula und Kirchvater der evangelischen Kirchen in Erfurt; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 65, BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 84.42v
Brand, Heinrich II.; Kaufmann, Ratsherr

[5.9.1579 - 2.10.1655] 1599 – 1601 Reisen nach Polen, Schlesien, Böhmen, Mähren, Österreich, Ungarn und an den Rhein, Kaufmann, im Rat seit 1614, seit 1615 (oder 1617 ?) vor allem Kämmerer, 3. Ratsmeister 1633, Schloßvierherr, 1637 Kirchvater der Barfüßerkirche, Obervierherr 1647 und 1652; wohnhaft "Zum stolzen Knecht" (Regierungsstr. 73c). BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 68; BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 87.58v
Brandenstein, Georg Friedrich von; Obrist

[1596 - 9.10.1635 bestattet] Schwedisch-weimarischer Obrist des Leibregiments Herzog Wilhelms von Weimar. Teilnahme an der Schlacht an der Alten Veste bei Zirndorf am 3.9.1632 und an der Schlacht bei Lützen am 16.11.1632, in der sein Regiment ganz erhebliche Verluste erlitt, an der 2. Belagerung Kronachs (1633) und der ergebnislosen Belagerung Forchheims (1634). Mitglied der „Fruchtbringenden Gesellschaft“, Herr auf Prestewitz [Ortsteil von Uebigau-Wahrenbrück im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster] und Theisa, Statthalter in Magdeburg und Halberstadt 1635; bestattet in der Erfurter Prediger Kirche. Im Juni 1635 hatte Brandenstein, der den Beitritt Wilhelms IV. von Sachsen-Weimar zum Prager Frieden nicht akzeptiert hatte, auf eigene Bitte hin seinen Abschied erhalten.19v, 87r
Brandt, Adam; Landschreiber

[ - ] Landschreiber von St. Petri in Erfurt.20v, 28v, 29v, 42v, 66r, 66v, 66v
Braun, Lorenz; Kammer-, Hof- und Kirchenrat

[ - ] Dr. jur. utr., Herr auf Eberstädt, sachsen-weimarischer Kammer-, Hof- und Kirchenrat, wichtigster Berater Wilhelms von Sachsen-Weimar, 1634 Gesandter auf dem Frankfurter Konvent, Befürworter eines Bündnisses mit Frankreich, Gegner Oxenstiernas und Erskeins und erklärter Gegner des Prager Friedens von 1635. Sein Sohn Gottfried (19.2.1608 – 10.6.1640) war 1632 in die Dienste des Grafen von Löwenstein, dann in die Dienst des schwedischen Stadtkommandanten Goltz getreten, so dass Braun über die Vorgänge in Erfurt wohl gut unterrichtet war.99v
Brettin, Johann Balthasar jun. von; Ratsherr

[14.2.1588 - 25.7.1635] Schlossherr und Syndikus in Erfurt, 1624 Oberstadtvogt, Ratsmeister Consulum 1629, 1634, Stadtsyndikus bis 1635, 1630, 1633, 1635 Ratsmeister Seniorum, Kommissar in Konsistorial- und Kriegssachen, Scholarch der Universität; BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 107; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 78.57r, 68v, 89v
Bruay, Albert Gaston Spinola von; Graf, Obrist

Namensform: Broy

[1601 - 6.3.1645] Kaiserlicher Obristleutnant bzw. Obrist (seit 1633 im Regiment Alt-Sachsen unter Julius Heinrich von Sachsen-Lauenburg). Teilnahme an der Schlacht an der Alten Veste bei Nürnberg am 3.9.1632. Im April und im Juni 1636 mit seinem „rauberisch volck“ um Schmalkalden gelegen. Bekannt mit dem Staatsrechtler Hugo Grotius; 1645 kaufte er von Ferdinand III. Kounice (deutsch Kaunitz), dessen Vater Ferdinand II. 1635 die Güter des Adam Erdmann Trčka hatte konfiszieren lassen. Nach der Schlacht bei Jankau am 6.3.1645 erlag er seinen Verletzungen.10r, 10r
Brückner, Hieronymus II.; Dr. jur. utr., Ratsherr

[16.4.1582 - 17.5.1645] Sohn eines Leipziger Kaufmanns, Studium der Theologie und Rechtswissenschaft in Wittenberg, Leipzig, Marburg und Basel, 1604 Reise durch Frankreich und Spanien, 1606 Promotion zum Dr. jur. utr. an der Universität Basel, 1607 tätig als Konsulent am Reichskammergericht in Speyer. 1609 wurde er als Syndikus des Rats nach Erfurt geholt, 1616 Dienste als Rat in Weimar und später in Gotha, Oberster Ratsmeister zwischen 1616, 1618, 1620, 1622, 1624, 1626, 1631, 1636, 1641, 1642 (nach dem Tod Johann Wilhelm Försters) erneut Oberster Ratsmeister. Am 21.10. 1631 begrüßte er Gustav II. Adolf vor dem Gasthof „Zur Hohen Lilie“ und überreichte ihm die Stadtschlüssel. Er wohnte im Haus "Zum Junkerhof" am Junkersand 8/9. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 115; MOTSCHMANN, Erfordia literataZweyte Samlung Sect. II, S. 235 − 244.39r, 39r, 49v, 56r, 58v, 87v, 88r, 88v, 88v, 89v, 89v, 102r, 109r
Buquoianus,

[ - ] Lobredner ? Unbekannt.82r
Burchardt, Daniel; Rat

Namensform: Burkhard

[3.7.1596 - 27.9.1632] Geheimer Hof- und Kriegsrat bei Karl Günther Graf von Schwarzburg-Rudolstadt, Amtmann in Kelbra, bei einer Auseinandersetzung mit kaiserlichen Soldaten im Mai 1631 schwer verletzt, ab 1631 weimarischer Hof- und Kriegsrat. Dr. Burchardt bildete zusammen mit Zahlmeister Evander, Postmeister Thomas Raspe, einigen Schreibern, Dienstboten und zwei Kanzleiboten die weimarische (Kriegs)Kanzlei. Die Kontributionen der thüringischen Stände, des Rats und der Geistlichkeit von Erfurt, soweit nicht bereits an die im Quartier liegenden Offiziere ausgezahlt worden waren, flossen in die schwedische Kriegskasse. Davon erhielt die weimarische Kanzlei ihren Anteil. Dr. Burchard führte im Auftrage des Herzogs die Verhandlungen mit Mühlhausen wegen der Aufnahme von Truppen und versuchte vergeblich von den Landständen des Eichsfelds einen Betrag zur Verpflegung der weimarischen Truppen zu erhalten. Dr. Burchardt setzte sich auch für die Erfurter Geistlichkeit ein, verschaffte den Stiftern eine Salvagardia und sorgte dafür, dass sie zumindest vom 21.2. bis Anfang April 1632 keine Kontribution aufbringen mussten. Dem Erfurter Rat gegenüber blieb er stets misstrauisch, da er vermutete, der Rat wolle die Herrschaft Wilhelms IV. in der Stadt beseitigen. Im Juli 1632 unternahm Dr. Burchard zusammen mit den den schwedischen ObristenCarl Gustav Wrangel und Georg Christoph von Eßleben von Mühlhausen aus einen Kriegszug gegen Dingelstädt, das von Wrangel überfallen und erobert wurde, ein Teil der Stadt wurde durch Feuer zerstört. Diese Unternehmung brachte Dr. Buchardt allerdings in Gegensatz zu dem Grafen von Löwenstein, den Militärkommandanten von Erfurt. Er verstarb nach seiner Rückkehr aus dem schwedischen Kriegslager in Süddeutschland, wahrscheinlich an den Folgen einer Lagerkrankheit. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 137.19r, 19r, 21r, 21r, 22r, 22r, 22v, 22v, 22v, 22v, 22v, 22v, 22v, 23v, 23v, 24r, 24r, 24v, 24v, 24v, 25r, 25r, 27r, 27r, 27r, 28v, 28v, 28v, 28v, 28v, 28v, 29r, 29r, 29v, 29v, 32r, 32r, 32r, 32r, 32v, 32v, 32v, 33r, 33r, 33r, 42r, 42r, 42r, 42v, 42v
Busse, Philipp; Abt

Namensform: Philippus



Spitzname: Frater Philipus
[1589 - 1639] Stammte aus Bockenem am Harz, Abt des Zisterzienser-Klosters Reifenstein; OPFERMANN, Klöster des Eichsfeldes S. 68.30v
Capsius, Liborius; Professor, Rektor

Namensform: Caps

Namensform: Kaps

[1589 - 1656 oder 1654 (so BEYER/ BIEREYE, Geschichte der Stadt ErfurtS. 556)] Besuch des Ratsgymnasiums, Magister, seit 1615 Professor am Ratsgymnasium in Erfurt, 1632 Professor der Logik und Metaphysik, Rektor der Universität 1641 − 1642, 1643 − 1654 Rektor des Ratsgymnasiums. KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis III S. 247 − 250; MOTSCHMANN, Erfordia literataVierdte Sammlung, Sectio I, S. 549 − 553.44v
Christina von Schweden; Prinzessin

[18.12.1626 - 19.4.1689] Tochter von Gustav II. Adolf, König von Schweden und Maria Eleonore, Markgräfin von Brandenburg. Regierte 1632 bis 1654. Christina war hochgebildet. Sie nahm den Philosophen René Descartes an ihrem Hof auf und ernannte 1634 den Völkerrechtler Hugo Grotius (1583 − 1645) zu ihrem Gesandten in Paris. Sie drang gegenüber ihren Beratern auf eine Beendigung des Krieges und nahm auch über ihren Gesandten Adler Salvius Einfluss auf den Gang der Friedensverhandlungen. 1654 dankte sie zu Gunsten ihres Vetters Karl Gustav von Pfalz-Zweibrücken ab, konvertierte zum katholischen Glauben und nahm ihren Aufenthalt in Rom. FINDEISEN, Christina von Schweden; HERMANNS, Christina61v, 67v, 75v, 94v
Christina von Schweden; Prinzessin



(Armee)
(zur Person siehe oben)54v, 62r, 88v, 90r
Colanus, Adolarius Bartholdis; Barbier

Namensform: Kolman

[ - ] Im Steuerregister von 1638 als Barbier in Erfurt erwähnt. (SAEF, Verrechtsbuch 32, Martini Nr. 41).66v, 66v
Colinus, Johann; Jesuit

Namensform: Choling

Namensform: Cholinus

[6.3.1562 - 24.9.1634] Eintritt in die Societas Jesu 1585, 1603 immatrikuliert an der Universität Erfurt. Colinus leitete die Residenz Erfurt zwischen 1602 − 1613 und 1617 − 1618 als Ordensoberer (Superior), und danach 1626 und 1632 als Vizerektor (in diesen Jahren gab es anscheinend keinen Rektor), 1627 auch Vizerektor (in diesem Jahr war Stephan Noterod Rektor). Er wurde am 30.12.1633 aus Erfurt vertrieben und aus Bamberg im April 1634, starb in Amberg. (HUPE, Compendium Historiae Collegii Societatis Iesu S. 83,89. OPFERMANN, Amt Erfurt-Meiningen S. 143)21v, 28v, 82v, 86r
Colinus, Johann; Kanonikus

[ - 19.8.1638] Kanonikus von St. Severi. Gleichzeitig Vikar von St. Petri Pauli, Antonii et Catharinae in der Pfarrkirche St. Lorenz. Er stammte aus Luxemburg (auch Colini, Cholini, vermutlich eigentlich Coligny): (BAEF, GG III E3/73, dort auch das Todesdatum 19.8.1638; FELDKAMM, Benefizial- oder Vikarienbuch S. 84).20v, 20v, 21v, 26v, 26v, 28r, 28v, 28v, 29v, 29v, 50r, 59v, 59v, 60r, 60v, 60v, 60v, 66v, 73v, 78r, 81v, 81v, 93v, 96v, 103v, 107v
Conradi, Martinus; Jesuit

[ - ] Pater der Societas Jesu in Erfurt.46r, 47v
Courville, Nicolas de; Generalmajor

Namensform: Corvill

Namensform: Corovill



(Regiment)
(zur Person siehe oben)9v
Cramer, Laurentius; Kriegskommissar, Superintendent

Namensform: Kramer

Namensform: Lorenz

[ - 15.9.1640] Sachsen-weimarischer Kriegskommissar und Superintendent von Mühlhausen. Vgl. JORDAN, Mühlhausen S. 72ff.,75.30v, 32v, 90r
Crusius, David; Dr. med.

Namensform: Kruse

[29.1.1589 - 15.6.1640] Dr. med., immatrikuliert Erfurt 1602, Jena 1606, Magister 1607 in Erfurt, Leipzig 1607, Gießen, Strassburg und Basel, Dr. med. 1610 und Stadtphysikus in Erfurt, Professor der Physik, Leibarzt vieler Fürsten und Grafen z. B. des Kurfürsten von Sachsen; Ratsmeister 1634, 1637; starb am Fleckfieber. BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 105; MOTSCHMANN, Erfordia literata II S. 99.87r
Dehm, Georg Schlueter; Verwalter

[ - ] Schwager von Dr. Daniel Burchardt und Verwalter des Jesuiten-Kollegs.32v
Demer, Johann; Küchenmeister

Namensform: Diemer

[ - ] Kurmainzischer Küchenmeister in Erfurt.11v, 15r, 66v
Demer, N; Kanonikus

Namensform: Diemer

[ - ] Kanonikus auf Haus Marienburg in Erfurt, Sohn des Johann Demer. Möglicherweise identisch mit Adam Diemer.11v
Denstedt auf Kranichborn, Hans von; Amtmann, Ratsherr

Namensform: Tennstedt auf Kranichborn

[ - begraben 27.2.1646] Markgräflicher Amtmann in Neustadt/Aisch, dann Waidhändler in Erfurt, 1628 Unterkämmerer, 1629 Futterherr, 1634 Stadtvogt, Vierherr Seniorum 1643, 1653 (?) Kämmerer 1639; wohnhaft "Zur Schwarzen Krone" (Anger 60). BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 112.66v
Diemer, Adam; Abgesandter

[ - ] Abgesandter der Stifter in Erfurt.40r, 40r, 41v
Dosser, Johann; Stadtschreiber

Namensform: Dossert

[getauft 1599 - beigesetzt 30.10.1635] Immatrikuliert Universität Erfurt 1610, ab 1628 Stadtschreiber, wohnhaft "Zum Güldenen Saal" (Michaelisstr. 43). BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 120.26v, 26v, 39r, 39r, 40r, 40r, 45v, 49r, 50r, 51v, 52r, 53r, 53v, 58v, 59r, 97v, 106r, 106r, 107r, 107r, 107r
Dresanus, Johannes Gerhard; Professor, Ratsherr

Namensform: Dressanus

[ - ] Sohn des Dr. Johannes Dresanus, Dr. jur. utr. (1630 in Erfurt), stammte aus Düren, später - noch 1664 – erzbischöflicher Schultheiß und Professor in Erfurt. Oberratsmeister 1672, 1675, 1678, 1681, 1684, 1687. KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis III S. 202; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 121.100r
Dresanus, Johannes; Dr. jur. utr.

Namensform: Dressanus

[ - ] Dr. jur. utr., stammte aus Düren, 1611 in Erfurt immatrikuliert, kurmainzischer Rat und Gerichtsschultheiß in Erfurt. BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 121.12v, 14r, 14v, 14v, 14v, 14v, 15r, 15r, 15r, 15r, 18r, 18r, 42r, 42r, 42r, 42r, 42r, 42r, 42r, 46v, 46v, 46v, 46v, 66v, 66v, 68r, 68r, 73v, 82r, 82r, 89r, 89r, 100r, 100r, 106v, 108r, 109r
Dulcken, Michael; Kartäuser-Pater

[ - 28.2.1658] Kartäuser-Pater in Erfurt. Dulcken trat 1615 in den Kartäuser-Orden ein. Er war Sacrista 1635; später auch Vicarius Procurator. Weiteres zu seinen Leiden während der ersten schwedischen Besatzung von Erfurt (1631 − 1635) in LOTLEY, Chronica Cartusiae Erfordianae 2. Abschnitt: Professi &; Officiales post primam Domus recuperationem. Eintrag: Michael Dulcken. Vgl. die Erwähnungen bei ARNOLD, Nove Collectio Chronicae (Jena).56r
Ebert, Andreas; Kornmeister

Namensform: Eberdt

Namensform: Enhartt

[ - ] Chorsänger von St. Severi, Kornmeister und Biereige in Erfurt, SAEF, Verrechtsbuch 33 Omnium Sanctorum, Nr. 11 (1638), wohnhaft im Haus "Zum Krug" (Bahnhofstr. 42), "Zur Bunten Lilie" (Allerheiligenstr. 19. Vgl. JACOB, Ein Erfurter Familienschicksal S. 108).41r
Ebert, Nikolaus; Pfarrer

Namensform: Eberhardt

[entweder 1571 oder 1572 - gestorben wohl 1642] 1591 Vikar an St. Marien und Pfarrer von St. Martini (?). Nach BAEF, Nachlass Klapper, erhielt er am 22.9.1597 Kanonikat und Präbende an St. Severi, Möglicherweise schon 1608 Magister Fabricae in St. Severi, bzw. 1612 − 1632, Scholaster von St. Severi in Erfurt. Vermutlich schon 1635 zum Dekan von St. Severi ernannt. Unterhändler des Stifts mit der weimarischen Kanzlei. Im zweiten Testament vom 7.1.1642 (BAEF, 2. Testament Nikolaus Ebert) bezeichnet er sich selbst als Dekan und Kanoniker von St. Severi und gibt an, jahrelang als Pfarrer von Melchendorf (mit Dittelstedt und Daberstedt) tätig gewesen zu sein. Er schreibt, dass er in mühevollem Wirken ein gutes Auskommen ("ziembliche nahrung") gehabt habe, er sei dann "doch leyder … durch denn feindlich einfall der schwedischen Soldaten dessen destituirt undt beraubet worden, inmaßen mein hauß zweymahl gantz undt gahr ausgeplundert undt ich vor andern mit unerträglicher einquartirung undt geldpreßurn beleget und enerviret worden." FELDKAMM, Benefizial- oder Vikarienbuch S. 85; BAEF, 1. Testament Nikolaus Ebert; MAY, Organisation S. 782.12v, 15r, 15v, 15v, 17r, 19v, 19v, 19v, 20r, 20r, 20v, 20v, 20v, 21r, 21r, 21r, 21v, 21v, 21v, 24r, 25r, 25r, 28v, 28v, 28v, 29v, 30v, 31r, 46r, 49v, 78r, 81v, 98r, 101r, 102r, 103v, 103v, 104r, 105r, 105v, 107v, 108r
Ebert, Sebastian; Kirchner

[ - ] Kirchner von St. Wiperti in Erfurt. Ebert war noch 1653 Kirchendiener, zu dieser Zeit zu St. Severi. SAEF, Verrechtsbuch 45, Viti Nr. 228.66r, 67r
Elsner, Bartholomäus; Dr. theol., Rektor

[1596 - 16.1.1662] Dr. theol., Studium in Jena und am fürstlichen Pädagogium in Stettin, Reisen nach Norwegen, England, Holland und Dänemark, 1624 Diakon bei den Barfüßern, 1633 Professor der orientalischen Sprachen, Mitarbeiter am Bibelwerk Herzogs Ernst des Frommen. Am 5.3.1634 an der Universität Erfurt zum Dr. theol. promoviert, seit 1639 Prediger an der Barfüßerkirche und seit 1642 Senior der lutherischen Pfarrerschaft. 1642, 1643, 1646 und 1648 war er Rektor der Universität. Während eines Ordinariatsaktes in der Barfüßerkirche am 10.3.1657 erlitt er einen Schlaganfall und konnte nicht mehr predigen. Er starb am 16.1.1662. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 184; KLEINADAM, Universitatis Studii Erffordensis IV S. 4; BERG, Regulating war, S. 38.68v
Elsner, Bartholomäus; Dr. theol., Rektor

[1596 - 16.1.1662] Dr. theol., Studium in Jena und am fürstlichen Pädagogium in Stettin, Reisen nach Norwegen, England, Holland und Dänemark, 1624 Diakon bei den Barfüßern, 1633 Professor der orientalischen Sprachen, Am 5.3.1634 an der Universität Erfurt zum Dr. theol. promoviert, seit 1639 Prediger an der Barfüßerkirche und seit 1642 Senior der lutherischen Pfarrerschaft. 1642, 1643, 1646 und 1648 war er Rektor der Universität. Während eines Ordinariatsaktes in der Barfüßerkirche am 10.3.1657 erlitt er einen Schlaganfall und konnte nicht mehr predigen. Er starb am 16.1.1662. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 184; KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis IV S. 4.87v
Engell, Aegidius; Ratsherr

[1590 - 9.5.1672] Ratsherr in Heiligenstadt.30v, 30v
Eoban; Heiliger

[ - 5.6.754] Angelsächsischer Mitarbeiter des Wynfrith Bonifatius. Der Priester Eoban war 735 des Bonifatius Briefbote nach England und im Frühjahr 753 sein Begleiter nach Friesland. Er wirkte als Chorbischof (Weihbischof) in der Friesenmission und war seit 753 Diözesanbischof von Utrecht. Im Frühjahr 754 führte Bonifatius mit seinen Gefährten, darunter auch Eoban, von Utrecht aus die Missionierung weiter. Am Mittwoch vor Pfingsten sollte die Firmung der Neubekehrten stattfinden. In der Morgenfrühe des 5.6.754 wurde Bonifatius bei Dokkum am Dollart von einer heidnischen Schar überfallen. Er verbot seinen Gefährten jede Gegenwehr und wurde mit ihnen erschlagen. Eobans Gebeine gelangten über Utrecht nach Fulda und von dort nach Erfurt. Er wird als Heiliger verehrt. Sein Fest war ursprünglich der 5. Juni, wurde später der 26. Juli und ist heute der 7. Juli.83r, 83r, 87r
Erasmus, Daniel; Dr. med.

[ - ] Dr. med., Leibarzt des schwedischen FeldmarschallsGustav Horn. Möglicherweise verwandt mit Peter Erasmus, Stadtmedicus in Nordhausen und Magdeburg; Schwager von Volkmar Happe; Ehemann von Euphemia Happe.96v
Ermes auf Kochenberg, Caspar; Obrist

Namensform: Ermisch auf Kochenberg

Namensform: Armis auf Kochenberg

[1592 - 12.5.1648] Baltendeutscher aus livländischem Adelsgeschlecht (Evermes, Armiss, Ermes) wahrscheinlich sächsischen Ursprungs, 1629 noch Rittmeister einer Kompanie, 1631 schwedischer Obristleutnant, Kommandant in Ochsenfurt, Windsheim, ab 1633 Obrist, war Ermes 1633 − 1634 Kommandant der finnischen Garnison von Königshofen im Grabfeld und Schweinfurt, Juli 1634 − 28.3.1635 Kommandant von Augsburg unter dem Gubernator Hans Georg aus dem Winckel (der sich dort von seiner schweren bei Lützen erhaltenen Verwundung erholen sollte) und ab Mai 1640 Kommandant von Erfurt. 1636 erlitt er eine schwere Verwundung in der Schlacht vor Magdeburg. Später war er in Schwerin, bei Leipzig, in Torgau und als Kommandant des Gelben Regiments in Pommern stationiert. 1638 nahm er an den Kämpfen um Gartz und Schwedt und der Eroberung Pirnas teil sowie am Feldzug in Böhmen. 1640 wurde er königlicher Gouverneur über die thüringischen Staaten und Kommandant in Erfurt. In seinem Thüringer Sprengel hielt Ermes auf die Sicherheit der Straßen ebenso wie auf die Pünktlichkeit der Kontributionszahlungen. Ermes wurden Güter im Fuldaischen und die Kommende Griefstedt bei Erfurt doniert. Doch schien er sich nach Kriegsende in Mainfranken niederlassen zu wollen. 1647 erwarb er den Reichelhof bei Schweinfurt. Im selben Jahr wurde ihm Sporcks Pfandbesitz in Unterpleichfeld und im Stift Fulda nach dessen Übergang ins kaiserliche Lager geschenkt. Ermes verstarb an einer Verwundung, die er sich - unter Carl Gustav Wrangels Befehl stehend - bei Hof zugezogen hatte. Am 2.7.1648 wurde er in der Erfurter Kaufmannskirche [Bildnis, gemalt von Christian Richter (um 1650), online verfügbar unter http://www.kaufmannsgemeinde.de/seitgro/ermes.htm] wie seine bereits am 3.1.1645 verstorbene Frau Anna Gräfin von Loewenwolde (Löwenwalde, geb. 1609 [Bildnis, gemalt von Christian Richter (um 1650), unter http://www.kaufmannsgemeinde.de/seitgro/frauerm.htm]) beigesetzt. PLEISS, Ermes.51r
Erskein, Alexander von; Freiherr, Kriegsrat

Namensform: Erskine

Namensform: Esken

[31.10.1598 - 27.7.1656] Sohn eines nach Pommern ausgewanderten schottischen Kaufmanns. Nach den Studien unter anderem in Wittenberg (1617), Leipzig, Jena und Rostock (1623) nahm er Dienste bei Sophia von Dänemark, der Mutter Christians IV. von Dänemark, den er jedoch aus gesundheitlichen Gründen wieder aufgab. In Stralsund beriet er auf Wunsch Gustav II. Adolfs den schwedischen Obristen Fritz Petrowitz Rosladin während der Belagerung der Stadt. Zwischen 1628 und 1630 fungierte er als Vertreter Schwedens und Assistenzrat in Stralsund, ab 1632 als Kriegsrat sowie Resident in Erfurt und zuständig für ganz Thüringen. Vgl. die Erwähnungen bei PETER, Eisenach. Er spielte eine entscheidende Rolle in den Verhandlungen Schwedens mit dem eigenwilligen Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar, den auch Frankreich auf seine Seite zu ziehen hoffte und den gerade die schwedische Generalität, vor allem Banér, für nicht besonders geeignet hielt. ReichskanzlerOxenstierna bestätigte ihn in seinen Funktionen im Februar 1633. 1634 war er Kriegsrat der schwedischen Hauptarmee im Reich und Resident in Thüringen. Zudem betrieb er nach eigener Aussage planmäßig Archivraub, wie der bei Johan Oxenstierna tätig gewesene Prediger Schupp berichtet: „Der Raub, den ich in Teutschland gethan habe, ist ein Briefe-Raub. Wann wir mit der Armee an einem Ort, sonderlich in ein Kloster, oder Jesuiter-Collegium kamen, habe ich alsobald geeilet nach dem Archiv zu, und habe alle Brieff eingepacket. Wann ich dann Zeit gehabt, habe ich sie durchgelesen, dadurch bin ich hinter so viel arcana, hinter so viel stücklein kommen, dass ihr es nicht wohl glauben können“. SCHUPP, Salomo, BL E VIIe. Nach dieser Erfurter Zeit wurde er als Berater zu Johan Banér abgeordnet. 1637 versuchte er die schwedische Macht in Pommern zu reorganisieren. 1642 wurde er auf Wunsch Torstenssons als Kriegsrat erneut bestätigt. 1644 wurde er Mitglied der „Fruchtbringenden Gesellschaft“ unter dem Gesellschaftsnamen „der Fürsichtige“.1645/46 amtierte er als Assistenzrat Torstenssons in Leipzig. 1648 wurde er Kriegsratspräsident unter dem Befehl des späteren Königs von Schweden, Carl X. Gustav, und Gesandter auf dem Westfälischen Friedenskongress. Ende April 1648 trat die schwedische Generalität in Nördlingen zusammen. An dem Treffen nahm auch Erskein teil, zu diesem Zeitpunkt noch Kriegs- und Assistenzrat der schwedischen Königin, aber auch Bevollmächtigter der schwedischen Armee in Deutschland und der Gesandten der Krone in Osnabrück. Die Generalität legte fest, der Krieg sei "vom römischen Reich abzuführen, damit selbiges sich etwas zu der Schwedischen Armee kunfftigem Aufnemmen recolligiren (erholen) könne, ... hingegen sei sedes belli ipsa (der eigentliche Kriegsschauplatz) nach den Erblanden zu transferirn und dort zu conserviren ... Churbaiern vermittelst aller coniungirten Macht ... zu ruiniren". SAMBRAUS, Feldzug, S. 84. Diese Nördlinger Beschlüsse hatten die satisfatio militum zum Ziel, die Geldabfindung der schwedischen Armee bei ihrer Abdankung. Ihr ganz eigenes Interesse stellten die Generäle in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen und wußten sich in Übereinstimmung mit ihrer Regierung, wenn auch die Vorstellungen über die Höhe der satisfatio militum beträchtlich auseinander gingen. Die schwedische Generalität hat offenbar einen baldigen Friedensschluss nicht mehr ausgeschlossen, jedoch wohl schon damals über den Friedensschluss hinaus mit einem längeren Verbleib im Reich gerechnet, aber außerhalb des österreichischen Reichskreises. Im erholten Reich konnte Schweden gelassen Geldabfindung, Abdankung und Abzug seiner Armee betreiben. Inwieweit Erskein hinter den Vorstellungen stand, im Norden Deutschlands einen geschlossenen schwedischen Soldatenstaat zu errichten, bedarf noch der Untersuchung. Erskein behauptete von sich, er habe als Kriegskommissar wichtiges Archivmaterial aus den besetzten Städten retten können. Vor allem im Eichsfeld, in Pommern and Prag „sammelte“ er dieses Material und bewahrte es in seinem Domizil Erskeinschwinge bei Stade auf. Anlässlich der Eroberung der Prager Kleinseite und der gewaltigen Kriegsbeute durch Hans Christoffer von Königsmarck am 26.7.1648 erbeutete er unter anderem eine bemerkenswerte Bücherei. Er war an den Verhandlungen in Prag und Nürnberg nach dem Westfälischen Frieden beteiligt. Nach Schweden zurückgekehrt, wollte ihn Königin Christina zum Freiherrn erheben, was Erskein aber zweimal ablehnte. Vom November 1650 bzw. von 1652 an amtierte er als Rat in den schwedisch besetzten Herzogtümern Bremen und Verden, wo Königsmarck als Gouverneur eingesetzt war. 1652 wurde er geadelt, 1653 wurde er Präsident in Bremen und Verden. 1655 wurde er zum Freiherrn erhoben (nicht introduziert). 1656 geriet er bei der Eroberung Warschaus in Gefangenschaft und starb später in Zamoisk. Begraben wurde er in St. Peter in Bremen. MURDOCH (Hg.), SSNE ID: 1508; BAUER, Erfurter Personalschriften S. 192; DROSTE, Im Dienst der Krone, S. 390 − 391; SCHULZE, Das Stader Reichsarchiv; HILDEBRAND, Erskein; JÖRN, Servorum Dei Gaudium.25r, 25r, 25r, 25r, 25r, 25r, 25v, 25v, 25v, 26r, 26r, 26r, 26r, 26r, 26r, 26r, 26v, 26v, 26v, 27r, 27r, 27r, 27r, 27r, 27r, 27r, 27r, 27r, 27r, 27r, 28r, 28r, 28v, 28v, 28v, 28v, 28v, 28v, 28v, 29r, 29r, 29r, 29v, 29v, 29v, 29v, 29v, 30r, 30r, 30r, 30r, 30v, 31r, 31r, 31r, 32r, 32r, 32r, 32v, 32v, 32v, 32v, 33r, 33r, 33r, 33v, 33v, 36r, 36r, 36r, 36r, 36r, 36r, 36r, 36v, 36v, 37r, 38r, 39r, 39r, 39v, 39v, 40r, 40r, 40v, 40v, 40v, 40v, 40v, 40v, 40v, 40v, 40v, 41r, 41r, 42r, 42v, 42v, 42v, 42v, 42v, 43r, 44r, 44r, 44r, 45r, 45r, 45v, 46r, 46r, 46r, 46v, 46v, 46v, 46v, 46v, 46v, 46v, 47v, 48r, 48r, 48r, 48v, 48v, 48v, 48v, 48v, 48v, 49r, 49r, 49v, 49v, 49v, 49v, 49v, 50v, 51v, 52r, 52v, 52v, 52v, 53r, 53v, 53v, 54r, 54r, 55v, 59r, 59r, 63v, 70r, 73v, 74r, 74v, 74v, 75r, 75r, 75r, 75v, 75v, 77v, 83r, 92r, 93r, 96r
Eßleben, Christoph Friedrich von; Obristleutnant

[ - ] Schwedisch-weimarischer Obrist(leutnant) der Kavallerie und weimarischer Statthalter auf dem Eichsfeld. Eßleben, der aus dem Braunschweigischen stammte und dort auch Besitzungen hatte, war zusammen mit Dr. Burchardt und Carl Gustav Wrangel im Juli 1632 an der Einnahme von Dingelstädt beteiligt. Am 11.9.1632 wurde er von Erskein in Namen Gustav II. Adolfs und Wilhelms IV. zum Kommandanten des Eichsfelds ernannt. Bereits im Oktober musste er sich vor kaiserlichen Truppen unter Pappenheim ins Mühlhausische und weiter in das Gebiet zwischen Gotha und Erfurt zurückziehen. Am 22.11.1632 wurde er wieder Statthalter im Eichsfeld, um dort weiter Kontributionen einzutreiben und dieses auch gegen die braunschweig-lüneburgischen Ansprüche zu verteidigen, da Wilhelm IV. fälschlich behauptete, Gustav II. Adolf habe ihm auch die mainzischen Rechte auf das Eichsfeld geschenkt. Da Eßleben dem Herzog zum Teil Geld aus eigener Tasche vorstreckte, erhielt er die Erlaubnis, sich an der Kontribution, den Getreidevorräten und den eichsfeldischen Gefällen zu bedienen. Veranlasst durch die Auseinandersetzungen mit dem Welfenhaus und die Ablehnung einer Einkommenserhöhung durch Wilhelm IV. forderte und erhielt er schließlich Anfang November 1633 seine Entlassung.45v, 45v
Eulenhaupt, Franz; Kammersekretär

[ - ] Weimarischer Kammersekretär. Eulenhaupt war 1634 mit den Verhandlungen mit Johann Georg I. von Sachsen wegen des Prager Friedensschlusses beauftragt.55r
Evander, Theodor; Zahlmeister

[ - ] Weimarischer Rat, Angehöriger der Kriegskanzlei und Zahlmeister in Erfurt, Verwalter der schwedischen Kriegskasse. Evander bildete zusammen mit Dr. Burchardt, Postmeister Thomas Raspe, einigen Schreibern, Dienstboten und zwei Kanzleiboten die weimarische (Kriegs-)Kanzlei. Mit Erskein scheint Evander wegen dessen eigenmächtigen Umgangs mit den eingehenden Geldern in Schwierigkeiten geraten zu sein.12v, 14r, 15v, 15v, 17r, 17r, 19v, 19v, 19v, 20r, 20r, 20r, 20v, 20v, 20v, 21r, 21r, 21v, 23v, 24r, 24r, 24r, 24v, 24v, 24v, 26r, 26v, 29r, 29v
Federle, Wilhelm; Jesuiten-Pater

[ - 4.5.1638] Pater der Societas Jesu in Erfurt. Federle begleitete am 2.10.1631 den Rektor Dr. Johannes Bettingen nach dem Einmarsch König Gustav Adolfs in Erfurt zum schwedischen König. Er starb am 4.5.1638 in Bratislava (Pressburg/Posonium). HUPE, Compendium Historiae Collegii Societatis Iesu S. 89. Möglicherweise handelte es sich dabei um jenen "Dr. Wilhelm", der auf Veranlassung Wallensteins in die Societas Jesu eingetreten war und über gute Beziehungen zum Generalissimus verfügte.10r, 46r, 46r, 46v, 47r, 47r, 47r, 47v
Felmer, Matthäus; Dr. theol.

Namensform: Föllmer

[ - 1655] Dr. theol., Kantor (1611 − 1625), ca. 1630 − 1652 Scholaster, 1652 − 1655 Dechant des Chorherrnstifts St. Martin zu Heiligenstadt, Pfarrer zu St. Martin (ca. 1610 − 1625) und St. Ägidien (1626 − 1655). OPFERMANN, Gestalten S. 95; ; OPFERMANN, Klöster S. 24f.; WOLF, Heiligenstadt, S. 67.30v, 30v, 32r, 32v, 32v
Ferdinand II.; Kaiser

[9.7.1578 - 15.2.1637] Der tiefgläubige Ferdinand II. erfuhr seine religiöse Prägung auf dem Jesuitenkolleg zu Ingolstadt, wo er auch Maximilian I. von Bayern kennen lernte. Nach einer Wallfahrt nach Loreto und Rom, auf der er die Ausrottung des Protestantismus in seinen Territorien gelobt hatte, führte er von 1598 − 1600 mit aller Härte die Gegenreformation in Innerösterreich durch. 1617 zum König von Böhmen und 1618 zum König von Ungarn gewählt, führte er auch hier die Gegenreformation durch. 1619 zum Kaiser gewählt, hielt er es für seine heilige Pflicht, angesichts des auch auf seine Erblande übergreifenden böhmischen Aufstandes und der Wahl Friedrichs V. von der Pfalz zum böhmischen König, die Autorität des Hauses Habsburg und des Kaisertums wiederherzustellen. Unterstützt wurde er von Maximilian I. von Bayern, der zusammen mit Tilly die Liga in den Kampf führte und dem er dafür gemäß dem Münchner Vertrag von 1619 die pfälzische Kurwürde samt der rechtsrheinischen Unteren und Oberen Pfalz zugestehen musste, und Spanien. Das war ein Eingriff in das Reichsrecht und rief auch den Widerstand aller Stände gegen das Dominat des Hauses Habsburg hervor. Nach dem glücklichen Sieg in der Schlacht am Weißen Berg an 8.11.1620 und der Flucht des "Winterkönigs" wurden Böhmen und Mähren - Schlesien blieb aus Rücksicht auf Johann Georg I. von Sachsen und dessen Interessen verschont - mit Hilfe der "Verneuerten Landordnung" von 1627 mit aller Härte der Herrschaft des Hauses Habsburg unterworfen und zwangsrekatholisiert. Mit der Errichtung eines starken kaiserlichen Heeres unter Wallenstein gelang die weitere Festigung kaiserlicher Macht. Trotz des Sieges im Niedersächsisch-Dänischen Krieg und des Lübecker Friedens vom 22.5.1629 gelang es ihm nicht, das Restitutionsedikt von 1629 durchzusetzen. Bei den katholischen Fürsten regte sich der Widerstand gegen die kaiserliche Machtfülle, sie erzwangen die Absetzung Wallensteins und die Reduzierung des kaiserlichen Heeres auf ein Drittel. Der Kriegseintritt Schwedens zwang ihn 1632 zur erneuten Berufung Wallensteins, dessen angeblicher Verrat Ferdinand II. später (im Jahre 1634) zur Ächtung seines Feldherrn und zur Erteilung der Exekutionsbefehls veranlasste. Im Prager Frieden von 1635 verzichtete Ferdinand II. endgültig auf das Restitutionsedikt. Kurz vor seinem Tod konnte er 1636 noch die Wahl seines Sohnes Ferdinand zum Römischen König bzw. Nachfolger im Kaiseramt erleben. BROCKMANN, Ferdinand II.31r, 87r, 89r, 90v, 92r, 94v, 95r, 96r, 96v, 98v, 98v, 101r, 110r
Ferdinand II.; Kaiser



(Armee)
(zur Person siehe oben)8r, 8r, 8v, 8v, 11v, 11v, 46r, 47r, 88r, 89r, 90r, 90v, 91r, 91r, 91v, 93r
Ferdinand III.; Kaiser

[13.(7/12).1608 - 2.4.1657] Ferdinand III. erhielt eine vor allem durch Jesuiten vermittelte streng katholische Erziehung und wurde ab 1620 auf die Nachfolge seines Vaters Ferdinand II. vorbereitet. Er wurde 1626 zum ungarischen und 1627 zum böhmischen König gewählt. Nach der von ihm unterstützten Ermordung Wallensteins (25.2.1634) übernahm er als kaiserlicher Generalissimus die kaiserlichen und kurbayerischen Truppen und führte sie zusammen mit dem Kardinal-Infanten in die Schlacht bei Nördlingen am 5./6.9.1634, deren Erfolg ihm zugerechnet wurde, der tatsächlich aber Gallas zu verdanken war. Die Schlacht und ihre Folgen ebnete den Weg zum Prager Frieden. Seine Machtpolitik wurde allerdings nicht nur durch die eigenen finanziellen Resourcen, sondern auch durch die weiter nachlassenden Möglichkeiten Spaniens und die wachsende Macht der Schweden und Franzosen begrenzt. Nach dem militärischen Zusammenbruch Spaniens bewegte er sich unter dem Druck der Reichsstände, wenn auch nur zögerlich, auf den Frieden zu. Ferdinand III., der "Kaiser des Westfälischen Friedens", musste 1648 unter dem Druck Maximilians I. von Bayern der Abtretung des Elsass, von Metz, Toul und Verdun an Frankreich und umfangreicher norddeutscher Gebiete an Schweden sowie der Schwächung der kaiserlichen Zentralgewalt gegenüber den großen Reichsständen zustimmen. Auch verlangte § 3 des Vertrages von Münster den Verzicht der kaiserlichen Unterstützung für Spanien im noch andauernden spanisch-französischen Krieg. HÖBELT, Ferdinand III.; REPGEN, Ferdinand III.89r, 89v, 89v
Feuquières, Manassés de Pas; Marquis, Feldmarschall

[1.6.1590 - 13.5.1640 gefallen] Französischer Diplomat und Generalleutnant. Als Offizier hatte er an der Belagerung der Hugenotten-Festung La Rochelle teilgenommen, 1629 wurde er zum Feldmarschall ernannt. Im April 1633 verhandelte er in Dresden mit Wilhelm Kinský, Wallensteins treuestem Anhänger, über Pläne für einen neuen böhmischen Aufstand, im Juli soll er Wallenstein die Anerkennung als böhmischer König zugesagt haben. Feuquières hatte im Auftrag Richelieus versucht, den Einfluss des Katholikenhassers Oxenstierna zu beschneiden und auch zu verhindern, dass sich Schweden im französischen Einflussgebiet links des Rheins etablieren konnte. In Frankfurt hatte er daher begonnen, die Stände des Heilbronner Bundes zu beeinflussen, Kurbrandenburg und Kursachsen für die französische Politik zu gewinnen und die Generäle der Bundesstände aufzuhetzen; KRETZSCHMAR, Der Heilbronner Bund S. 288 ff.. Am 24.3.1633 hatte der Heilbronner Bund, die Allianz der protestantischen Fürsten und Stände der vier oberdeutschen Kreise unter Anwesenheit von Feuquières, der die Subsidien Frankreichs an Schweden von jährlich 1 Million Livres erneuerte, die Fortsetzung des Krieges beschlossen. Oxenstierna wurde als Direktor der Allianz bestätigt. Die Stände bewilligten Kontributionen von jährlich 3, 5 Millionen Reichstalern. 1637 wurde Feuquières, der sich selbst für einen begnadeten Militär hielt, zum französischen Generalleutnant ernannt, am 7.6.1639 wurde er mit 14.000 Mann Infanterie und 5.000 Reitern bei Thionville (Diedenhofen) von kaiserlichen Truppen unter Ottavio Piccolomini vernichtend geschlagen. Auf dem Schlachtfeld blieben 6.000 bis 7.000 Gegner, 7.000 wurden gefangen genommen (unter ihnen Feuquières, mehrere Obristen und Dutzende anderer Offiziere), die Franzosen verloren etwa 6.000 Tote und Verwundete, während die Kaiserlichen 1.000 Tote und Verwundete zählten.61r, 61r, 61r, 61r, 61r, 61r, 61v, 62r, 62r, 62r, 62r, 62v, 62v, 62v, 63r, 63r, 63r
Florian, N; Wirt

[ - ] Wirt (?) in Erfurt.45v
Forbes, Arvid von; Freiherr, Obrist

Namensform: Forbus

[15.1.1598 - 20.1.1665] Schottischer Adliger, geborren in Anas oder Borga (Finnland), genannt "Fin-Forbes", Freiherr auf Kumo, Herr von Artsjö, Gennarby, Friborg und Ed, seit 1631 schwedischer Obristleutnant, im November 1631 in Schmalkalden einquartiert. Ab August bis September 1632 waren Truppen von ihm in Eisenach eingelagert. Seit 1633 Obrist unter Bernhard von Weimar. Bis Mitte Mai 1634 lag sein Regiment in Augsburg, um dann in Horns Feldarmee an der Schlacht bei Nördlingen (6.9.1634) teilzunehmen. 1638 wegen seiner Verdienste in der Schlacht bei Rheinfelden geadelt, 1641 Ernennung zum Gouverneur von Pommern, 1646 Beförderung zum Generalmajor und 1658 zum General unter Karl X. Gustav von Schweden.11r
Fórgach de Gymes, Miklós; Obrist



()
(zur Person siehe oben)10v
Förster, Johann Wilhelm; Ratsherr

[14.2.1569 - 22.6.1642] Sohn des Hofrats und Sekretarius Johann Förster in Weimar, Besuch des Gymnasiums in Weimar, 1584 an der Universität Erfurt immatrikuliert, 1586 an der Universität Helmstedt 1586, 1588 Rückkehr nach Erfurt und Waidhändler, wohnhaft "Zum Güldenen Flügel" (Große Arche 16), "Zum Güldenen Engel" (Futterstr. 4) und "Zum Großen Tränker"(Futterstraße 15), Ungelder 1603 und 1608, 1603 Brückenherr, 1611 Stadtvogt, 1612 Verhandlungsführer Erfurts bei Kaiser Matthias in Prag, zwischen 1616 und 1641 vierzehnmal Ratsmeister Seniorum sowie zwischen 1613 und 1642 fünfzehnmal Ratsmeister Consulum. Er begrüßte Gustav II. Adolf bei seinem 2. Aufenthalt in Erfurt und kümmerte sich um den Aufenthalt von Königin Eleonore. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 223,224; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 152.43r, 51v, 52r, 54v, 58r, 58v, 102r, 109r
Gabler, Georg; Ratsherr

[in Karlsbad (o. J.) - 9.1.1658] Seit 1616 im Rat Erfurts, Oberkämmerer, 3. Ratsmeister und 1647 Stadtkapitän, 1657 Ratsmeister. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 254,722; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 178.41r
Gallas, Matthias von; Graf, Herzog, Generalleutnant

[16.9.1584 - 25.4.1647] Kaiserlicher Feldmarschall und Generalleutnant. 1606 Eintritt in spanische Dienste, 1615 − 1617 Teilnahme am Friaulischen Krieg, 1618 Beförderung zum Hauptmann, Kommandant von Riva und Bekanntschaft mit Johann von Aldringen. Durch dessen Vermittlung 1629 Wechsel aus kurbayerischen in kaiserliche Dienste, nachdem Gallas die Festnahme wegen Unbotmäßigkeiten und Erpressungen angedroht worden war. Am 18.7.1630 zusammen mit Aldringen Beteiligung an der Plünderung Mantuas, wo er (nach heutigen Begriffen) ein Millionenvermögen erbeutete. Am 10.3.1632 Erhebung in den Reichsgrafenstand, am 13.10.1632 Ernennung zum kaiserlichen Feldmarschall, im September 1633 zum Generalleutnant unter Wallenstein. Zusammen mit Aldringen und Piccolomini betrieb Gallas die Entlassung Wallensteins. Am 24.1.1634 Übernahme des Oberbefehls über das kaiserliche Heer, nach Wallensteins Ermordung, deren Planung und Durchführung er Piccolomini überlassen hatte, erhielt er dessen Herrschaft Friedland. Am 5./6.9.1634 hatte Gallas entscheidenden Anteil am Sieg über die Schweden bei Nördlingen. Sein schlechter Ruf als Trinker und Spieler sowie glücklos verlaufene Feldzüge wie im Winter 1633 in Schlesien, 1635/1636 in Lothringen, 1637 gegen Johan Banér und im Winter 1644 im Rückzug vor Lennart Torstensson brachten ihm bis heute den Ruf eines "Heeresverderbers" ein. Im November 1639 wurde Gallas entlassen, anschließend erneut berufen, im Januar 1645 wiederum entlassen, um dann von Dezember 1646 bis zu seinem Tod letztmalig das Kommando zu übernehmen. Vgl. REBITSCH, Gallas I; REBITSCH, Gallas II; BECKER, Gallas.89r
Gallus, Johann Gerhard; Mönch

Namensform: Jean Gerard

[ - ] Benediktiner (?), wahrscheinlich benannt nach dem hl. Gallus (um 550 − 16.10.645), aus dessen Mönchszelle sich die Abtei St. Gallen entwickelte.90v
Gebert, Christian; Kanzleiangehöriger

[ - ] Angehöriger der weimarischen Kanzlei in Erfurt .55r
Geißler, Rudolf; Stadtsyndikus

[ - 1.3.1653] Gebürtig aus Erfurt, immatrikuliert an der Universität Erfurt 1613, Strassburg 1631 (? wahrscheinlich 1613), Stadtvogt 1638, 1643, 1648, 1653, 1646 − 1653 Stadtsyndikus und Assessor des Evangelischen Ministeriums, zweimal abgeordnet als Vertreter der Stadt bei den Westfälischen Friedensverhandlungen. BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 187.105r, 105r, 105r
Georg von Braunschweig-Lüneburg-Calenberg; Herzog, General

[17.2.1582 - 2.4.1641] Bruder der Fürstin Clara von Heringen. Nach Aktivität in dänischen Diensten 1626 Beförderung zum kaiserlichen Obristen und 1631 zum General. Nachdem Georg 1631 schwedischer Bündnispartner geworden war, wurde er im Januar 1633 von Oxenstierna mit dem Oberbefehl über die schwedischen Truppen zwischen Elbe und Rhein beauftragt, den er bis Februar 1634 gemeinsam mit FeldmarschallDodo von Knyphausen ausübte. 1635 Beitritt zum Prager Frieden, 1639 Wiederanschluss an Schweden. Er starb während der Vorbereitungen zu einem neuen Feldzug gegen den Kaiser. KUHLBRODT, Clara von Heringen, S. 72f.52v
Georg Wilhelm von Brandenburg; Kurfürst

[13.11.1595 - 1.12.1640] Regierte 1619 − 1640. 1627 stand Georg Wilhelm, unter dem Einfluss seines Kanzlers Adam von Schwarzenberg [vgl. KOBER, Eine Karriere im Krieg], auf kaiserlicher Seite, 1631 dann, nach der Besetzung Pommerns und Frankfurts a. d. Oder durch die Schweden, Bündnis mit Gustav II. Adolf von Schweden, durch den Prager Frieden 1635 wiederum Übertritt auf die kaiserliche Seite. Angesichts der Besetzung der Mark Brandenburg und des verhinderten Erwerbs Pommerns 1637 Rückzug nach Preußen. Die Grafschaft Wernigerode war seit 1449 brandenburgisches Lehen. BENTZIEN, Unterm Roten und Schwarzen Adler.83r, 83r
Gerstenberg, Joachim; Kaufmann, Ratsherr

[14.4.1593 - 18.1.1656] Kaufmannslehre in Holland und Frankreich, Handelsreisen nach Polen, kam 1614 nach Erfurt, ab 1615 als Bürger ansässig, wohnhaft "Zur Windmühle" (Allerheiligenstr. 6), Waid- und Saflorhändler, 1620 im Rat. Er war 1620 Unterkämmerer, 1621 Unterbauherr, 1626 und 1629 Kämmerer, 1629 Stadthauptmann, 1632, 1633, 1635, 1638, 1640, 1643, 1647, 1650 und 1654 Vierherr Seniorum sowie 1632, 1634, 1639, 1644 und 1648 Vierherr Consulum. Nach dem Verrechtsbuch von 1654 war er der reichste Mann Erfurts. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 273; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 190.22r, 39r, 52r, 109r
Gerstern, N; Stiftsbeauftragter

[ - ] Beauftragter des Stifts St. Severi.74v
Glebe, Adam; Stiftsangehöriger

[ - ] Stammte wahrscheinlich aus Großentaft (heute Ortsteil von Eiterfeld in der hessischen Rhön), Stiftsangehöriger von St. Severi in Erfurt. 1614 Vikar an St. Marien, 1617 erwähnt als Kanonikus von St. Marien; vgl. BAEF, Nachlass Klapper.20v, 21v, 28v, 29v, 30v, 40v, 45r, 49v, 50r, 51r, 52v, 52v, 54v, 73v, 75v, 76v, 90r
Glocking, N; Kapitän

[ - ] Schwedischer (?) Kapitän in Erfurt.51r, 51r
Gombracht, Andreas; Ratsherr

Namensform: Gomprecht

[ - ] Ratsherr, Kaufmann und Biereige in Erfurt, wohnhaft „Zum Großen Siebenbürgen“ (Markstr. 21 und Große Arche 18), 1615 an Vaterstelle von Georg Gombracht in Gotha aufgenommen worden, 1638 Saflorhändler und Biereige in Erfurt, Kämmerer 1649 − 1654, Ratsmeister 1659, 1663, Anderer Ratsmeister 1665, 1668. BAUER, Erfurter Ratsherren, Nr. 196. Gombracht betrieb in Erfurt ein Waisenhaus.66v, 66v
Gotschalck, Leonhard; Pfarreiangehöriger

[ - ] Angehöriger (?) der Pfarrei Allerheiligen in Erfurt. BAEF, Pfarrei Allerheiligen 29.54v, 66v
Götze, Sigismund von; Kanzler

Namensform: Götzen

[15.7.1578 - 25.12.1650] aus märkischem Adelsgeschlecht, zunächst Page am Hof in Wolfenbüttel, seit 1595 Studium an den Universitäten Frankfurt/Oder, Leipzig, Jena und Straßburg, 1601 − 1603 Aufenthalte in Paris und Genf, dann Hofmeister bei Graf Wolrad von Waldeck, 1607 brandenburgischer Rat, seit 1609 mit Gesandtschaften an den Kaiserhof beauftragt, als Mitglied des kaiserfeindlichen Teils des Geheimen Rats von Graf Adam von Schwarzenberg 1627 − 1630 ausgeschaltet. 1630 bis 1637 betrieb er eine schwedenfreundliche Neutralitätspoltik. Er vertrat Brandenburg auf der Leipziger Konferenz (1631), wobei er argumentierte, dass eine solche Allianz (Leipziger Manifest vom 12.4.1633), d. h. der Leipziger Bund, keine Reichsgesetze verletze. 1637 wurde er erneut zum Rücktritt veranlasst, 1640 durch Friedrich Wilhelm wieder berufen. Doch wurde er ab 1643 nur noch mit märkischen Angelegenheiten betraut.83r, 83r, 83r
Grabbe, Arvid Graf; Obristleutnant

[ - ] Obristleutnant Grabbe führte ab 1630 finnische Musketiere aus Aboland. 1632 hatte er an der Schlacht bei Lützen teilgenommen und lag von 1632 − 1635 während der schwedischen Zwischenregierung in Franken als Stadtkommandant in Erfurt. Am 1.7.1634 wurde zwischen Erfurt und den Schweden ein Vertrag geschlossen, dass die Garnison in eine städtische umgewandelt werden und neben den 4 städtischen Kompanien nur eine schwedische Kompanie zurückbleiben sollte. Nach dem Prager Frieden (1635) musste er die Garnison räumen.32r, 88v, 88v, 95v, 95v, 95v, 95v, 96r, 96r, 96r, 99v, 101r
Grabbe, Arvid Graf; Obristleutnant



(Regiment)
(zur Person siehe oben)70r, 70r, 95r, 95v, 96r, 101r, 102r, 102v
Grasser, Wolf Henrich; Pfarrer

Namensform: Grosser

[ - ] Pfarrer von Rattelsdorf.64r, 68r
Grein, Laurentius; Kanoniker

Namensform: Grimm

[ - 23.6.1637] Magister, Propst und Kanoniker von St. Severi in Erfurt. 1628 wurde er Vikar an Allerheiligen, 1633 wird er als Kanonikus von St. Severi genannt; vgl. BAEF, Nachlass Klapper. Bei der Übergabe von Vikarien 1628 und 1635 als Vikar von St. Marien erwähnt; FELDKAMM, Benefizial- oder Vikarienbuch S. 89,81 (hier auch das Sterbedatum).20v, 21v, 23v, 25v, 26v, 28v, 29v, 42v, 43r, 48v, 51v, 61v, 62v, 78r, 81v, 103v, 104r, 107v
Greue, Hans Pankratius; Verwalter

Namensform: Greve

Namensform: Gräffe ?

[ - ] Erfurter Verwalter von St. Albani und des Schotten-Klosters.45v, 45v, 45v
Gromaier, August; Magister, Pfarrer

Namensform: Kromayer

[ - ] Magister und Pfarrer an der Kaufmannskirche in Erfurt. Seine Familie stammte aus Mitteldeutschland. Er wirkte mehrere Jahre lang als Prediger der Familie Geumann auf Schloss Gallspach (BH Grieskirchen). Dort wurde er 1624 zusammen mit den übrigen lutherischen Pfarrern im Zuge der habsburgischen Gegenreformation ausgewiesen. Er bewarb sich kurz danach als Pfarrer an der Kaufmannskirche in Erfurt, an der er bis zu seinem Tod wirkte. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 468.63r
Gromann, Rudolf (Ernst?); Junker, Verwalter

[ - ] Junker, Erfurter Verwalter der Kartause; KURT, Kartause S. 104; BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 752, 1133.45v
Gronsfeld, Jost Maximilian von; Generalwachtmeister

[1596 - 1662] LigistischerGeneralwachtmeister. Von Gronsfeld war bayerisch-ligistischer Obrist, Generalwachtmeister und Stellvertreter Pappenheims im Weser-Raum sowie Generalfeldzeugmeister, 1636 wurde er durch Johann von Götz abgelöst, 1647/1648 wurde er zum bayerischen Feldmarschall ernannt.46r, 46v
Gronsfeld, Jost Maximilian von; Generalwachtmeister



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(zur Person siehe oben)42v, 42v, 43r, 44r, 46r
Großhain, Georg; Professor

[1601 - 7.9.1638] Dr. theol., stammte aus Duderstadt, erwarb in Jena den Magister, aus Arnstadt nach Erfurt berufener Pfarrer, Rektor des Gymnasiums, 1633 Professor der Theologie in Erfurt, am 2.3.1634 Doktorpromotion. 1638 Hofprediger und Assessor des Konsistoriums in Weimar. Mitarbeiter am Bibelwerk Ernst des Frommen. KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis IV, S. 3. BAUER, Erfurter Personalschriften, Nr. 305; BAUER, Evangelische Theologen, S. 171; MOTSCHMANN, Erfordia literata, Erste Sammlung, Sect. II, S. 88 − 99 (mit Hinweisen auf seine in Erfurt gehaltenen Predigten).69v, 70r, 87v, 87v
Grunewalt, Johann; Vikar

Namensform: Grünwald

[ - beerdigt 1.9.1642] Vikar von St. Severi in Erfurt; BAEF, Nachlass Klapper; Kirchenbuch St. Severi 3. Zählung S. 1.50r, 50v
Gumprecht, Andreas; Siegler, Verwalter

[ - ] Kurmainzischer Siegler, 1626 als Verwalter des Schottenklosters eingesetzt. FLACHENECKER, Schottenklöster S. 148.54v, 68r
Gustaf Gustafsson af Vasaborg; Graf, Heerführer

[24.5.1616 - 25.10.1653] Illegitimer Sohn Gustav II. Adolfs von Schweden aus dessen Verbindung mit Margaretha Kabeljau. Unter Bernhard von Sachsen-Weimar wurde er vor dem belagerten Chemnitz verletzt. ReichskanzlerOxenstierna, als Vormund Gustafs, wandte sich an Königin-Witwe Maria Eleonore, die ihren Stiefsohn dem damaligen Feldmarschall im Niedersächsischen Reichskreis, Knyphausen empfahl. Nachdem Gustaf im September 1634 an der Belagerung Nördlingens teilgenommen hatte, wurde er im Oktober von Johan Banér in das Stift Bremen geschickt. Nach dem Prager Frieden 1635 führte er sechs Reiterregimenter in das kurmainzische Eichsfeld, wo er der Krone Schweden huldigen und viele Orte ausplündern ließ. Als er Anfang 1636 mit seinem Regiment nach Westfalen zurückkehren wollte, ließ dies Banér nicht zu, weil das Regiment zu schwach gewesen sei und die Offiziere sich dem langen Marsch widersetzten.74v
Gustav II. Adolf von Schweden; König

[19.12.1594 - 16.11.1632] Regierte 1611 − 1632. Am 26.12.1611 Mündigkeitserklärung durch die Stände, 1611 − 1613 Krieg gegen Dänemark, am 1.11.1612 "Königsversprechen"Gustav Adolfs, Berufung Axel Oxenstiernas zum Reichskanzler, 1614 − 1617 Krieg gegen Russland, am 27.2.1617 Siegfrieden zu Stolbovo, am 26.8.1617 Verkündung eines Annexionsprogramms vor dem Reichstag zu Örebro durch Gustav Adolf, am 12.10.1617 Krönung im Dom zu Uppsala, 1621 − 1629 Krieg gegen Polen, am 15.9.1621 Eroberung Rigas, am 18.2.1622 Verkündung neuer Annexionsziele vor den Ständen, am 7.1.1626 Sieg über das polnische Heer bei Wallhof in Kurland, September 1629 Waffenstillstand von Altmark mit Polen, am 4.7.1630 Landung auf Usedom, am 7.9.1631 Sieg bei Breitenfeld, am 15.4.1632 Sieg bei Rain am Lech (Tod Tillys), am 17.2.1632 Einnahme Münchens. Wallensteins zweites Generalat führte zum Abzug aus München. September 1632 vergeblicher Sturm auf Wallensteins Lager bei Zirndorf/Alte Veste. Gustav Adolf fiel in der Schlacht bei Lützen. Zur Armee Gustav Adolfs: Trotz des Anteils an ausländischen Söldnern (ca. 85 %; 1625 soll Banérs Armee bereits aus über 90 % Nichtschweden bestanden haben) meist als "schwedisch-finnische Armee" bezeichnet. Eine Unterscheidung zwischen der "Royal-Armee", die von Gustav II. Adolf selbst geführt wurde, und den von den Feldmarschällen seiner Konföderierten geführten bastanten Armeen erscheint jedoch überflüssig. Nach ENGLUND, Die Verwüstung Deutschlands S. 76, waren 1630 bereits jeder 10. Schwede und jeder 5. Finne desertiert. Nach LUNDKVIST, Schwedische Kriegsfinanzierung S. 384, betrug der Mannschaftsbestand (nach altem Stil) im Juni 1630 38.100, Sept. 1631 22.900, Dez. 1631 83.200, Febr./März 1632 108.500, Nov. 1632 149.200 Mann; das war die größte paneuropäische Armee vor Napoleon. Zu den Verlusten LINDEGREN, Frauenland und Soldatenleben S. 145: "Grob gerechnet kann man behaupten, daß in der ganzen Periode von 1620 bis 1720 ca. 75 % aller Todesfälle auf Krankheiten und andere Entbehrungen zurückzuführen sind. Ca. zehn Prozent starben in Kriegsgefangenschaft. Die restlichen 15 Prozent fielen bei Kampfhandlungen. Ungefähr ein Drittel dieser direkt kampfbezogenen Todesfälle geschah im übrigen im Zusammenhang mit Belagerungen. Große Feldschlachten und kleinere Gefechte forderten im allgemeinen nicht besonders viele Todesopfer, vergleicht man sie mit dem Alltag des Krieges. [...] Die Zahl der toten Soldaten kann total auf 1,7 Millionen geschätzt werden. Von diesen starben gut eine Viertel Million im Feld oder infolge von Kampfhandlungen; gut eineinviertel Millionen fielen dem 'Alltag des Krieges' zum Opfer".8v, 9r, 9r, 9r, 9r, 9r, 9r, 9r, 9v, 9v, 9v, 9v, 9v, 10r, 10r, 10r, 10r, 10r, 10r, 10v, 10v, 10v, 10v, 10v, 10v, 10v, 11r, 11r, 11r, 11v, 12r, 12r, 14r, 14r, 14v, 15r, 18r, 22v, 25r, 25v, 25v, 25v, 26r, 26r, 26r, 26r, 26r, 26v, 27r, 27r, 27v, 27v, 29r, 30r, 30r, 32v, 34v-35r, 34v-35r, 37r, 37r, 37r, 37r, 37r, 37r, 38r, 38r, 39r, 39r, 39v, 39v, 39v, 39v, 39v, 40r, 40r, 40r, 40r, 40r, 40v, 40v, 40v, 40v, 40v, 40v, 41r, 41r, 41r, 41v, 41v, 42r, 46v, 47v, 48r, 49v, 49v, 49v, 49v, 50r, 51v, 52r, 52r, 53r, 53r, 53r, 53v, 53v, 55v, 55v, 57v, 64v, 66v, 67v, 69v, 70r, 71v, 75v, 76v, 77r, 77v, 78v, 78v, 79r, 79r, 91v, 95v, 102v
Gustav II. Adolf von Schweden; König



(Armee)
(zur Person siehe oben)8r, 8v, 8v, 8v, 9r, 9v, 9v, 11r, 11r, 12r, 13v, 13v, 14r, 20r, 22r, 22v, 45r, 47v, 50v, 50v, 50v, 50v, 50v, 51r, 51r, 51v
Halensdorf, Jodocus; Beamter

[ - ] Dr. jur. utr., kurmainzischer Beamter in Erfurt.82r
Hallenhorst, Johann; Ratsherr

[28.1./7.2.1602 a. St. - 10.1.1673] Hallenhorst war in Hildesheim geboren, 1619 immatrikulierte er sich an der Universität Erfurt und heiratete 1629 Maria Brand, Tochter des Heinrich Brand; wohnhaft zunächst am Wipertikirchhof, ab 1635 "Zum Hirsch und Rosenberg" im Stadtviertel Mercatorum (Anger 69). 1632 war er Unterstadtvogt, 1633 städtischer Amtmann auf dem Petersberg, 1636 Stadtvogt, 1641 Ratsmeister, Oberratsmeister 1646, 1665, 1668, 1671; Vertreter von Kurmainz bei Westfälischen Friedensverhandlungen, nach KRAFFT, fol. 35r, sollen er und Rudolf Geisler zweimal in Osnabrück gewesen und dort 16.000 Taler (!) verzehrt haben. Nach Kriegsende war er königlich schwedischer Rat, bevor er 1665 kurmainzischer Vizedom und Regierungsrat wurde. 1665, 1668 und 1671 amtierte er als Oberstratsmeister. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 321; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 216.56v, 57r, 57v, 58r, 74r, 106r
Hannet, Johann; Sacellan

[ - ] Sacellan und Begleiter Feuquières, hatte zusammen mit Caspar Heinrich Marx das Jesuitenkolleg in Mainz besucht.61r, 61r, 61v, 63r
Harstall, Johann Christoph von; Vizedom

[ - nach 1661] Studierte 1610 − 1613 in Würzburg, Dr. jur. utr., Herr auf Bernterode, Katharinenberg und Mihla, kurmainzischer Vizedom in Erfurt ca. 1620 − 1650, während der schwedischen Besatzung nach Eisenach geflohen, lebte dann in Heiligenstadt, nach dem Prager Frieden 1635 wieder in Erfurt, verheiratet seit dem 24.9.1613 mit Maria Magdalena von Kerpen.11v, 96v, 97r, 109r, 109r, 109r, 109r, 109r, 109r, 109r, 109r, 110r, 110r, 110r, 110r, 110r, 110v, 110v, 110v
Hase, Caspar; Bediensteter

[ - ] Weltlicher Bediensteter des Weiße Frauenklosters in Erfurt. Möglicherweise identisch mit dem Hosenbandhändler Kaspar Hase, der 1605 Steuern zahlte; SAEF, Verrechtsbuch 20, Bartholomäi Nr. 22a.20v
Hatzfeldt zu Gleichen, Melchior Friedrich Gottfried von; Freiherr, Feldmarschall

[20.10.1593 - 9.1.1658] Bruder des Würzburger Bischofs Franz von Hatzfeldt und für den geistlichen Stand bestimmt, Feldmarschall-Leutnant, Generalfeldzeugmeister und Feldmarschall. Am 6.8.1623 Teilnahme am Kampf bei Stadtlohn, 1625 Wechsel ins Heer Wallensteins als Obristleutnant unter Franz Albrecht von Sachsen-Lauenburg, 1627 Teilnahme am Feldzug gegen die Dänen, 1629 Marsch nach Mantua, am 17.9.1631 Teilnahme an der Schlacht bei Breitenfeld, 1632 Obrist und Kommandeur eines eigenen Regiments, 1633 Beförderung zum Feldmarschallleutnant, 1634 wurde er Generalfeldzeugmeister und 1635 Feldmarschall wegen der Verdienste um die Eroberung Kaiserslauterns, am 4.10.1636 Niederlage in der Schlacht bei Wittstock gegen Johan Banér als militärischer Ratgeber Johann Georgs I. von Sachsen, 1637 Venichtungsfeldzug in Sachsen, am 17.10.1638 Sieg bei Vlotho über Ruprecht von der Pfalz, 1639 Belehnung mit der Herrschaft Gleichen (Thüringen) durch den Kurfürsten von Mainz (diese Belehnung zwang Johan Banér 1640 zur Aufhebung der Belagerung Leipzigs), 1641 Erwerb der Herrschaft Trachenberg in Schlesien aus dem Besitz des hingerichteten Wallenstein-Anhängers Hans Ulrich von Schaffgotsch, Kommandeur der kaiserlichen Armee in Westfalen, 1641 Eintritt in kurbayerische Dienste wegen Differenzen mit Matthias Gallas, am 24.11.1643 Erfolg in der Schlacht bei Tuttlingen über die Franzosen unter Josias von Ranzau, 1644/1645 Ernennung zum Kommandeur der kaiserlichen Hauptarmee, am 6.3.1645 Gefangennahme in der Schlacht bei Jankau. Am 30.8.1657 zum kaiserlichen Heerführer gegen die Schweden in Polen ernannt, eroberte Hatzfeldt Krakau.91r
Hatzfeldt, Franz von ; Fürstbischof

[1596 - 1642] Fürstbischof von Würzburg (1631) und Bamberg (1633). Der Domherr in Würzburg und Bamberg war am 7.8.1631 zum Nachfolger Adolfs von Ehrenberg gewählt worden und hatte bereits im Bamberger Dienst politisch-diplomatische Erfahrungen sammeln können. In der Wahlkapitulation wurde von ihm eine strikt gegenreformatorische Politik gefordert, was von ihm auch eingehalten wurde. Bereits zwei Monate nach Regierungsantritt musste er jedoch vor vor den heranrückenden Schweden fliehen. Erst Mitte Dezember 1634 konnte er wieder zurückkehren. Bereits im Sommer 1633 war er auch in Bamberg zum Nachfolger Johann Georgs II. Fuchs von Dornheim gewählt worden. Dabei sollte wohl ein gemeinsames Vorgehen den Bernhard von Weimar beide Nachbarstifte in ihrem Kampf vereinen. Die Erneuerung der Regierung und Verwaltung der Stifte konnte jedoch erst mit erheblicher Verzögerung erfolgen. Das bisherige militante gegenreformatorische Vorgehen wurde aber nach dem Prager Frieden eingestellt. 1636 sollte er in kaiserlichem Auftrag sowohl Landgraf Wilhelm V. von Hessen-Kassel zum Anschluss an den Prager Frieden bewegen als auch die Politik Habsburgs auf dem geplanten Kölner Friedenskongress vertreten. Auch der Reichstag zu Regensburg 1640/41 verlief für Hatzfeldt enttäuschend, der Sondierungen Maximilians I. von Bayern über einen Sonderfrieden mit Frankreich unterstützt hatte.46v
Heberer, Markus; Syndikus

[ - ] Syndikus von Schweinfurt. Heberer war als einer der Verhandlungsführer an der Übergabe der Reichsstadt an Gustav II. Adolf am 2./12.10.1631 beteiligt; er nahm auch an den Verhandlungen der protestantischen Stände in Heilbronn [19./29.3.-13./ 23.4.1634], die zur Gründung des Heilbronner Bundes führten, teil.95r
Heck, Lambert; Rektor

[ - 3.1.1632] Magister und Scholastiker von St. Marien in Erfurt. Heck stammte aus Rheinbergen und kam 1580 an die Universität Erfurt, 1581 war er Kollegiat der "Porta Cœli", 1588 Magister artium, 1596 Kanoniker, ab 1613 Scholastiker von St. Marien. Nach seinem Tod übernahm Caspar Heinrich Marx seine Stelle. Heck war Rektor der Universität 1607/1608 und zwischen 1604 und 1624 dreimal Dekan der Philosophischen Fakultät. Von 1612 bis 1622 amtierte er als Dekan des Juristenkollegs. 1628 war er Dekan der Theologischen Fakultät. Von ca. 1620 bis 1623 amtierte er als Pfarrer von St. Nicolai. KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis III S. 169, 183.20r, 20v, 20v, 21r, 21r, 21v, 22r, 44v
Heckel, Justus; Professor, Rektor

[ - ] Magister, ab 1616 am Ratsgymnasium tätig, 1617 dort Konrektor, Professor der Ethik und Poesie in Erfurt, 1631 − 1634 Rektor; elfmal Dekan der Philosophischen Fakultät.63v, 64r, 64r, 64v, 65r, 65r, 65r, 65v, 65v, 65v, 65v, 65v, 65v, 65v, 69r, 69r, 69r, 69r, 69v, 69v, 87v, 87v, 89v, 110r
Heidenreich, Augustus; Ratsherr

Namensform: Heydenreich

[1587 - 1640] Ratsherr, wohnhaft "Zum güldenen Fässlein"(Futterstr.) in Erfurt, Unterkämmerer 1617, Brückenherr 1618, Stadtvogt 1622, 1626, Vierherr 1631, 1636; BAUER, Erfurter Ratsherren, Nr. 229.106r, 107r
Heigendorf, Conrad; Bürger

[ - ] Bürger in Erfurt.67v
Heken, Caspar; Soldat

[ - ] Schwedischer (?) Soldat in Erfurt.51v
Henning, Johann; Abt

Namensform: Henningius

[22.4.1592 - 8.1.1662] In Erfurt geboren, leistete er 1614 Profess und wurde 1619 von den Visitatoren 1619 zum Superior ernannt, am 20.10.1627 vom Konvent als 44. Abt des Benediktinerklosters St. Petri gewählt. Zusammen mit Johannes Bettingen und Wilhelm Federle hatte er am 22.10./2.10. 1632 Gustav II. Adolf beim Einzug in Erfurt begrüßt. Am 27.10. 1632 musste er das Kloster, am 30.12. die Stadt verlassen. Mit ihm gingen auch die acht Konventualen und ein Laienbruder. Angeblich soll Henning erst in Kronach untergekommen sein - wo er nicht nachweisbar ist - und sich dann nach Königshofen begeben haben. Der dortige Festungskommandant soll ihn als Hauskaplan - demnach müsste er Hauskaplan bei Caspar Ermes, der aber einen eigenen finnischen Regimentspastor hatte, oder nach der Schlacht bei Nördlingen beim schwedisch-weimarischen ObristenWilhelm von den Brinken gewesen sein ! - und Hauslehrer beschäftigt haben (so BÖCKNER, Peterskloster zu Erfurt S. 77 − 78). Allerdings zeigen sich bis zum Ende des Krieges bei finnischen Offizieren Sympathien für den katholischen Glauben. Erst am 10.10.1635 kehrte er aus seinem Exil Königshofen zurück und übernahm mit sechs (nach anderen mit drei) überlebenden Geistlichen das ausgeplünderte Kloster. Wegen drückender Sorgen und eines Podagraleidens erbat er sich im 65. Lebensjahr von Kurfürst Johann Philipp von Schönborn 1657 den Prior der Propstei zu Helmstädt, Adam Dahlen, als Koadjutor. Dieser unterstützte ihn noch 5 Jahre und wurde auch sein Nachfolger.10r, 10r, 10r, 10r, 12r, 14r, 21v, 25r, 25r, 25r, 26v, 30r, 30r, 40r, 46r, 46r, 48r, 57v
Herdegen, Valentin; Dr. jur. utr., Dekan

[ - Mai 1639] Geboren in Heiligenstadt, Studium ab 1582 in Erfurt, Dr. jur. utr., 1607 − 1639 Propst an St. Peter in Nörten (WOLF, Diplomatische Geschichte, S. 231), 1614 belegt als Kanoniker von St. Severi in Erfurt, 1625 und 1633 Kantor von St. Severi, Rektor 1629 − 1631, Nachfolger von Caspar Heinrich Marx als Dekan der Theologischen Fakultät; wohnhaft im Haus "Zum Birnbaum" (Thomasstr. 3); KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis IV S. 3f. und 288, Fn. 961; FELDKAMM, Benefizial- oder Vikarienbuch S. 140, 161, 165, 166; OPFERMANN, Klöster des Eichsfeldes, S. 287; BAEF, Nachlass Klapper.17r, 63r, 64v, 74r, 78r, 81v, 103v, 104r, 107v
Herold, Andreas; Lohgerber, Ratsherr

[ - ] Löber (Lohgerber) und Biereige "Zum bunten Löwen"(Hirschlachufer 14), im Rat 1611, 1616, Zweiermann 1618, 1623, 1628, 1633, 1638, Ungelder 1643, 1648, 1653, 1658, 1663. BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 241.71r, 106r
Herolt, Jodocus (Jost); Propst

[ - ] Stiftsangehöriger von St. Marien in Erfurt, 1635/36 Propst von St. Cyriaci; BAEF, Nachlass Klapper.52v, 54r
Hertz, Michael; Diakon

[25.3.1603 - 15.3.1672] Theologiestudent, Collega an der Barfüßer-Kirche, Cantate 1633 zum Pfarrer in Hochheim ernannt und eingeführt, kurz darauf auch Pfarrer der Gemeinde Schmira. Nach der Verwüstung Schmiras wurde er als Diakon an der Barfüßerkirche in Erfurt eingeführt, 1642 an der Predigerkirche. BAUER, Erfurter Personalschriften, Nr. 350; BAUER, Evangelische Theologen, S. 185 f.; QUEHL, Religion, S. 221ff..64r
Heuberger, Karl; Apotheker, Ratsherr

[ - ] Apotheker in Erfurt, gräflich zinsendorfischer Amtmann, wohnhaft "Zum Hasenstein"(Lange Brücke 24), Unterkämmerer 1631, Zweiermann 1632, Ungelder 1637. BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 251.41r
Heufer, Georg

[ - ] Geisel aus Heiligenstadt.30v
Heun, Adam; Stiftsangehöriger

[ - ] Stiftsangehöriger von St. Marien in Erfurt. Da er in stiftischen Quellen nicht belegt ist, könnte er mit den geistlichen Mitgliedern der Familie verwandt sein oder als Stiftsamtmann o. ä. amtiert haben.42v, 59r, 60v, 107r
Heun, Jacobus; Rektor

[ - 2.6.1677] Heun stammte aus Witterda, Kanoniker an St. Marien 1627, Magisterpromotion an der Artistenfakultät der Universität Erfurt am 14.1.1631, 3.6.1631 niedere Weihen, 4.6.1631 Subdiakonweihe, 22.12.1635 zum Diakon, 16.2.1636 zum Priester geweiht; 1640 und noch 1654 Scholaster von St. Marien, 1664 und 1667 Dekan von St. Marien. 1657 − 1667 Präfekt der von den Jesuiten 1620 gegründeten großen lateinischen Kongregation Mariae Verkündigung (MEISNER, Nachreformatorische katholische Frömmigkeitsformen, S. 46). Pfarrer von St. Severi 1640 – 1643 und Pfarrer in Witterda 1634 – 1648, 1660 Rektor der Universität. OPFERMANN, Amt Erfurt-Meiningen S. 159, 188. Urbanus Heun und seinem Vetter Jacobus Heun wurde Ende Oktober 1632 Konspiration mit Pappenheim vorgeworfen, nachdem man in Erfurt einen Boten Pappenheims mit einem Brief an Heun abgefangen hatte. Der Bote wurde nach KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis III S. 134, öffentlich am Anger gehängt. Urbanus Heun bestritt eine Verbindung mit Pappenheim und wandte sich am 8.12.1632 an ReichskanzlerOxenstierna, um seine Unschuld zu beteuern. Am 3.1.1633 wurde Urbanus Heun wieder aus der Haft entlassen. Möglicherweise handelt es sich bei dem Boten um den bei KRAFFT, fol. 137v – 138r erwähnten Delinquenten.20v, 21v, 21v, 29v, 40v, 44r, 59r, 60r, 60r, 71r, 78r, 81v, 103v, 107v
Heun, Johann; Kanoniker

[ - 1670] Student in Erfurt, Bruder von Jacobus Heun. Am 11.4.1626 von WeihbischofChristoph Weber zum Kleriker geweiht (Tonsur), 19.3.1636 Empfang der vier niederen Weihen, 22.3.1636 Subdiakonweihe, 20.9.1636 Diakonweihe, 22.9.1640 – als er Diakon und Kanonikus ist - zum Priester, 1635 Kanoniker an St. Marien in Erfurt, 9.10.1635 Posses der Präbende, 29.4.1636 emanzipiert, 1670 Kantor. FELDKAMM, Benefizial- oder Vikarienbuch S. 74, 81, 111, 130, 137, 142, 143, 184, 190; BAEF, Nachlass Klapper; BAEF, St. Marien I 1581, 1581a, 1581b.107r
Heun, Urbanus; Magister, Dekan

[1588 - 1655] Magister, Dekan von St. Beatae Mariae Virginis, Vizekanzler und Siegler des Kurfürsten von Mainz, 1627 − 1629, 1649 Rektor der Universität. KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis III S. 128 ff. Heun (und seinem Vetter Magister Jacobus Heun) wurde Ende Oktober 1632 Konspiration mit Pappenheim vorgeworfen, nachdem man einen Boten Pappenheims mit einem Brief an Urbanus Heun abgefangen hatte. Der Bote wurde nach KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis III S. 134 öffentlich am Anger gehängt. Heun bestritt die Verbindung mit Pappenheim und wandte sich am 8.12. an Oxenstierna, um seine Unschuld zu beteuern. Am 3.1.1633 wurde er wieder aus der Haft entlassen. Möglicherweise handelt es bei dem Boten um den bei Krafft, Chronik fol. 137 v – 138 r erwähnten Delinquenten. Am 8.10.1635 ernannte C. H. Marx ihn - Heun wurde präsentiert vom Komtur Philipp von Hunoldshausen zu Grieffenstedt - in Abwesenheit von Weihbischof Strevesdorff zum Pfarrer der durch Lambert Hecks Tod vakanten Pfarrei St. Nikolai in Erfurt. Heun soll Anfang des Jahrhunderts eine Beschreibung der „Mater gloriosa“ verfasst haben.9v, 12r, 12r, 12r, 13v, 14r, 14r, 15r, 19v, 19v, 20v, 20v, 21v, 21v, 21v, 22v, 25r, 26v, 26v, 26v, 28v, 28v, 28v, 29v, 29v, 29v, 30v, 36r, 39r, 40r, 40r, 40v, 41r, 41r, 42r, 42v, 44r, 44r, 48r, 51v, 52v, 52v, 52v, 52v, 52v, 52v, 52v, 56r, 56r, 56r, 57v, 57v, 59r, 59r, 61r, 61r, 61v, 62r, 62r, 62r, 62v, 62v, 63r, 64v, 64v, 64v, 66r, 71r, 71v, 73v, 74r, 74r, 75v, 76v, 78r, 81v, 81v, 87v, 90v, 96v, 96v, 97r, 97r, 97r, 97r, 97r, 97v, 98r, 99v, 99v, 99v, 100r, 100r, 100v, 101r, 101r, 102r, 102r, 102r, 102v, 103r, 103v, 103v, 103v, 104r, 104r, 105r, 105r, 105r, 105r, 105v, 105v, 106v, 106v, 107r, 107v, 107v, 108r, 108v
Heusner von Wandersleben, Sigismund; Generalkriegskommissar

[17.4.1592 - 12.4.1645] Schwedischer, dann kaiserlicher Generalkriegskommissar. Um 1618 Anstellung als Geheimsekretär des Herzogs Johann Casimir von Sachsen-Coburg, dann bei Johann Ernst von Sachsen-Weimar. Am 3.11.1628 heiratete er Anna Maria, Tochter des sächsisch-weimarischen Rats und Rentmeisters Johannes Evander. Nach der Schlacht bei Breitenfeld am 17.9.1631 Tätigkeit als Rat im Dienst Herzog Wilhelms IV. von Sachsen-Weimar, als „der Räumende“ Mitglied der „Fruchtbringenden Gesellschaft“, 1631 − 1638 als schwedischer Generalkriegskommissar des Fränkischen Reichskreises, 1638 Eintritt in kaiserliche Dienste, Ernennung zum Residenten in Basel, Lindau und Konstanz, später auch in Magdeburg, am 25.5.1641 Ernennung zum kaiserlichen Generalkriegskommissar.8v
Hoditz von Hoditz und Wolframitz, Zdenko von; Graf, Obrist

Namensform: Hodický z Hodic

[ - 1641] Schwedischer Obrist aus mährischen Adel. Zdenko war beim Böhmischen Ständeaufstand noch minderjährig, verkaufte mit seinem Bruder Karl seine mährischen Besitzungen nach Erlass der Erneuerten Landordnung für Mähren (1628) und emigrierte nach Schlesien. Sein Gut Wolframitz (Olbramovice) wurde konfisziert und vom Kaiser seiner Gemahlin Eleonore geschenkt, die es 1634 an Fürst Gundakar von Liechtenstein verkaufte. Von Hoditz war verheiratet mit Elisabeth Magdalena, der Tochter Adam Erdmanns von Trčka, die in erster Ehe mit dem zusammen mit Wallenstein ermordeten Wilhelm Kinský vermählt gewesen war. 1641 erlag er in Hildesheim den Verletzungen, die er sich vor dem belagerten Wolfenbüttel zugezogen hatte.93r, 95v
Hof, J.; Notar

Namensform: Hofe

[ - ] Notar in Erfurt.54v, 61r
Hoffmann, Jaroslav; Obrist

[ - ] Herr auf Münchhof [Mirová, Bez. Karlovy Vary], nach der Schlacht am Weißen Berg geflohen. Hoffmann stand als Obristleutnant bzw. Obrist in kursächsischen Diensten. Am 1.7.1636 wurde ihm das Kavallerie-Regiment Friedrich Wilhelm von Sachsen-Altenburg übertragen.55v
Hofmann, Johann

[ - ] Gemeindemitglied von St. Severi in Erfurt.66v, 66v, 66v
Hogel, Zacharias I.; Professor

[Mai 1574 - 11.11.1635] Hogel, der Sohn eines Bauern, stammte aus Gispersleben, 1587 an der Universität Erfurt intituliert, nach 1591 Wechsel nach Speyer, 1592 nach Jena, kehrte 1597 nach Erfurt zurück und wurde 1600 Magister, 1614 Pastor an der Augustinerkirche, 1624 einer der Inspektoren des Ratsgymnasiums, 1625 Professor der Theologie Augsburger Konfession an der Universität, in das Verfahren gegen den Schwärmer Esajas Stiefel involviert. Er resignierte 1633 und starb 1635 wie Marx an der Pest. KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis III S. 127, 190 f.; MOTSCHMANN, Erfordia literata Fünfter Fortsetzung Sectio II, S. 646ff.; BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 381.44v, 44v, 44v
Hogel, Zacharias II.; Pfarrer, Rektor

[2.11.1611 - 25.10.1676 oder 28.10.1677 ?] Sohn des Pfarrers an der Augustinerkirche, Zacharias Hogel I., Studium an der Universität Erfurt, mit 18 Jahren bereits Magister, 1629 − 1632 Lehrer an der Schule der Predigergemeinde in Erfurt, 1635 (1636 ?) Diakon an der Predigerkirche. 1643 wurde er zum Pfarrer in der Augustinergemeinde (St. Johannis) befördert. Von 1655 bis 1676 war er Rektor des Ratsgymnasiums. Hogel II. galt als scharfer Verfechter der lutherischen Konfession. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 382. Hogel II. ist vor allem in der Erfurter Stadtgeschichte bekannt für seine ausführliche handschriftliche Chronik, welche bis zum Jahre 1629 erhalten ist (heute in der Bibliothek des Evangelischen Ministeriums).44v, 87v
Horn zu Björneburg, Gustav Karlsson; Graf, Feldmarschall

[24.10.1592 - 20.5.1657] Schwiegersohn Axel Oxenstiernas, hatte in Jena, Tübingen und Rostock studiert und galt als integrer und nobler Offizier, schwedischer Feldmarschall (seit 1628). Am 17.9.1631 Teilnahme an der Schlacht bei Breitenfeld, am 9.3.1632 Niederlage gegen Tilly in Bamberg. In den folgenden beiden Jahren Kampf gegen Aldringen in Süddeutschland, Oberschwaben, im Breisgau und im Elsass. Vgl. auch EISELEIN, Geschichte, S. 174ff. Am 6.9.1634 in der Schlacht bei Nördlingen in Gefangenschaft geraten, blieb Horn auf Betreiben Maximilians I. von Bayern und wegen der Weigerung der schwedischen Regierung, die geforderte Summe zu seiner Auslösung aufzubringen, sieben Jahre in Ingolstadt und der Feste Burghausen in Haft. Am 24.3.1642 wurde er gegen Johann von Werth, Graf Hans Christoph von Puchheim und Lorenz von Hofkirchen ausgetauscht. Anschließend kehrte er nach Schweden zurück, wurde Oberbefehlshaber der Truppen in Südschweden, 1651 Militärgouverneur in Livland und Präsident des Kriegskollegiums, 1653 Reichsmarschall. NORDISK FAMILJEBOK Bd. 11, 1909, S. 1115 − 1116; HOFBERG Bd. 2, S. 518f.89v, 96v, 96v
Horn, Gerhard von; Dekan

[ - ] Scholaster (1608 − 1617) und Dekan (1617 − 1652) des Chorherrnstifts St. Martin in Heiligenstadt. OPFERMANN, Klöster des Eichsfeldes S. 24 − 25.30v, 30v, 32r, 32v, 32v
Houwald, Christoph von; Obrist

[11.12.1602 - 29.11.1663] Schwedischer Obrist. Von Houwald war einer der typischen Soldaten von Fortune, der aus einfachen Verhältnissen stammte, beim Militär Karriere machte und den Dreißigjährigen Krieg überlebte. 1616 − 1618 war er Musketier in kaiserlichen Diensten, wechselte jedoch in kurzen Abständen seine Dienstherren. Zunächst diente er unter Heinrich Matthias Graf von Thurn, dann in der sächsischen Armee, um unter Ernst von Mansfeld und Christian von Braunschweig-Lüneburg zu kämpfen, am 29.8.1622 wurde er bei Fleurus verwundet und am 6.8.1623 bei Stadtlohn als tot auf dem Schlachtfeld zurückgelassen. 1624 ging er für die Krone Schweden nach Livland und kämpfte in den folgenden Jahren gegen die Polen. 1625 wurde er Leutnant, 1627 Hauptmann, 1629 Major und 1630 Oberstleutnant. Im Winter 1630/31 begann er mit der Belagerung von Schloss Braunfels. Am 13.4.1631 war er an der Erstürmung Frankfurts an der Oder beteiligt. Für seine Tapferkeit wurde ihm im Winter 1631/1632 das Obristenpatent für ein Regiment zu Ross und für ein Regiment zu Fuß sowie ein schwedisches Adelsdiplom verliehen. Sein 16 Kompanien umfassendes Fußregiment warb er in diesem Winter in der Umgebung von Frankfurt am Main, 1631/1632 war er Kommandant von Hanau. Von Houwald wird oft mit dem bereits 1634 verstorbenen schwedischen Obristen Duwall verwechselt. Nach der Schlacht bei Nördlingen (5./6.9.1634) kursächsischer Generalmajor, 1635 − 1654 Kommandant der Danziger Garnison, zuletzt kurbrandenburgischer Generalmajor. POTEN, Houwald; ZEDLITZ-NEUKIRCH, Adels-Lexicon Bd. 2, S. 443; HOUWALD; HOUWALD, Beiträge; KELLER, Drangsale; WEINRICH, Aufhebung der Blokade.18r
Hunger, Georg; Senior

[ - ] Senior (?) in Heiligenstadt.30v
Hunger, Heinrich; Ratsherr

[ - ] 1589 an der Universität Erfurt immatrikuliert, Katholik, Waidkäufer und Biereige, Unterbauherr 1615, Futterherr 1620, Vierherr 1625, 1630, 1635, 1640, 1645, 1655, 1660, Altarmann der Wigbertikirche 1626; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 264.66v, 66v, 67v, 68r, 68r, 68v, 83r, 91r, 92r
Innhausen und Knyphausen, Dodo von; Freiherr, Feldmarschall

[2.7.1583 - 11.1.1636] Schwedischer Generalmajor und Feldmarschall. 1603 militärischer Dienst als Hauptmann unter Moritz von Oranien, 1613 als Obristleutnant im Dienst der Hansestädte, ab 1619 als General unter Christian von Braunschweig, 1622/1623 Teilnahme an den Schlachten bei Höchst, Fleurus und Stadtlohn, 1626 Dienst unter Ernst von Mansfeld, am 25.4. Gefangennahme an der Dessauer Brücke, anschließend Eintritt in dänische und englische Dienste: 1628 Aktivität im englischen Expeditionskorps vor La Rochelle, ab 1629 als Generalmajor in schwedischen Diensten, 1632 Teilnahme an den Schlachten bei der Alten Veste (bei Nürnberg) und Lützen, 1633 Beförderung zum Feldmarschall, Kommando an der Weser und am 8.7.1633 Sieg in der Schlacht bei Hessisch-Oldendorf, November 1635 Oberbefehl über die schwedischen Truppen in Westfalen. SATTLER, Reichsfreiherr Dodo zu Innhausen74v
Isolano, Goan Lodovico Hector von; Graf, General

[1586 - März 1640] Kroaten-General. Seit 1600 stand Isolano in kaiserlichen Diensten, 1618 war er in Ungarn und Böhmen eingesetzt, unter Wallenstein war er Obrist, am 25.4.1626 führte er die entscheidende Wendung im Kampf an der Dessauer Brücke herbei, 1632 wurde er zum kaiserlichen General der kroatischen Reiterei ernannt, Teilnahme an der Schlacht an der Alten Veste am 3.9.1632 und am 16.11.1632 an der Schlacht bei Lützen. Der Abt Veit Höser (1577 - 1634) von Oberaltaich bei Straubing; SIGL, Wallensteins Rache, S. 120 (4.12.1633): “Am Morgen sah ich den General der Kroaten, Isolani, aus der Messe kommen und über den Kirchplatz schreiten. Unser Held, ein Mann ohne Bart, kahlköpfig, trotzig wirkt sein ernstes Gesicht, grimmig und zum Fürchten ist sein Blick. Durch seine gigantische Statur überragt er alle und er übertrifft auch alle mit seiner Bärenkraft. Am Gurt trug er einen herkulischen Krummsäbel (acinace). Goldfäden glänzen am Gürtel. In der Rechten schwang er seinen silbernen Generalsstab. Nachmittags sah ihn noch einmal, wie er mit 36 Reiterfähnchen von Viechtach abzog und das zum großen Verdrusse seiner Soldaten. Als ich mich nach dem Grund für diesen Ärger erkundigte, sagte man mir, daß der General Isolani vom Generalissimo Friedländer unwiderruflich mit allen seinen zum Angriff auf die [von] Schweden herangeführten Truppen zurückbeordert worden sei und er den Befehl bekam, ins kaiserliche Lager zurückzukehren, obwohl der größte Teil gerade den Feind noch um Straubing herum verfolgte. Diese mußten von einem ausgeschickten Trompeter zurückgeblasen werden. Diese unüberlegte, plötzliche Abberufung zum unpassendsten Zeitpunkt soll es sein, was die Kroaten so erbitterte, zumal sie gerade unter einem guten Stern stünden und den Schweden endlich den Garaus machen könnten und sie ihnen gerne ihre Riesenbeute abgenommen hätten”. Vgl. auch WAGNER, Pforr, S. 129ff. Er erhielt reiche Schenkungen in Böhmen und war Mitunterzeichner des 1. Pilsener Revers, nach Wallensteins Ermordung bekam er neue Güterschenkungen (Böhmisch Aicha) und wurde in den Reichsgrafenstand erhoben. 1634 verantwortlich für die Zerstörung Suhls durch seine Kroaten; vgl. WERTHER, Chronik, S. 117ff. Isolano nahm an weiteren Operationen in Frankreich, Hessen, Pommern und am Rhein teil. HEß, Biographien, S. 88 − 91; BÜCHELER, Von Pappenheim zu Piccolomini, S. 103 − 122; HIRTENFELD, Oesterreichisches Militär-Konversazions-Lexikon, S. 380f.91r
Jagemann, Christoph; Magister, Dekan

Namensform: Christophorus

[ - 11.10.1660] Aus altem thüringischen Adelsgeschlecht stammend, geboren in Heiligenstadt, ca. 1621 − 1627 Pfarrer in Kirchgandern (als solcher 1623 − 1627 Dekan des Dekanats Kirchgandern), 1626 − 1627 in Rustenfelde, 1626 − 1627 in Uder, 1627 − 1636 von Berlingerode, 1627 − 1660 in Duderstadt (als solcher 1636 − 1660 Dekan des Dekanats Duderstadt und erzbischöflicher Kommissarius des Eichsfelds) und ab 12.5.1641 Propst des Stifts Nörten. OPFERMANN, Verwaltung, S. 110, 71, 122, 128, 80, 138, 73, 51, 184; WAND, Eichsfeld, S. 52; WOLF, Diplomatische Geschichte, S. 295f.30v
Jagemann, Johann; Notar

Namensform: Jagener

[ - ] Kurmainzischer Gerichtsschreiber und Notar in Erfurt, am 17.7.1645 als Amtmann in Gieboldehausen, Untereichsfeld, belegt. BAEF, Nachlass Klapper.9r, 40v
Jagener, N; Kapitän

[ - ] Schwedischer (?) Kapitän.8v
Johann Ernst von Sachsen-Coburg-Eisenach; Herzog

[9.7.1566 - 23.10.1638] Als 1572 sein ältester Bruder Friedrich Heinrich starb, wurde durch den Erfurter Teilungsvertrag die das neue Herzogtum Sachsen-Coburg-Eisenach geschaffen. Johann Ernst wurde zusammen mit seinem älteren Bruder Johann Casimir zum Regenten des neuen Landes berufen, aufgrund ihrer Minderjährigkeit jedoch zunächst unter Vormundschaft. Als 1586 die Vormundschaft aufgehoben wurde, trat Johann Casimir trat mit seinem Bruder die Regentschaft von Sachsen-Coburg-Eisenach an. Ab 1590 zog sich Johann Ernst ganz aus der Regierung des Herzogtums zurück, mit seinem Bruder vereinbarte er, dass dieser das Herzogtum für fünf Jahre allein regieren sollte. Er vereinbarte 1596 mit seinem Bruder eine neue Landesteilung, durch sie erhielt er Sachsen-Eisenach als eigenständiges Fürstentum. Johann Ernst verlegte noch im gleichen Jahr seine Residenz nach Eisenach. 1598 richtete Johann Ernst für sein Herzogtum eine eigene Landesregierung ein. Als 1633 Johann Casimir kinderlos verstarb, erbte Johann Ernst Sachsen-Coburg. Bis zu seinem Tod 1638 regierte er beide Länder in Personalunion..96v, 97r, 97r, 97r, 97r
Johann Georg I. von Sachsen; Kurfürst

[5.3.1585 - 18.10.1656] Regierte 1611 − 1656, verheiratet mit Magdalena Sibylla von Preußen [1586 − 1659]; ESSEGERN, Fürstinnen. Nach der Verpfändung der Ober- und der Niederlausitz militärisches Eingreifen gegen Friedrich V. und die abtrünnigen Länder der böhmischen Krone, nach der Niederlage Friedrichs V. erfolgloses Eintreten für dessen Kurrechte. 1631 Scheitern des Versuchs, Kursachsen als Führungsmacht der protestantischen Reichsstände als dritte Kraft gegenüber der kaiserlich-ligistischen Seite und der schwedischen Partei zu etablieren, nach Tillys Einmarsch in Sachsen Anschluss an Schweden, nach der Schlacht bei Nördlingen und dem Prager Frieden 1635 Übertritt auf die kaiserliche Seite, 1645 Waffenstillstand mit Schweden und Frieden von Eilenburg. THOß, Sachsen; GOTTHARD, Johann Georg I.; BURKHARDT, Der Dreißigjährige Krieg und die sächsische Politik.12r, 22v, 25v, 29r, 29r, 39r, 39r, 39v, 48r, 62r, 87v, 88r, 92r, 94v, 95r, 95r, 95v, 96r, 96v, 96v, 96v, 97r, 97r, 97r, 97v, 97v, 97v, 97v, 98v, 98v, 98v, 99v, 99v, 99v, 100r, 100v, 101r, 101r, 101r, 102r, 102v, 103v, 105r, 105r, 105v, 105v, 106v, 107r, 107v, 108r, 110r
Johann Georg I. von Sachsen; Kurfürst



(Armee)
(zur Person siehe oben)8r, 93r, 93r, 93r, 95v
Johann Georg II. von Mansfeld-Eisleben; Graf, Obristleutnant

[15.5.1593 - 10.2.1647] In erster Ehe verheiratet mit Barbara Maria zu Stolberg in Schwarza (1.12.1596 − 23.3.1636), kaiserlicher Obristleutnant (seit 1627, im kaiserlichen Regiment Johann von Mörder).46v
Jost, N; Doktor

[ - ] Dr.; der von KRAFFT, fol. 23r, erwähnte Dr. Jost, der im Haus "Zum Roten Hirsch" in der Mühlgasse im Stadtviertel Johannis wohnte.46r, 57r, 82v
Juch, Johannes; Universitätspedell

[ - ] Universitätspedell in Erfurt.65r, 110r
Junemann, Jacobus; Notar

[ - ] Notar von St. Martini in Erfurt, 1622 erlangte er die Vikarie St. Matthiae, Michaelis, Mauritii, Sebastiani ac Scholasticae an der Matthias-Pfarrkirche. FELDKAMM, Benefizial- oder Vikarienbuch S. 106.15r, 15r, 15v, 15v, 17r, 19v, 19v, 19v, 19v, 20r, 20r, 20v, 20v, 20v, 21r, 21r, 21r, 21v, 21v, 21v, 24r, 24r, 24r, 24v, 25r, 25r, 25v, 26r, 26v, 27r, 32r, 36r, 36r, 39r, 39r, 40r, 40v, 40v, 40v, 43r, 46r, 46v, 48v, 48v, 49v, 49v, 49v, 49v, 50r, 50r, 50v, 50v, 51v, 52v, 54r, 66r, 66v, 66v, 66v, 67r, 68r, 68r, 96v, 107r, 107r, 107r, 107r, 107v
Jünger, Wolfgang; Ratsherr

[30.3.1574 - 17. oder 21.3.1647] Wohnhaft "Zum Turnier"(Turniergasse 17), 1605 Unterkämmerer, 1611 Brückenherr, 1615 Kämmerer, 1618, 1619, 1621, 1623, 1624, 1627, 1629, 1632, 1634, 1637, 1639, 1642, 1644 und 1647 Vierherr Seniorum sowie 1617, 1620, 1622, 1625, 1628, 1633, 1638, und 1643 Vierherr Consulum. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 415, BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 280.102r
K., Matthäus; Kaufmannsgeselle

[ - ] Katholischer Kaufmannsgeselle aus Augsburg.70r
Kagge, Lars; Generalmajor

Namensform: Kagg

[1.5.1595 - 29.11.1661] Schwedischer Generalmajor. Ab 1611 Kammerpage Gustav II. Adolfs von Schweden, begleitete Kagge diesen auf seiner Reise 1620 durch Deutschland. Am 6.7.1630 Landung auf Usedom mit einem Fußregiment. Januar 1632 unter Johan Banér Teilnahme an Kämpfen bei Magdeburg, im Februar Aktivität als lüneburgischer Generalmajor mit 6000 Mann in Niedersachsen, um mit Georg von Braunschweig-Lüneburg, Wilhelm V. von Hessen-Kassel und FeldmarschallTott das Land gegen die kaiserlich-ligistischen Truppen unter Gronsfeld zu verteidigen. Die Schlacht von Hessisch-Oldendorf am 8.7.1633 konnte er zusammen mit Melander (Holzappel) entscheiden. 1635 wurde er schwedischer Generalmajor, 1636 Kriegs- und 1646 Reichsrat, 1648 Feldmarschall. Unter Karl X. Gustav von Schweden Teilnahme am Polnischen Feldzug und 1659 am Angriff auf Dänemark. HOFBERG Bd 1, S. 563; vgl. die Erwähnungen bei SODEN; Gustav Adolph I-III.86r, 89r
Kalkum, Wilhelm von; Generalmajor



Spitzname: Lohausen
[1584 - 30.1.1640] Zunächst schwedischer, später mecklenburgischer Generalmajor. Geboren 1584 in Lohausen bei Düsseldorf, ritterliche Ausbildung in Frankreich mit den Söhnen des Pfalzgrafen von Pfalz-Zweibrücken. Erste Kriegserfahrungen in Böhmen, dann im brandenburgischen Regiment des Obristen Kracht. Bei der Belagerung von Jülich (1610) verlor er ein Bein, trat jedoch 1614 als Kapitän der Garde in brandenburgische Dienste, später als Diplomat für Brandenburg bis 1619 tätig. Danach Statthalter, Obrist und Geheimer Rat des Grafen Anton Günther von Oldenburg-Delmenhorst,1625 Ernennung zum Obristen des Leibregiments Christians IV. von Dänemark, am 27.8.1626 in der Schlacht bei Lutter Gefangennahme durch Tilly und 1 ½ Jahre Gefangenschaft in Bockenem. 1628 im Dienste Bremens, am 29.6.1630 Ernennung zum Obristen unter Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg-Schwerin, in schwedischen Diensten Kommandant von Wismar. Seit März 1632 zusammen mit Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg Tätigkeit unter dem Befehl Baudissins, Ende 1632 Ernennung zum Kommandanten von Magdeburg unter dem Befehl Ludwigs von Anhalt, 1633 Dienst als Koadjutant der fränkischen Armee unter Bernhard von Sachsen-Weimar. Nach zahlreichen Aktionen verließ Lohausen nach dem Prager Frieden 1635 den schwedischen Dienst und wurde bei Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg-Schwerin Geheimer Kriegsrat, Generalmajor und Kommandant von Rostock. SCHAUMBURG, Wilhelm von Calckum; THOLUCK, Lebenszeugen, S. 157ff.93r
Karthausen, Johann Georg von; Obristleutnant

[ - 1640] LigistischerObristleutnant und Kommandant von Göttingen 1632. In der Schlacht bei Lützen geriet er in Gefangenschaft, wurde nach Erfurt gebracht und konnte am 2.12.1632 nach Höxter zurückkehren. Im Oktober 1635 erreichte er die Übergabe der Höhenfestung Hohenzollern an die Kaiserlich-Ligistischen.24v
Keiser, Johann; Stiftsangehöriger

[ - ] Stiftsangehöriger (?) von St. Severi in Erfurt.66v
Kemnitz, Niklas; Obristleutnant

Namensform: Chemnitz

Namensform: Nikolaus

[ - ] aus Schlesien stammender Obristleutnant in schwedischen Diensten, führte in der Schlacht bei Breitenfeld eine Esquadron Deutscher (200 Mann) im Regiment Johann Georg aus dem Winckel.11r
Ketz, Lorenz; Meister

[ - ] Meister in Erfurt.66v
Ketz, Valentin

[ - ] Bürger in Erfurt.61r, 61r, 61v
Kircher, Sebastian Andreas; Ratsmeister

[12.8.1573 - 21.9.1639] 1586 immatrikuliert an der Universität Erfurt, seit 1615 tätig als Waid- und Saflorkäufer und wohnhaft im Stadtviertel Laurentii „Zum schwarzen Bären“ (Pilse 12), 1620, 1624, 1629, 1634 und 1639 war er Ratsmeister Consulum, 1621 − 1623, 1625 − 1628, 1633 und 1635 − 1638 Ratsmeister Seniorum, Erbsasse auf Tunzenhausen, besaß das von Hiob von Stotternheim – dessen Witwe Martha von der Sachsen er am 25. 1.1619 geheiratet hatte - erbaute Palais in der Schlössergasse, wohnhaft zuletzt „zum großen und neuen Schiff“. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 435, BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 294.58v
Kniphoff, Henning; Stadtsyndikus, Ratsherr

[12.1.1596 - 7.11.1663] Entstammte einer Hildesheimer Ratsherrenfamilie, immatrikuliert in Helmstedt 1611, danach in Erfurt (Kollegiat im Sachsenkolleg) 1613, in Jena 1616, Waid- und Saflorhändler in Erfurt, wohnhaft "Zum Rehbock" 25 (Anger 25), praktizierender Musikus, 1622 und 1625 Stadtvogt, Vormundschaftsaktuar 1623, Assessor des Evangelischen Ministeriums und Kirchvater der Barfüßergemeinde 1626, Stadtsyndikus 1627 − 1630, in dieser Funktion hatte er häufig Verhandlungen mit durchziehenden Truppen, Dienstreisen zu hohen Personen und andere schwierige Aufträge für die Stadt zu erledigen, Ratsmeister 1630, zusammen mit Rudolph Brand 1632 bei Gustav II. Adolf in Süddeutschland, um über die Kosten der schwedischen Garnison in Erfurt zu verhandeln, 1636, 1639, 1641, 1644, 1646 und 1647 Vierherr Seniorum, 1631, 1634, 1650 und 1654 Ratsmeister Seniorum, 1634, 1640 und 1645 Vierherr Consulum sowie 1630 und 1648 Ratsmeister Consulum. Er vertrat Erfurt bei den Westfälischen Friedensverhandlungen, ohne jedoch die Anerkennung Erfurts als freie Reichsstadt zu erreichen. Am 7.11.1663 wurde er von Anhängern der Unabhängigkeit Erfurts erschossen. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 450; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 304; FRANCKENSTEIN, Einleitung, S. 55ff.; ZACKE, Todten-Buch, S. 84ff.58r, 58v, 67v, 67v
Koch, Heinrich; Soldat

Namensform: Kochen

[ - ] Schwedischer (?) Soldat in Erfurt.51r
Koch, Martin; Soldat

[ - ] Schwedischer (?) Soldat in Erfurt.51r
Köhler, Georg; Stiftskirchner

Namensform: Köler

[ - ] Stiftskirchner (Unterkirchendiener im Dom) in Erfurt; BAEF, Nachlass Klapper.41r, 41v, 41v, 42r, 44r, 45r, 46r, 49r, 66v
Konstantin, Johann; Stiftsangehöriger

[ - ] Wahrscheinlich Angehöriger des Stifts St. Marien in Erfurt.61r, 61r, 61r, 61v
Kranichfeld, Balthasar; Kaufmann, Ratsherr

[7.11.1575 - 30.1.1648] Ratsverwandter und Kaufmann, immatrikuliert an der Universität Erfurt 1587, in Jena 1593, wohnhaft "Zum Weißen Löwen"(Anger 10) Futterherr 1622, 1627, Brückenherr 1632, Ungelder 1637, 1642, 1647; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 316; BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 462.21r
La Grange aux Ormes, Jacques-Loys de; Resident

[ - ] La Grange aux Ormes sollte im Sommer 1632 einen Waffenstillstand zwischen Maximilian I. von Bayern und Schweden vermitteln, was Maximilian I. aber im Feldlager vor Nürnberg mit Ehre, Reputation und gutem Gewissen unvereinbar schien. Nach HUSCHKE, Herzog Wilhelm von Weimar S. 94, traf La Grange erst am 11.2. in Erfurt ein, um Wilhelm IV. die französische Generalleutnantschaft anzubieten, was Wilhelm IV. jedoch ablehnte. Allerdings forderten Wilhelm IV. und Bernhard von Sachsen-Weimar bei Erskein einen Tag später eine schriftliche Zusage, ihnen die kurmainzischen Besitzungen in ganz Thüringen zu überlassen. Im Sommer 1633 bemühte sich der Protestant La Grange, um sich bei dem KapuzinerPère Joseph (François Joseph Le Clerc du Tremblay), dem einflussreichen Berater Richelieus, einzuschmeicheln, die Vertreibung der Kapuziner aus der Reichsstadt Frankfurt/M. rückgängig machen zu lassen, was aber am Widerstand der Stadt und wohl auch Oxenstiernas scheiterte. La Grange blieb als Resident in Frankfurt/M., um auf Wunsch Richelieus die Einhaltung des Toleranzgebots gegenüber den Katholiken zu überwachen.55r, 55r, 55r, 55r, 55r, 55r, 55r, 55v, 55v, 55v, 55v, 55v, 55v, 55v, 55v, 55v, 55v, 55v, 56r, 56r, 56r, 56r, 56r, 58r, 58r, 58r, 58r, 58v
Lagus, Tobias; Rektor

[ - 27.11.1663] Dr. jur. utr., aus Gräfenthal, Lagus wurde im Wintersemester 1620 an der Universität Erfurt immatrikuliert, 1621 promovierte er zum Dr. jur. utr. und heiratete die Tochter Henning Rennemanns. Lagus war zwar von 1633 bis 1635 Mitglied der Juristischen Fakultät, besaß aber keine ordentliche Professur. Am 12.9.1639 wurde er Rektor der Universität und Dekan der Philosophischen Fakultät. Er verließ Erfurt 1648. KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis III S. 201, KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis IV S. 4, 11.52r
Lange, Sebastian; Prior

[ - ] Am 26.2.1611 erhielt er die 4 niederen Weihen und die Subdiakonweike, im März 1611 die Diakonweihe, Pater und Prior (als Vertreter des geflüchteten AbtsJohann Henning, möglicherweise 1633 aus der Stadt vertrieben) von St. Petri in Erfurt. BAEF, Nachlass Klapper.55r, 55r, 55r, 55r, 55v, 56r, 56r, 56v, 56v, 57r, 57r, 57r, 57v, 58r, 58r, 58r, 58r, 58v, 62v, 62v, 62v, 64v
Lasphe, Georg; Vikar

Namensform: Lebsche

[ - 15.12.1651] Dr. theol., bereits 1600/1604 als Vikar von St. Severi in Erfurt erwähnt, starb 1651 als "Senior Vicarius" von St. Severi; FELDKAMM, Benefizial- oder Vikarienbuch S. 200; BECKER, Kunstdenkmale der Provinz Sachsen S. 492.51v, 88v, 88v
Laufer, N; Stiftsangehöriger

[ - ] Stiftsangehöriger von St. Severi in Erfurt.107v
Leder, Justus; Doktor

Namensform: Weder ?

[ - ] Dr., Bürger in Erfurt.42r
Leiser, Johann; Kantor

[ - vor 27.4.1654] Leiser stammte aus Arnstein (Unterfranken) und war Kantor von St. Severi in Erfurt. Leiser hatte seit 1631 mehreren Vikarien inne. Zwischen 1631 und 1640 war er Kanoniker in St. Severi. Für kurze Zeit, 1638, war er Pfarrer und Frühmesser von St. Laurentii in Erfurt. FELDKAMM, Benefizial- oder Vikarienbuch S. 68, 71, 83, 84, 106, 139, 188. OPFERMANN, Amt Erfurt-Meiningen S. 141; BAEF, Nachlass Klapper.20v, 20v, 21v, 26v, 28v, 28v, 29v, 41r, 46r, 54v, 78r, 81v, 90r, 103v, 104r
Leonhart, Hans; Soldat

[ - ] Schwedischer (?) Soldat in Erfurt.51r
Letz, Valentin

Namensform: Ketz ?

[ - ] Bürger in Erfurt. Wahrscheinlich verschrieben für Ketz, Valentin.53v
Leubnig, Johann; Altarmann

[ - 1631] Altarmann an der Allerheiligen-Kirche (Omnium Sanctorum) in Erfurt.13v
Lindanus, Hermann; Rektor

Namensform: Linden, zu der

[15.2.1565 - 24.6.1644] Besuch der Schule in Rheinberg, ab 1581 der Schule in Xanten, dann Soldat und Kriegssekretär, mit Unterstützung des Rats von Rheinberg 1586 Beginn des Studiums an der "Porta Cœli", Baccalaureus (1589), Magister (1595), stammte aus katholischem Elternhaus, galt aber als dem Protestantismus zugeneigt, von 1596 − 1644 Dekan des Collegium Amplonianum ("Porta Cœli"), Professor der Rhetorik und Ethik, 1619 und 1638 Rektor der Universität. KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis III S. 104, 122, 285 f.; BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 508.21r, 51v, 52r, 52r, 70r
Lindener, Hans; Fischhändler



Spitzname: Schmeckenbert
[ - 1634 ?] 1620 wird Lindener als Fischhändler und Biereige in dem Steuerverzeichnis registriert; 1634 bezahlt seine Witwe Barbara die Steuern. SAEF, Verrechtsbuch 21, Matthäi Nr. 84, SAEF, Verrechtsbuch 25, Augustini Nr. 22.41v
Lömpel, Heinrich; Verwalter

[ - ] Verwalter von St. Martini in Erfurt.45v
Lotz, Martinus; Pfarrer

[ - 6.12.1665] Lotz stammte aus Heiligenstadt, Magister, 1619 wird er erstmals als Vikar in St. Marien erwähnt, Pfarrer von St. Laurentii in Erfurt von 1626 – 1636, Pfarrer der Marienkirche 1632 (KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis IV S. 8), Pfarrer von St. Martini von 1638 – 1660,Mitglied der Theologischen Fakultät der Universität Erfurt. OPFERMANN, Amt Erfurt-Meiningen S. 141, 151; FELDKAMM, Benefizial- oder Vikarienbuch S. 95 und Nachlass KLAPPER, Klerikerkartei (dort Sterbedatum).88r, 88r, 88v, 88v
Löwenstein-Scharffeneck, Georg Ludwig von; Graf

[25.1.1587 - 3.1.1633] Schwedischer Obrist und Kommandant in Erfurt. Zuerst in generalstaatischen Diensten, 1617 Eintritt in die Dienste Venedigs, 1622 Tätigkeit unter Peter Ernst II. von Mansfeld, in der Schlacht bei Stadtlohn (6.8.1623) in ligistische Gefangenschaft geraten, ab 9.5.1631 schwedischer Obrist und Kommandant in Erfurt. Teilnahme an der Schlacht bei Lützen am 16.11.1632 unter erheblichen Verlusten in seinem Regiment. Löwensteins Kavallerieregiment wurde 1633 in der Schlacht bei Pretzfeld vernichtet. Nachdem von Löwenstein-Scharfeneck an den Folgen einer Verletzung, die er sich beim Angriff auf Heiligenstadt zugezogen hatte, gestorben war, wurde er zunächst in Erfurt beigesetzt. Seine Witwe Elisabeth Juliane von Erbach heiratete in zweiter Ehe am 25.7.1636 Johan Banér.11r, 29r, 33r, 39v, 40r, 40r, 40r, 40v, 43r, 43r
Löwenstein-Scharffeneck, Georg Ludwig von; Graf



(Regiment)
(zur Person siehe oben)32r, 39r
Ludolf, Hiob I.; Ratsherr

[24.8.1583 - 8.4.1651] Ratsverwandter in Erfurt von 1624 − 1651; 1613 Oberfutterherr, 1618 Brückenherr, 1624, 1627, 1629, 1632, 1634 und 1635 Ratsherr Seniorum, 1628 und 1633 Ratsherr Consulum sowie 1636, 1641, 1646 Vierherr Consulum, wohnhaft "Zur Hohen Lilien"(Domplatz 31), in den schwierigsten Zeiten des Dreißigjährigen Krieges häufige auswärtige Verhandlungen und Reisen im Dienste der Stadt. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 524; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 363. Sein Sohn, der gleichnamige Hiob Ludolf II., erlangte große Anerkennung in den gelehrten Kreisen seiner Zeit.57r, 60r, 67r, 68r, 68r, 89v
Ludwig XIII. von Frankreich; König

[27.9.1601 - 14.5.1643] Regierte 1617 − 1643. 1610 trat er nominell, 1617 tatsächlich die Thronfolge an. 1624 berief er Richelieu zum Ersten Minister und billigte dessen expansive Außenpolitik sowie den Einsatz französischer Truppen auf Reichsboden, auch wenn Frankreich Spanien erst 1635 offiziell den Krieg erklärte.55r, 58r, 62r, 94v
Mangold, Hans jun.; Ratsherr

[ - ] Ratsabgeordneter und Zweiermann in Erfurt; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 371.41r, 41v, 41v
Maria Eleonore von Brandenburg; Markgräfin



Ehename: Schweden; Königin
[11.11.1599 - 28.3.1655] Tochter des Kurfürsten Johann Sigismund von Brandenburg (1572 − 1619) und der Anna von Preußen, 25.11.1620 Gemahlin Gustav II. Adolfs von Schweden, ihre Tochter Christina I. wurde am 8.12.1626 geboren.20r, 20r, 20r
Marschalk, Ludwig Ernst; Oberaufseher

Namensform: Marschall

[ - ] Herr auf Herrengosserstädt, Erbmarschall in Thüringen, kursächsischer Rat und Oberaufseher von Henneberg. Im September 1631 war er mit seiner Familie in die Reichsstadt Nürnberg geflüchtet. Die Grafschaft Henneberg gehörte 1631 zu den von den Truppendurchzügen und Einquartierungen am schlimmsten betroffenen Territorien. An das Aufbringen der Kontribution nach Erfurt war kaum zu denken, das Rentamt in Schleusingen verfügte über keine Mittel. Die Landstände wurden bewogen, innerhalb der nächsten zwei Monate 2.500 Rt. aufbringen zu wollen. Ein weiterer schwerer Schlag wurde nach Marschalks Bericht der Grafschaft im Okober 1634 durch den Einbruch der Truppen Isolanis versetzt. Zwar hatte sich herausgestellt, dass Marschalk und Isolani seit einer gemeinsamen Italienreise miteinander bekannt waren, doch konnte der schwer gichtkranke Marschalk Schhleusingen nicht vor den Bedrückungen durch die Kroaten des Kroaten-Obristen Fórgach de Gymes bewahren; REINHARD, Sammlung, S. 344ff.; KNESCHKE, Adels-Lexicon Bd. 5, S. 141.95v, 96r, 96v, 97r, 97r, 97v, 97v, 97v, 97v, 97v, 98v, 99v, 100r, 100v, 101r, 101r, 102r, 102r, 102r, 102r, 102r, 102r, 102r, 102r, 102r, 102v, 103r, 103r, 103v, 103v, 103v, 103v, 103v, 103v, 103v, 104r, 104r, 104r, 104r, 105v, 105v, 105v, 105v, 106r, 106r, 106r, 106r, 106v, 106v, 106v, 106v, 107r, 107v, 107v, 107v, 107v, 108r, 108r, 108r, 108r, 108v
Marschalk, N

Namensform: Marschall

[ - ] Sohn des kursächsischen Oberaufsehers von Henneberg und kursächsischen Kommissars, Ludwig Ernst Marschalk.108v
Marx, Caspar Heinrich (junior); Kanoniker

[11.2.1600 - 18./19.12.1635] Kanoniker und Offizial (Geistliches Gericht Erfurt, älterer Bestand, VI b 1, Bl. 30r) des Propstes von St. Marien in Erfurt, Verfasser des "Diariums".15r, 15v, 15v, 17r, 19v, 19v, 19v, 20r, 20r, 20v, 20v, 20v, 21r, 21r, 21r, 21v, 21v, 21v, 21v, 24r, 25r, 26v, 28v, 29v, 30v, 38r, 40v, 42v, 46r, 52r, 61v, 62v, 63r, 71r, 71v, 71v, 73v, 75v, 76v, 78r, 81v, 81v, 98r, 103v, 104r, 105r, 105v, 107v
Mathie(...), Johann Maria; Stiftsangehöriger

[ - ] Stiftsangehöriger (?) von St. Marien in Erfurt.66v
Mehling, Johann; Kriegskommissar

Namensform: Melling

[ - ] Schwedischer Kriegskommissar.30r, 42v, 48v, 48v, 48v, 49r, 49r, 49r, 49r, 49r, 68r, 74r, 106r
Meister, Martin; Stiftsbeauftragter

[ - ] Beauftragter von St. Severi in Erfurt. Martin Meister wird 1638 und 1642 als Biereige aufgeführt. SAEF, Verrechtsbuch 33, Severi Nr. 110; SAEF, Verrechtsbuch 38, Severi Nr. 16.42v, 107r
Mérode-Waroux, Johann II. von; Graf, Generalfeldzeugmeister

[1584 oder um 1589 - 10.7.1633] Wallonischer Adliger, Teilnahme an der Schlacht am Weißen Berg, 1622 Reichsgraf, 1625 unter Wallenstein Teilnahme an den Feldzügen nach Holstein, Mérodes Regiment genoss selbst im ligistischen Lager einen ausgesprochen schlechten Ruf. Es bestand angeblich aus lauter Wallonen; nach Ansicht des Grafen Albig von Sulz sei bei ihnen „gantz kein Rgt. zu halten“. 1626 waren allein 9000 im Stift Lüttich geworbene Söldner unter seinem Befehl nach Süddeutschland gezogen. 1629 Sicherung des Alpenübergangs für den Mantuanischen Erfolgekrieg, Obrist, 1631 Generalwachtmeister und 1632 Generalfeldzeugmeister. 1632 deckte er Wallensteins Abzug nach der Schlacht von Lützen. Er selbst galt als gewiefter Erpresser. 1632 soll er in Osterode 10.000 Rt. erpresst haben; GÜNTHER, Harz, S. 379. In der Hauptkriegskostenrechnung (Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Dreißigjähriger Krieg Akten 77, fol. 149) erschienen als Kontributionsbeitrag Osterodes für 1632 ganze 4.500 fl.; somit verblieb ein enormer Gewinn für ihn. Zur Plünderung und Verwüstung Blankenburgs durch Mérode vgl. GÜNTHER, Harz, S. 759f.HALLWICH, Gestalten aus Wallenstein's Lager I; RICHARDSON, Geschichte; BEYER, Merode. In der Schlacht bei Hessisch Oldendorf am 8.7.1633, deren Verlust hauptsächlich ihm zuzurechnen ist, wurde er tödlich verwundet und starb zwei Tage später.47r, 47r
Metzfall, Wilhelm Kaspar von; Obrist

Namensform: Mitzschefall

Namensform: Mispalt

[ - 18.10.1632] Schwedischer Obrist. Metzfalls Familie stammte aus der Grafschaft Hohnstein; einen Großteil ihres Besitzes hatte sie im Amt Klettenberg. Teilnahme an der Schlacht bei der Alten Veste bei Zirndorf, der Rest seines Regiments wurde nach Rain am Lech verlegt. Am 10.10.1632 übergab er die Stadt an die Kaiserlichen. Da der schwedische König die Übergabe als nicht notwendig erachtete, wurde von Metzfall am 18.10.1632 in Neuburg a. d. Donau hingerichtet.11r
Meyfart, Johann Matthäus; Theologe

[9.11.1590 - begraben 30.1.1642] Dr. theol., lutherischer Theologe, Schulmann und Gelehrter, zunächst Professor und Direktor des Coburger Akademischen Gymnasiums (1623 − 1633), von 1633 bis zu seinem Tod 1642 Professor an der Universität Erfurt und Pfarrer an der Predigerkirche. Seine weitreichenden und im Austausch mit zeitgenössischen Reformern entwickelten pädagogischen Grundsätze und Reformgedanken blieben in seiner Zeit verhältnismäßig wirkungslos, sie wurden aber später teilweise von August Hermann Francke in den Halleschen Stiftungen verwirklicht. Meyfart war Verfasser einer Vielzahl von geistlichen und pädagogischen Schriften, am bemerkenswertesten vielleicht seine Schrift "Christliche Erinnerung. An Gewaltige Regenten, vnd Gewissenhafte Praedicanten, wie das Abschewliche Laster der Hexerei, mit Ernst außzurotten, aber in Verfolgung desselbigen auff Cantzeln vnd in Gerichtsheusern sehr bescheidentlich zu handeln sey" (1631/32 verfasst), in der er als erster deutscher Autor unter Nennung seines Namens das Inquisitionsverfahren und die Folter in Hexenprozessen bekämpfte. Nach seiner Berufung als Professor Primarius der neuen lutherisch-theologischen Fakultät an die 1632 auf schwedisches Betreiben als Reformuniversität neugegründete Universität Erfurt wirkte er ab 1633 bis zu seinem Tod 1642 als Theologe, Universitätsprofessor und Pfarrer in Erfurt und spielte als Dekan der Theologischen Fakultät und zeitweiliger Rektor der Reformuniversität eine herausragende Rolle. Die Arbeit am Bibelwerk Ernsts des Frommen soll er 1636 wegen Depressionen wieder eingestellt haben. JACOBSEN; RUGE, Ernst der Fromme, S. 54. Nach dem Begräbnisbuch der Predigerkirche Erfurt 1642, S. 308, Nr. 9, wurde er am 30.1.1642 begraben. BAUER, Personalschriften, Nr. 555, 556. HALLIER; TRUNZ, Meyfart; MEDICK, Zwischen Religionskrieg und Fakultätskonflikt. 69v, 70r, 91v, 105r
Milwitz, Heinrich von; Ratsherr

[Juli 1588 - beigesetzt 30.5.1638] Wohnhaft "Zu den Schweinsköpfen"(gegenüber der Wigbertikirche), Futterherr in Erfurt 1601, Stadtvogt 1606, Brückenherr 1609, 1619, Stadtvogt 1624, 1628 Ratsmeister, 1630 und 1635 Oberster Ratsmeister. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 558; BAUER, Rechtsherren Nr. 388.97r, 97v
Milwitz, Johann von; Ratsherr

Namensform: Hans

[1592 - 1655] Wohnhaft "Zum Würzgarten und Aron"(Futterstr. 12) und "Zum Steinsee" (Anger 55), Unterbauherr 1650 − 1654. BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 186. Möglicherweise der Johann Milwitz, der am 7.10.1641 den Jesuiten statt der Rückzahlung einer Schuld gewisse Zinsen überträgt: BAEF, St. Wigbert 83; vgl. zum Stammbaum u. a. SCHOLLE, Patriziergeschlecht.66v, 66v
Mittag, Stephan; Nagelschmied, Ratsherr

[ - ] Nagelschmied in Erfurt, im Rat 1623, 1628, 1633, Zweiermann 1636, 1641, Erfurter Verwalter des Jesuitenkollegs. BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 391.45v
Möller, Philipp

[ - ] Erfurter Bürger.11r
Monro, Robert; Obrist

[ca. 1590 - 1680] Zunächst dänischer, später schwedischer Obristleutnant und Obrist des Schotten-Regiments Mackay. Monro betätigte sich auch als Chronist. Vgl. MURDOCH (Hg.), SSNE ID: 94; BENGTSSON, Robert Monro, Part 1, 2; BROCKINGTON, Robert Monro..11r
Müller, Balthasar; Ratsherr

[ - beigesetzt 26.9.1631] Ungelder in Erfurt 1625, Stadtvogt 1628. BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 403.8v
Müller, Eobanus Thomas; Ratsherr

[ - ] Unterbauherr in Erfurt 1631, Brückenherr 1636, 1641, 1646, Ungelder 1656, BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 408.66v, 66v
Müller, Florian; Notar

Namensform: Möller

[ - ] Aktuarius (Notar) des Rats in Erfurt. 1620 erwähnt in den Urkunden II 558 des Domarchivs. BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 409.59r, 59v, 59v, 60r, 60r, 60r, 60r, 60v, 61r, 61v, 62r, 62r, 62v, 63r, 69r, 69v, 89r, 89r, 94r, 106v, 106v, 107r, 107r, 107r, 107v, 108r
Müller, Heinrich; Kantor

[ - ] Kantor von St. Marien in Erfurt. Müller hatte noch 1654 das Amt als Kantor inne. BAEF, St. Marien I 1602 und BAEF, St. Marien III 461.20v, 21v, 28v, 29v, 30v, 46r, 46r, 49v, 71r, 73v, 75v, 76v, 78r, 81v, 81v, 98r, 103v, 104r, 105r, 107v
Müller, Johann; Kommissar

[ - ] Schwedisch-weimarischer Kommissar. Möglicherweise handelt es sich um Johannes Müller [1598 − 1647], Professor der Rechte und Oberstadtvogt; DOMINIKUS, Erfurt, S. 444.28r, 29v, 29v, 29v, 30r, 31r, 42v
Müller, Siegfried; Ratsherr

Namensform: Möller

[ - 1669] Futterherr in Erfurt 1629, 1634, 1639, 1644, Brückenherr 1649 − 1654, Ungelder 1659; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 418.66v, 66v
N, Anna (?); Bürgerin



Ehename: Griebe
[ - ] Erfurter Bürgerin, verheiratet mit Dr. jur. utr. Nikolaus Griebe [BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 202] ?45r
N, Georgius; Jesuiten-Pater

[ - ] Jesuiten-Pater in Erfurt. Es ist unklar, ob Georgius zu dem Erfurter oder dem Heiligenstädter Kolleg gehörte.33v
N, Judith; Bürgerin



Ehename: Marx
[ - vor 1635] Ehefrau des Caspar Heinrich Marx (senior) und Mutter des Caspar Heinrich Marx. Sie verwaltete zeitweilig das Privileg ihrer Familie bei der Besetzung von Vikarien in Erfurt; vgl. den Namensindex in FELDKAMM, Benefizial- oder Vikarienbuch.9v
N, N; Bote

[ - ] Bote Pappenheims.33v
N, N; Diener

[ - ] Diener des kursächsischen KommissarsLudwig Ernst Marschalk.102r, 102r
N, N; Diener

[ - ] Diener des sachsen-weimarischen ZahlmeistersEvander.15v
N, N; Diener

[ - ] Diener des kursächsischen KommissarsBerlepsch.46v, 46v, 47r, 47r
N, N; Fähnrich

[ - ] Fähnrich unter KapitänGlocking.51r
N, N; Geistlicher

[ - ] Geistlicher in Erfurt.60r
N, N; Hausfrau



Ehename: Heigendorf
[ - ] Frau des Conrad Heigendorf, stammte aus Melchendorf.67v
N, N; Leutnant

[ - ] Leutnant des ProviantmeistersBanérs.92r
N, N; Prediger

[ - ] Lutherischer Prediger in Hochheim.63v
N, N; Propst

[ - ] Propst des Weiße Frauenklosters (Albani Dominarum).28v
N, N; Propst

[ - ] Propst des Neuwerksklosters.21v, 28v, 29v, 42v, 43r
N, N; Propst

[ - ] Propst von St. Martini extra muros.21v, 28v, 42v
N, N; Proviantmeister

[ - ] BanérsProviantmeister.92r
N, N; Reitmeister

[ - ] BanérsReitmeister.91r
N, N; Sacellan

[ - ] Sacellan bei Feuquières.62r
N, N; Schösser

[ - ] Schösser zu Gebesee.96r
N, N; Schreiber

[ - ] Schreiber der Kartäuser in Erfurt.21v
N, N; Schreiber

[ - ] Schreiber des Weiße Frauenklosters (Albani Dominarum).21v
N, N; Schreiber

[ - ] Schreiber des kursächsischen KommissarsLudwig Ernst Marschalk.104r
N, N; Sekretär

[ - ] Sekretär bei Feuquières.62r, 62v, 62v, 62v, 62v
N, N; Soldat

[ - 26.9./6.10.1631] Schwedischer Reiter, in Erfurt hingerichtet.11r
N., Bertholdus; Mönch

[ - ] Prämonstratenser-Mönch aus Ilfeld.70r
Nagel, Martin; Kommissar, Kanonikus

[ - ] Geboren in Heiligenstadt, Magister, 1616 − 1636 kurmainzischer Kommissar für das Eichsfeld in Heiligenstadt, Kanonikus von Heiligenstadt; OPFERMANN, Gestalten des Eichsfeldes S. 253; WOLF, Heiligenstadt, S. 201.30v, 30v
Neubauer, Johann; Notar, Ratsherr

[ - ] Notar bei St. Andreas in Erfurt, dem Rat angehörig seit 1612, Zweiermann 1617, 1622, Ungelder 1627, Vierherr 1632, 1637, 1642, 1647, 1652 (?); BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 441. In diesen Jahren wurde er besteuert als Biereige. SAEF, Verrechtsbuch 32, Georgii Nr. 69; SAEF, Verrechtsbuch 37, Georgii Nr. 71, 71a; SAEF, Verrechtsbuch 40, Georgii Nr. 101.26v, 45v
Nicol, N; Glöckner

[ - ] Glöckner von St. Severi in Erfurt.41v, 45r, 45r, 45r
Nohr, Joachim, genannt Bartholomäus; Propst, Abt

[ - 1671] Geboren im Hildesheimer Gebiet, Profess, Propst, später Abt des Zisterzienser-Klosters Reifenstein. Geboren im Stift Hildesheim, gestorben 1671 zu Reifenstein, Propst zu Anrode (1628 – 1639), Abt zu Reifenstein (1639 -1671). OPFERMANN, Gestalten des Eichsfeldes S. 255; OPFERMANN, Klöster des Eichsfeldes S. 68, 121.30v, 30v, 30v
Nürnberger, Ernst Gottfried; Dr. jur. utr.

[22.1.1603 - 1640] Dr. jur. utr., Sohn des Obersten Ratsmeisters und SyndikusDr. Laurentius Nürnbergers. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 609; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 451.96r, 96v, 102r, 102r, 109r
Nürnberger, Laurentius; Dr. jur. utr., Rektor

[1563 - 17.12.1634] Dr. jur. utr., Besuch der Universitäten Strassburg, Tübingen und Basel, Reisen in Italien und Österreich, 1596 Pappenheim’scher Rat und Amtmann in Gräfenthal, 1601 gräflich gleichischer Kanzler in Ohrdruf, ca. 1612 − 1634 Stadtsyndikus in Erfurt, 1622 Rektor der Universität, Oberratsmeister 1628, 1633, wohnhaft "Zur großen Speerstange" (Anger 12); BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 452; BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 616.39r
Ortelius, Stephan; Dekan

[ - ] Magister, 1633 Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Erfurt.44v
Oxenstierna von Kronborg, Ture Gabrielsson; Graf, Obrist

[1614 - 1669] Schwedischer Obrist der Kavallerie und Reichsrat, im Mai 1634 noch in Saalfeld einquartiert, Teilnahme an der Schlacht bei Nördlingen (6.9.1634), Neffe Axel Oxenstiernas.83r
Oxenstierna von Södermore, Axel Gustafsson; Graf, Reichskanzler

[16.7.1583 - 7.9.1654] Schwedischer Reichskanzler. Oxenstierna gehörte einem der ältesten Adelsgeschlechter Schwedens an. Nach dem Studium des Staatsrechts und der Theologie in Rostock, Wittenberg und Jena im Spätsommer 1604 Eintritt in den Staatsdienst bei Karl IX. von Schweden, Ende 1605 Ernennung zum entlohnten Staatsbeamten, am 10.10.1606 Abreise als Sondergesandter nach Mecklenburg, am 18.3.1607 Rückkehr nach Stockholm, Juni 1609 Ernennung zum Reichsrat, am 6.1.1612 zum Reichskanzler Gustav Adolfs von Schweden, Ende Oktober 1626 zum Generalgouverneur Schwedens in Preußen. Oxenstierna trat für eine umfassende Mitverantwortung des Adels ein, die allerdings nur durch ein starkes Königtum gesichert war. Er wandelte den Reichsrat von einem nur vorübergehend eingeberufenen Gremium zur ständigen Regierung um, die unter seinem Einfluss die Politik Gustav Adolfs zumeist unterstützte. Auch der Reichstag, die Versammlung der Stände, wurde von Oxenstierna reformiert. Er sicherte den Einfluss des Königs und des Adels gegenüber der Bauernschaft, die durch immer neue Steuern diese neue Politik finanzieren musste. 1629 konnte er mit Polen den Frieden von Altmark abschliessen, der Schwedens Eingreifen in den Dreißigjährigen Krieg erst ermöglichte. Nach dem Sieg bei Breitenfeld wurde Oxenstierna Bevollmächtigter der schwedischen Krone am Rhein, am 22.1.1632 kam er in Frankfurt am Main am Hofe Gustav Adolfs an. Am 5.12.1632 übermittelte Oxenstierna die neue "Regierungsform" Schwedens an den Reichsrat, am 12.1.1633 wurde er bevollmächtigter Legat Schwedens im Heiligen Römischen Reich und Befehlshaber der dort stationierten Heere Schwedens, am 14.3.1633 Mitglied der Vormundschaftsregierung Königin Christinas, April 1633 Direktor des Heilbronner Bundes. Am 29.7.1634 bestätigte der schwedische Reichstag die neue "Regierungsform". Nach der Schlacht bei Nördlingen löste sich der Heilbronner Bund wieder auf, was im April 1635 zu dem Treffen Oxenstiernas mit Richelieu in Compiègne führte. 1636 wurde er Leiter der Vormundschaftsregierung für Christina. Nach dem Regierungsantritt Christinas schwand sein politischer Einfluss. Am 20.11.1645 wurde er in den Grafenstand erhoben, am 24. 9.1650 bejahte er die Erbmonarchie in Schweden. Oxenstierna, der im Laufe dieses Krieges zu einem der größten Gutsbesitzer Schwedens geworden war gilt als der intelligenteste Politiker seiner Epoche. Vgl. allgemein WETTERBERG, Kanslern. ENGLUND, Die Verwüstung Deutschlands S. 138, charakterisiert Oxenstierna prägnant als "humorlos, gelehrt, willensstark, arrogant, intelligent, ausgestattet mit einem phantastischen Gedächtnis, unerschöpflicher Energie und einem verblüffenden Organisationsvermögen". GOETZE, Politik; FINDEISEN, Oxenstierna; ZIRR, Oxenstierna.21r, 24v, 25r, 48r, 48v, 49v, 49v, 49v, 49v, 52v, 54r, 57v, 57v, 57v, 58r, 61v, 62r, 62v, 67v, 74v, 87r, 87r, 87r, 87r, 87v, 90r, 95v, 95v, 96r
Oxenstierna, Bengt Bengtsson; Freiherr, Reichsrat

[19.10.1591 - 9.6.1643] Reichsrat, Freiherr, Cousin von Axel Oxenstierna. Als Bengt die Reliquien in Erfurt besichtigte, war es nicht das erste Mal, dass er auf fremde Konfessionen und Religionen traf. Zeitgenossen nannten ihn "Reise-Bengt": Mit 16 Jahren wurde er auf deutsche Universitäten geschickt; danach folgten Reisen durch Europa und eine Pilgerfahrt in das Heilige Land (1613) und Dienst für Venedig in dem Krieg gegen das Osmanische Reich (1614). Darauf folgte ein letzte große Reise, nach Persien, über Bagdad, Babylon und Kairo. Über diese Reisen hat er ein Tagebuch verfasst. 1620 kehrte er nach Schweden zurück. Gustav Adolf brauchte ihn teils als Ambassadeur im Ausland (Venedig, Paris, Holland), teils als Gouverneur von besetzten Gebieten (1626: Elbing; 1632: Augsburg und Schwaben, im besetzten Augsburg habe er „seinen Beutel wohl zu spicken“ gewusst; HÜNLIN, Allgemeine Geschichte Bd. 2, S. 770f.); noch am 24.4.1634 war ihm Stadt und Herrschaft Mindelheim übertragen worden; HEILMANN, Kriegsgeschichte, Bd. 2, S. 466 Anm.; 1634 bis 1643: Generalgouverneur in Livland. Reichsrat seit 1641. HOFBERG, Svensk biografiskt handlexikon, Bd. 2, S. 248; NILZÉN, Bd. 28, S. 488 f..83r, 83r, 83r
Pappe, Nicol; Bote

[ - ] Bote beider Stifter in Erfurt.96r, 96v, 97r
Pappenheim, Gottfried Heinrich von; Graf, Feldmarschall

[29.5.1594 - 17.11.1632] Kurbayerischer und kaiserlicher Feldmarschall. 1619 Beförderung zum Rittmeister, 1620 zum Obristleutnant, am 8.11.1620 schwere Verwundung in der Schlacht am Weißen Berg, 1622 Beförderung zum Obristen, Ende März 1623 Ritterschlag durch Ferdinand II., 21.9.1625 Sieg bei Vercia über französische und venezianische Truppen, am 9.11.1626 Niederschlagung des oberösterreichischen Bauernaufstandes bei Eferding, am 12.11.1626 Sieg bei Vöcklabruck, am 28.8.1627 Beginn der Belagerung Wolfenbüttels, das am 18.12.1627 kapitulierte, am 19.5.1628 Erhebung in den Reichsgrafenstand und Ernennung zum Generalfeldzeugmeister der ligistischen Truppen, am 3.1.1629 zum General der Artillerie, am 10.11.1630 Ernennung zum kurbayerischen Feldmarschall durch Maximilian I. von Bayern, am 8.5.1631 Ernennung zum kaiserlichen Feldmarschall, am 20.5.1631 Erstürmung Magdeburgs, am 17.9.1631 vergebliche Kürassierattacken Pappenheims bei Breitenfeld. Am 16.11.1631 plädierte Ferdinand von Köln für ein selbstständiges Kommando Pappenheims in Norddeutschland, am 14.1.1632 Entsatz der Magdeburger Garnison gegen Johan Báner, am 17.8.1632 Misserfolg vor dem von spanischen Truppen belagerten Maastricht, am 6.11.1632 Vereinigung mit Wallenstein bei Wurzen, am 13.11.1632 Abmarsch Pappenheims nach Halle, am 15.11.1632 Notruf Wallensteins an Pappenheim, am 16.11.1632 tödliche Verwundung in der Schlacht bei Lützen.21r, 31r, 31r, 31r, 44r
Philipp IV. von Spanien; König

[8.4.1605 - 17.9.1665] Da Philipp beim Tod seines Vaters Philipp III. (14.4.1578 – 31.3. 1621) noch nicht volljährig war, kam er erst 1623 zur Regierung. Man hat ihn wohl zu Recht als "Theater-, Weiber-, Jagd- und Malerkönig", aber "das Gegenteil von einem Herrscher"bezeichnet. Angekündigte Reformen blieben aus, sein „privado“ Olivares trieb Spanien in kostenintensive militärische Unternehmungen zusammen mit der österreichischen Linie der Habsburger. Im Westfälischen Frieden, der den 80 − jährigen Freiheitskampf der Vereinigten Republiken der Niederlande beendete, musste er deren Selbstständigkeit anerkennen. Der Pyrenäenfriede von 1659 dokumentierte das Ende der spanischen Weltmacht.80v
Philipp, N; Meister

[ - ] Meister in Erfurt.93v
Piccolomini von Amalfi, Ottavio; Fürst, Herzog, Feldmarschall

[11.11.1599 - 11.8.1656] Kaiserlicher Feldmarschall. Teilnahme am Böhmischen Krieg, unter Pappenheim Dienst als Obristleutnant, 1627 wurde Piccolomini Kommandant der Leibgarde Wallensteins, Teilnahme am Mantuanischen Erbfolgekrieg und am 16.11.1632 an der Schlacht bei Lützen, Piccolomini war Mitunterzeichner des 1. Pilsener Revers und Hauptakteur bei der Verschwörung gegen Wallenstein, danach erhielt er reiche Schenkungen in Böhmen, er war kaiserlicher Feldmarschall in der Schlacht von Nördlingen am 5./6.9.1634, es folgten Kämpfe in Lothringen, am 7.6.1639 Sieg über die französische Armee unter Feuquières bei Diedenhofen (Thionville) und Ernennung zum kaiserlichen Geheimen Rat bzw. zum Herzog von Amalfi durch Philipp IV. von Spanien, am 5.9.1639 Ernennung zum Befehlshaber der kaiserlichen Hauptarmee in Böhmen. Nach mehreren Niederlagen und der Katastrophe Piccolominis und Erzherzog Leopold Wilhelms gegen Torstensson in der Schlacht bei Breitenfeld am 2.11.1642 legte er den Oberbefehl nieder, 1644 war er erneut bei den Kämpfen der Spanier in den Niederlanden aktiv, am 26.5.1648 Ernennung zum Generalleutnant, Einsatz als Prinzipalgesandter bei den Nürnberger Verhandlungen zur Umsetzung des Westfälischen Friedens (Mai 1649 − Juli 1650), 1650 Erhebung in den Reichsfürstenstand. BARKER, Piccolomini, S. 322 − 369; WOLTZ, Piccolomini, S. 93–145.91r
Raspe, Thomas; Postmeister

[1585 - 1662] Ab 1629 Geleitsmann in Buttelstedt, ab 1649 in Rastenberg, weimarischer Rat und Botenmeister (Postmeister). Thomas Raspe bildete zusammen mit Dr. Burchardt, Theodor Evander, einigen Schreibern, Dienstboten und zwei Kanzleiboten die weimarische (Kriegs-)Kanzlei. Die Kontributionen der thüringischen Stände, des Rats und der Geistlichkeit von Erfurt, soweit nicht bereits an die im Quartier liegenden Offiziere ausgezahlt worden waren, flossen in die schwedische Kriegskasse. Davon erhielt die weimarische Kanzlei ihren Anteil. Im November 1633 wurde Raspe Mitglied der neuen Regierung auf dem Eichsfeld mit Sitz in Heiligenstadt. Im Januar 1634 opponierte er vergeblich gegen die Einquartierung der Schweden und ihrer hessen-kasselischen Konföderierten auf dem Eichsfeld, wenngleich Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar die Einquartierung bereits gebilligt hatte. JOHN, Kleinstaaten, S. 113f.21r, 22r
Rehefeldt, Johannes; Stadtphysikus, Ratsherr

[1589 - beigesetzt 6.1.1648] Dr. med., stammte aus Magdeburg und lebte ab 1619 in Erfurt, 1635 Dekan der Medizinischen Fakultät und Stadtphysikus, 1639 Ratsmeister, 1644 Oberratsmeister, 1640 und 1644 Rektor der Universität. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 658, 659, 660; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 470.89v
Reichardt, Niclaus; Kaufmann

[ - ] Nürnberger (?) Kaufmann.40r
Remste, Peter; Jesuiten-Pater

Namensform: Remitius

[1592 - Dezember 1640] Remste stammte aus Arnhem (Belgien) und war Pater der Societas Jesu in Heiligenstadt, er leitete 1627/28 die Mission in Duderstadt, fungierte dort 1637 Prokurator und Minister. Remste war 27 Jahre Angehöriger der Gesellschaft gewesen, als er am 27.11.1640 von 9 oder 10 Hieben eines weimarischen Reiters schwer verwundet wurde und drei Wochen später verstarb. OPFERMANN, Jesuitenkolleg I S. 143, 147, 184, 189.33v
Rennemann, Henning; Rektor, Ratsherr

[30.4.1567 - 18.8.1646] Geboren als Sohn eines Bauern zu Papenburg (in Nordstemmen; BAUER, Erfurter Ratsherren, Nr. 475) im Hildesheimischen, besucht Schulen in Elze, Hildesheim, Hannover und Braunschweig, mit 18 Jahren immatrikuliert an der Universität Helmstedt 1585 − 1586, 1588 Subkonrektor in Hildesheim, 1589 Magister Artium in Helmstedt, im gleichen Jahr als Dekan des Sachsenkollegs in Erfurt gewählt, 1598 Rektor der Andreasschule in Hildesheim, 1603 Dr. iur. utr. in Jena, bereits zuvor (1602) vom Erfurter Rat als Rektor des Ratsgymnasiums berufen, dem er bis 1612 vorsteht. Gleichzeitig 1604 Professor an der Universität und erneute Wahl zum Dekan des Sachsenkollegs, Rechtskonsulent der Gräfin von Henneberg, der Grafen von Gleichen und des Grafen von Solms, Rektor der Universität 1617, 1635, 1643, 1632, 1634, 1635, 1637, 1639, 1642, 1643; 1646 Ratsmeister Seniorum und 1631, 1636, 1638 und 1643 Ratsmeister Consulum, 1632 − 1635 königlich schwedischer Stadtgerichtsschultheiß. 1634 arbeitet er als Dekan der juristischen Fakultät die neuen Statuten der Fakultät und gemeinsam mit Meyfart diejenigen der Universität aus. Rennemann galt als einer der bedeutendsten Juristen seiner Zeit. KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis III S. 280 ff., KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis IV S. 7. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 670; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 475; KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis III S. 208 ff.; MOTSCHMANN, Erfordia literata II, S. 661; BEYER/BIEREYE, Geschichte der Stadt Erfurt S. 541; WALCH, Beschreibung, S. 261; WEISSENBORN, Hierana, S. 50ff.42r, 105r
Reuster, Gallus; Adjutor laicus

[ - ] "Adjutor laicus" im Erfurter Jesuitenkolleg nach ARNOLD, Nove Collectio Chronicae (Jena) fol. 74r.86r
Riese, Johann; Obrist

[ - 10.8.1632] Obristleutnant unter Johann Ernst von Sachsen-Weimar bei den Kämpfen in Schlesien und Ungarn 1626, dänischer, dann schwedisch-weimarischer Obrist, führte das „Rote Regiment“ zu Fuß, 1627 Kommandant der Festung Kosel in Schlesien. Er hatte 1628 das Kommando über den weimarischen Ausschuss übernommen, Mitglied der „Fruchtbringenden Gesellschaft“ als „der Schwarze“, gefallen während der Kämpfe um die Alte Veste bei Nürnberg. SODEN, Gustav Adolph I, S. 367.26v
Ritter, Christof; Soldat

[ - ] Schwedischer (?) Soldat in Erfurt.51r
Rolandt, Johann Melchior; Magister, Stiftsamtmann

Namensform: Roland

[ - ca. 1643] 24.9.1616 Tonsur, Magister und Stiftsamtmann in Erfurt.12v, 14r, 14v, 19v, 19v, 20r, 21r, 21r, 21v, 21v, 21v, 24r, 24r, 24r, 39r, 40r, 40v, 54v, 58v, 66v, 66v
Romanus von Möckershausen, Sixtus Wilhelmus; Pfalzgraf

[ - 1640] Kaiserlicher Pfalzgraf (19.3.1630 Reichsadel), stammte aus Naumburg, kurmainzischer Rat in Erfurt; BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 682; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 485.66v, 90v
Rose, Johann; Altarmann

Namensform: Rese

Namensform: Riese

[ - ] Bürger und Altarmann von St. Wigbert in Erfurt. Möglicherweise identisch mit dem Löber (Lohgerber) Hans R(i)ese, wohnhaft "Zur kleinen silbernen Breche", Neuwerkstr. 2), im Rat 1608, Zweiermann 1613; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 479.66v, 66v, 67r, 67r, 68r, 68r, 68v
Russ, Alexander; Prior

[ - ] Prior der Augustiner-Eremiten in Erfurt (1630 − 1633). OPFERMANN, Amt Erfurt-Meiningen S. 169.12r, 14r, 21v, 28r, 31r, 46r
Ruvecordt (?), Johann; Altarmann

[ - ] Bürger und Altarmann von St. Wigbert in Erfurt.67r, 68r
Sachse, Johann Andreas; Major

Namensform: Sachsen

Namensform: Sachs

[ - ] Schwedischer Major unter Bernhard von Sachsen-Weimar.51r, 51r, 51v
Sachsen, Erhard von der; Ratsherr

[ - ] Eltern wohnhaft in Erfurt "Zum Güldenen Ring" (Auf der Pilse), Waidhändler, Futterherr 1609, Brückenherr 1614, Stadtvogt 1619, Kämmerer 1624, Vierherr 1628, 1633. Verrechtet das Haus "Zum Waschfass" (Johannesstr. 172). BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 492.57r
Schaumberg, Georg; Dr. jur. utr., Rat

Namensform: Schaumberger

[ - ] Kurfürstlich Mainzischer Rat zu Heiligenstadt. WOLF, Heiligenstadt, S. 67.30v, 30v, 32r
Schell, Hans; Schreiber

Namensform: Schellen

[ - ] Schreiber des Martin Meister in Erfurt.107r
Schildt, Johannes; Prior

Namensform: Scheldt

[ - ] Augustiner-Pater und Prior in Erfurt 1628 – 1630. OPFERMANN, Amt Erfurt-Meiningen S. 169.20v, 29v, 47v, 48v
Schlammersdorf, Thomas Sigmund von; Obrist

[ - 6.2.1641 ?] 1620 Beförderung zum bayrischen Obristleutnant, 1626 Obristleutnant unter Johann Ernst von Sachsen-Weimar bei den Kämpfen in Schlesien und Ungarn, Ende 1630 zum schwedischen Obristen, , im Juni 1631 in Schmalkalden einlogiert (WAGNER, Pforr, S. 101), Oktober 1631 Anwerbung eines Regiments zu Fuß im Auftrag Wilhelms IV. im Raum Schwarzburg-Rudolstadt, im Januar wieder in die Schmalkaldener Amtsdörfer eingefallen (WAGNER, Pforr, S. 113). Nach der Schlacht bei Nördlingen 1634 wurde von Schlammersdorf Kommandant in Lauingen, es folgten die Kapitulation vor den Kaiserlichen und der Rückzug nach Ulm. Bei der Eroberung von Schloss Wolgast am 10.12.1637 geriet er in kaiserliche Gefangenschaft.9v, 15r, 21r
Schleupner, Christophorus; Dr. theol., Generalsuperintendent

[1566 - 1635] streng orthodoxer und streitbarer Theologe, Diakon in Bayreuth, überwarf sich mit dem Hofprediger und wurde in der Kohlenkammer der Stadtkirche arrestiert. Er ging nach Graz und Hildesheim (1602 − 1607) und wurde dann wieder nach Bayreuth berufen, legte sich auch mit der markgräflichen Familie an. 1607 bis 1612 war er Generalsuperintendent in Eisleben, 1625 ging er nach Hof, war Generalsuperintendent auch der Grafschaft Mansfeld und der schwedisch-fränkischen Landesregierung in Würzburg. Ihm unterstand das Religions-, Kirchen- und Schulwesen im schwedisch besetzten Herzogtum Franken. 1633 ging er nach Erfurt, wo er auch verstarb. MOTSCHMANN, Erfordia literata, Erster Samlung Sec. II, S 80 ff.; BERGDOLT, D. Christoph Schleupner; GROß, Historisches Lexicon, S. 348f.; DOMINIKUS, Erfurt, S. 446.56r
Schlotheuer, Johann

[ - ] Bürger in Erfurt.17r, 21r
Schlotheuer, Valentin; Vikar

[ - 1664] Geboren in Silberhausen, erhielt am 25.4. 1616 die vier niederen Weihen, am 25.5.1616 die Subdiakonweihe, am 21.9.1616 die Diakonweihe und am 24.9.1616 die Priesterweihe, am 2.7.1623 zusammen mit Adolar Grimm Vikar-Adjunkt (Vorsteher des Amts Vicariorum (Erfurt, St. Marien, Stift, Urk. II 572), das die Aufgabe hatte, an Vikare Präsenzgelder auszuzahlen. Seit vor 1617 (also frühestens 1616),vermutlich bis zu seinem Tod (1664) Vikar am Stift St. Marien. Außerdem: 1626 Vikar St. Mariae, Katharinae et Alexii an der Pfarrkirche St. Georg in Erfurt, laut Feldkamm bis zu seinem Tod (s. unten), aber laut Bistumsarchiv Erfurt, St. Marien, Stift, Urk. III 419 verzichtet er am 7.4.1626 nach Streit auf diese Vikarie; 1635 − 1642 Vikar St. Crucis an der Pfarrkirche St. Matthias; 1617 − 1619 letzter Inhaber der Vikarie St. Marien in der Kaufmannskirche; 1622 bis zu seinem Tod Vikar von St. Marien; seit einem unbestimmten Zeitpunkt Vikar St. Annae, Ambrosii, Hieronymi, Andreae et IV doctorum in der Weißfrauen- später Ursulinenkirche in Erfurt, offenbar bis zu seinem Tod. BAEF, Nachlass Klapper; FELDKAMM, Benefizial- oder Vikarienbuch.9r, 50v, 51v
Schmaltz, Quirinus; Stadtphysikus, Dekan

[ - ] Dr. med., Stadtphysikus von Erfurt, hatte in Jena studiert und promovierte am 7.2. 1626 – dem Tage seiner Hochzeit -, wurde am 6.10.1628 Dekan der Medizinischen Fakultät; wohnhaft "Zum roten Karpfen"(Große Arche 9). BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 741; KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis III S. 128. 1633 war er wieder Dekan der Medizinischen Fakultät.52r, 89v
Schmidt, Georg; Bürgermeister

[ - ] Bürgermeister von Heiligenstadt 1635 − 1640 und Mühlvogt. [www.akeichsfeld.de/uploads/media/ bgm_heiligenstadt.pdf].30v
Schmidt, Johann Constantin; Ratsherr

[3.3.1587 - 23.5.1656] Sohn des Ratsherrn Johann Schmidt d. J. (BAUER, Ratsherrn, Nr. 535), Vetter von Caspar Heinrich Marx, immatrikuliert Universität Erfurt 1598, im Rat 1616 − 1646, Kirchvater der Allerheiligengemeinde 1617 − 1622; wohnhaft "Zum Rochen am Falloch", BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 537.8r, 66v, 66v, 66v, 68r
Schoder, Johann; Vikar

[ - 25.10.1635] Franke (Rheinfranken) aus Marienthal, Tonsur 25.5.1616, spätestens ab 1618 Vikar von St. Marien in Erfurt, Pfarrer in Hochheim. Folgende weitere Vikarien besaß er laut FELDKAMM, Benefizial- oder Vikarienbuch: St. Johannes und Matthias an der Pfarrkirche St. Ägidien (zeitlich unbestimmt), des allmächtigen Gottes, B. M. V. und aller Apostel an der Pfarrkirche St. Lorenz (1622–1628), St. Matthias und alle Aposteln im Großen Hospital (1621–1622), Trinitatis und Corporis Christi an der Kaufmannskirche (1628 bis zu seinem Tod 1635), B. M. V. am Hochaltar der Allerheiligenkirche (1628, nur präsentiert), Rathauskapelle (1628, wohl bis zu seinem Tod). 1633 wurde er von drei Musketieren aus Hochheim vertrieben. Auf die Proteste der Hochheimer hin drohte der Rat Erfurts mit der Zerstörung der Kirche und des Ortes.39v, 49r, 63v, 63v, 63v, 63v, 63v, 64r
Schönemann, Johann; Dr. jur. utr., Gerichtsschultheiß

[ - ] kurmainzischer Gerichtsschultheiß in Erfurt, 1632 nach Göttingen geflohen.12r, 44r
Schönerstedt, Christoph; Fleischhauer, Ratsherr

[ - ] Bürger in Erfurt und Fleischhauer bei St. Severi, im Rat 1642, Ratsmeister 1646, 1656, 1661, 1666. BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 552.45v
Schunder, Johannes; Zisterziensermönch

[ - ] Marx' Angaben sind in diesem Fall wahrscheinlich nicht zutreffend. Bei der von ihm genannten Person handelte es sich sehr wahrscheinlich um den Zisterziensermönch Johannes Schunder, der bei ARNOLD, Nove Collectio Chronicae (Jena) fol. 47 r, als ein in das Zisterzienser-Kloster Reifenstein geflohener Zisterziensermönch aus Kaisheim dargestellt wird, der in Heiligenstadt in Gefangenschaft geraten war.30v
Schütz, Benjamin; Dr. jur. utr.

[13.12.1596 - 10.7.1666] Bruder des berühmten Komponisten Heinrich Schütz, Studium in Marburg und Leipzig, Präzeptor, 1627 Promotion in Basel, Lehrer an der Universität Leipzig, 1632 Umzug nach Erfurt, 1633 bei Alexander Erskein angestellt, ab 1634 Stellung auf dem Rathaus, 1635 Nachfolger des Stadtsyndikus Johann Balthsar von Brettin, 1637 Scholarch der Universität, ab 1646 Assessor der juristischen Fakultät, 1648 − 1661, 1662 − 1663, 1664 − 1665 Dekan. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 774; REINHARDT, Schütz.45r, 54r
Schwengfeld, Melchior; Junker, Ratsherr

Namensform: Schwenkfeld

[ - ] Junker, Erfurter Amtmann im Mainzer Hof. Saflorhändler, wohnhaft "Zur Weissenburg" (Regierungsstr. 71), Stadthauptmann, 1622 Unterbauherr, 1622 Unterkämmerer, 1626 Beauftragter des Mainzer Kurfürsten für Verhandlungen mit Kursachsen (BEYER, Merode, S. 242, Stadtvogt 1627, Kämmerer 1632 und 1637, 1632 und 1637 Stadtvogt, 1639, 1644, 1649 und 1650 bis 1654 Vierherr Consulum und von 1640 bis 1643 sowie von 1645 bis 1648 Vierherr Seniorum. TRANSITUS 87; BAUER, Erfurter Ratsherren, Nr. 583.56v, 63v, 63v, 63v, 64r, 64r, 64r, 90v
Schwindt, Adam; Rat, Lizentiat

[7.5.1574 - 20.2.1632 n. St.] Kurmainzischer Rat und Lizentiat beider Rechte. Nach dem Schulbesuch in Speyer Studium an den Universitäten Mainz und Köln, 1597 Sekretär an der kaiserlichen Kammer in Speyer, 1600 Reisen durch Italien, Frankreich, England und die Niederlande, Aufenthalt in Perugia und Lizentiat beider Rechte an der Universität Bologna, 1605 von ErzbischofJohann Schweikard von Cronberg als Kommissar ("Provisor") nach Erfurt abgeordnet, wohnhaft im späteren Allerheiligen-Pfarrhaus, Kleine Arche 5. 1620 als diplomatischer Agent Erzherzog Leopolds tätig; WAGNER, Wallenstein, S. 69. Die neben seinem Wohnort stehende Maria-Magdalenen-Kapelle ließ er renovieren und benutzte sie als Hauskapelle, in der er auch beigesetzt wurde. Auch unter Georg Friedrich von Greifenklau weiter in seinem Amt tätig. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 784. Vgl. BEYER/BIEREYE, Geschichte der Stadt Erfurt S. 529: "der besonnene und kluge, zugleich der Stadt Erfurt wohlgesinnte Adam Schwind". Caspar Heinrich Marx (junior) hielt eine Leichenpredigt auf Schwindt, welche weitere Lebensdaten enthält. MARX, Christliche Ermahnungs: Trost: und Leichpredig [s. l.] 1632.8r, 8r, 9v, 9v, 9v, 11r, 11r, 11v, 13r, 90v, 95r, 96v
Sebastian, N

[ - ] Gemeindemitglied von St. Marien in Erfurt.66v
Seuer, Christof; Soldat

[ - ] Schwedischer (?) Soldat in Erfurt.51v
Seuer, Kilian; Soldat

[ - ] Schwedischer (?) Soldat in Erfurt.51v
Socius, Andreas; Vikar, Kanoniker

[ - 24.2.1668] Nach BAEF, Nachlass KlapperVikar von St. Marien in Erfurt seit mindestens 17.12.1619, 27.3.1621 Diakon und 26.3.1622 Priester, 25.3.1661 Kantor in St. Severi, 1661–1668 (als Kanoniker von St. Severi) Vikar des Hauptaltars der Maria Magdalenen-Kapelle in der Rumpelgasse; 1630 (damals Vikar an St. Marien) bis zu seinem Tode (24.2.1668) Vikar St. Jacobi an der Pfarrkirche St. Paul; 1640 – 1653 (als Vikar, später Kanoniker) Vikar des Erlösers und des heiligen Kreuzes, B. M. V. und der 11000 Soldaten (auch St. Andreas und St. Maria Magdalena) an der Pfarrkirche St. Viti; ebenda Vikar St. Philippi et Jacobi 1628–1668 [FELDKAMM, Benefizial- oder Vikarienbuch]. Dass er bei seinem Tode Kanoniker und Kantor von St. Severi war, geht aus seinem Testament hervor (BAEF, Testament Andreas Socius); BAEF, Nachlass Klapper.46r, 47r, 49v, 50r, 61r, 61v, 68r
Sommer, Hans

[ - ] Gemeindemitglied von St. Marien in Erfurt.45r
Speerschneiter, Johann (Balthasar)

[ - ] Gemeindemitglied von St. Marien in Erfurt, 1657 Vorsteher des Weiße Frauen-Klosters. BAEF, Nachlass Klapper.45r, 45r, 46v, 47r, 49r, 49v, 53v, 66v
Stampf, Johannes; Dekan

Namensform: Stempf

[ - 5.4.1636] Geboren in Bickenriede (dem Zisterzienserinnen-Kloster Anrode zugehörig), ca. 1600 Kanoniker von St. Severi, Dekan von St. Severi in Erfurt. OPFERMANN, Klöster des Eichsfeldes S. 287; BAEF, GG VI b 1 fol. 51r (Todesdatum).20v, 21v, 26v, 26v, 29v, 30v, 46r, 48r, 48v, 50v, 51r, 60r, 78r, 81v, 93v, 94r
Staufert, David; Diakon

Namensform: Stauffer

Namensform: Steuffert

[ - 12.6.1645] 1612 (Possess des Kanonikats) Kanoniker am Marienstift, 1645 Canonicus senior; Weihe zum Diakon 25.5.1616.(am gleichen Tag, als auch Caspar Heinrich Marx die 4 niederen Weihen erhielt) BAEF, Nachlass Klapper. BAEF, St. Marien V d 6 († 12.6.1645).20v, 28v, 29v, 40v, 51r, 52v, 53r, 53v, 54v, 59r, 60r, 60r, 71r, 78r, 81v, 98r, 103v, 104r, 105r, 107v
Steckius, Paulus; Kanoniker

Namensform: Stech

Namensform: Stecha

Namensform: Stechaeus

[ - 30.4.1633] Er stammte offenbar aus Zeitz. Sohn des Paul Stecha/Stecheus. 1589 an der Erfurter Universität immatrikuliert. 20.12.1597 Tonsur und 4 niedere Weihen, 25.7.1599 Subdiakonweihe, 20.3.1602 Diakonweihe, 21.69.1605 Priesterweihe (BAEF, St. Marien Urk. 1567 bis 1570.) Erhält am 23.10.1598 ein Kanonikat am Stift St. Severi (BAEF, St. Marien III 362). Die einzigen weiteren Angaben zu ihm stammen aus seinem Testament vom 4.8.1626 (BAEF, GG III E 3/460); Senior Kanonikus von St. Severi und Notar in Erfurt, nach Klapper 1626 Pfarrer in Hochheim. BAEF, Nachlass Klapper.21v, 28v, 59v, 59v, 60r, 60v, 60v
Steger, Lucas; Mönch

[ - ] Angehöriger des Neuwerksklosters.20v
Steinberg, Jacob; Dr., Diplomat

Namensform: Stenberg

[1596 - um 1643] Stand erst in dänischen, dann in schwedischen Diensten, Diplomat, Hof- u. Kriegsrat, einer der geschicktesten Fälscher der schwedischen Propagandamaschinerie. Steinberg war im Oktober 1631 Wilhelm IV., dem neu ernannten Statthalter von Thüringen und Erfurt, als Berater zur Seite gestellt worden und sollte Gustav II. Adolf über alle Vorgänge in Thüringen Bericht erstatten. Er entwarf auch den Bündnisvertrag, den Wilhelm IV. mit Schweden abschließen sollte und der ihn dem hessischen-kasselischen Landgrafen Wilhelm V. gleich stellte, da ihm der Besitz des eroberten feindlichen Landes versprochen wurde. Das Bündnis wurde am 24.11. in Erfurt unterschrieben. "Steinberg sollte dem König außerdem noch verschiedene Wünsche des Herzogs vortragen. Er sollte ihn an das Versprechen, das er ihm wegen Erfurts gemacht hatte, erinnern und ihn bitten, ihm die Stadt mit allen Rechten, die der Kurfürst von Mainz gehabt hatte, als dauernden Besitz einräumen und ihm auch alles das, was er sich künftig bei Gelegenheit an Klöstern und anderem katholischen Besitz aneignen werde, zu überlassen. Erobere der König Franken, so möge er ihm die in der Nähe von weimarischem Besitz liegenden feindlichen Gebiete schenken. Auch das Eichsfeld, das er zu erobern gedenke, wolle er für sich behalten“. HUSCHKE, Herzog Wilhelm von Weimar S. 24. Steinberg versuchte Wilhelm IV. bei der Ausweitung seiner Quartiere zu unterstützen und dafür auch die Unterstützung der Stände zu gewinnen. Zudem sollte Steinberg die Bemühungen Wilhelms IV. um die schwedische Generalleutnantschaft und das Eichsfeld unterstützen. Steinberg residierte während seines Aufenthaltes in Erfurt im "Schwarzen Löwen"(Anger 11). Im März 1632 als Resident durch Alexander Erskein abgelöst. Am 12.1.1633 erhielt er von Oxenstierna Gut und Kloster Hamersleben, die Dörfer Hamersleben, Ausleben und Wulferstedt als Donation.10r, 10r, 11v, 13r, 14v, 48r, 73r
Strevesdorff, Walther Heinrich von; Inquisitor, Weihbischof

[1588 - 7.5.1674] Geboren in Neuss, 1611 zum Priester ordiniert, Dr. theol., Pater der Kölner Provinz der Augustiner-Eremiten. Im März 1629 auf Bitte der Kardinäle der Propagandakongregation vom Generalprior zum Kommissar für Sachsen und Thüringen ernannt. Urban VIII. ernannte ihn zum "Inquisitor haereticae pravitatis". Auf seiner Reise durch Nord- und Mitteldeutschland glaubte er 48 ehemalige Augustinerklöster gefunden zu haben, die aber meistenteils zerstört waren. Ziel war die Wiederherstellung der sächsischen Provinz mit Erfurt als Ausgangsbasis. 1633 von Anselm Casimir Wambold von Umstadt zum Weihbischof "in partibus Thuringiae" ernannt, am 1.10.1634 zum Mainzer Weihbischof mit Sitz in Erfurt und zum Titularbischof von Askalon (am 7.1.1635 ordiniert) geweiht. Während der schwedischen Besetzung Erfurts hielt er sich zunächst in Mainz auf und bemühte sich um die konfessionelle Wiedervereinigung. Später ging er als Vikar "in pontificalibus" nach Erfurt, wo er 1637 von den Schweden vertrieben wurde. Das Kloster der Augustiner-Eremiten, mit Mitgliedern der kölnischen Provinz besetzt, blieb jedoch dem Orden bewahrt.Vgl. WERNICKE, Augustiner-Eremiten S. 66; JÜRGENSMEIER, Artikel Strevesdorff.104r
Svart, Olof Hansson; Generalquartiermeister



Spitzname: Örnehufvud
[1600 - 1644] GeneralquartiermeisterGustav II. Adolfs (vgl. Generalstaben VI, S. 163, 549), Zeichner und Kartograph.9r
Thiel, Georg; Syndikus

[ - ] Dr. jur. utr., 1634 als Syndikus der Erfurter Stifter und Klöster aufgeführt. BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 632; BAEF, St. Marien III 437.44v, 46v, 51v, 58v, 59r, 59r, 59r, 59r, 59r, 59v, 60r, 60r, 60v, 60v, 60v, 60v, 61r, 61v, 62r, 62r, 62v, 62v, 62v, 62v, 63r, 63r, 64v, 64v, 64v, 64v, 64v, 66r, 66r, 66r, 67r, 67r, 67r, 69r, 69r, 69r, 69v, 69v, 69v, 70r, 70r, 71r, 71r, 71v, 72r, 72r, 72r, 73v, 73v, 73v, 74r, 74v, 75r, 75r, 75r, 76r, 76r, 76r, 76r, 77v, 78r, 78r, 79r, 79v, 79v, 79v, 79v, 80v, 80v, 81v, 87r, 87v, 89r, 89r, 90r, 94r, 106r, 108r, 110r
Thurn, Johann Jakob von; Graf, Obrist

[ - ] Schwedischer Obrist des "Schwarzen Regiments" und jüngerer Vetter des Heinrich Matthias von Thurn, galt als guter Ingenieur und Mathematiker, zuerst in dänischen, 1629 in schwedischen Kriegsdiensten, Teilnahme an der 1. Schlacht bei Breitenfeld, Ende September 1631 in Schmalkalden einquartiert, Teilnahme an der Schlacht bei Lützen, im besetzten Regensburg vom 28.5. – 29.7.1634, Teilnahme an der Schlacht bei Nördlingen. Nach der Schlacht besetzte er auf Veranlassung Bernhards von Weimar das Würzburger Schloss, musste aber am 18.1.1635 die Festung Marienberg an FeldmarschallJohann von Götz übergeben und zog über Erfurt nach Frankfurt/M. ab.90r
Thurn-Valsassina, Heinrich Matthias von; Graf, Feldmarschall

[24.2.1567 - 28.1.1640] Das oberitalienische Geschlecht (della Torre) war 1530 in den Reichsgrafenstand erhoben worden. Generalleutnant der böhmischen Stände, dänischer Feldmarschall und schwedischer Generalleutnant (1629), Oberbefehlshaber der schwedischen Truppen in Schlesien bis zur Niederlage bei Steinau am 11.10.1633, Teilnahme an der Schlacht bei Nördlingen am 5./6.9.1634, 1636 Rückzug ins Privatleben.90r
Tilly, Johann Tserclaes von; Graf, Generalleutnant

[1559 - 30.4.1632] Bayerischer Generalleutnant. Nach Besuch des Jesuiten-Kollegs von Chatelet spanische, lothringische und kaiserliche Kriegsdienste, u.a. im Kampf gegen die Osmanen. 1610 Beförderung zum bayerischen Generalleutnant und Aufbau der Liga-Armee, am 8.11.1620 Teilnahme an der Schlacht am Weißen Berg, weitere Erfolge im Böhmisch-Pfälzischen Krieg bei Wimpfen am 6.5.1622 und bei Höchst am 20.6.1622, darüber hinaus im Niedersächsisch-Dänischen Krieg bei Stadtlohn am 6.8.1623 und bei Lutter am Barenberge am 27.8.1626, Eroberung und Zerstörung Magdeburgs am 20.5.1631, nach Wallensteins Entlassung Niederlage in der Schlacht bei Breitenfeld am 17.9.1631. Nach der Schlacht bei Rain am Lech, in der Tilly tödlich verwundet wurde, drangen die Schweden nach Bayern vor. KAISER, Politik und Kriegführung; JUNKELMANN, Der Du gelehrt hast meine Hände den Krieg.8r
Torhose, Marcus; Propst

Namensform: Thonhose ?

[ - ] Propst von St. Cyriaci in Erfurt.20v, 21v, 29v, 42v
Ub(...), (Caspar ?) Johann; Vikar

[ - ] Vikar von St. Severi in Erfurt.50r
Voigtlender, Andres; Meister

[ - ] Meister in Erfurt.66v
Wagner, Johannes; Ratsherr

[ - 5.7.1653] Immatrikuliert 1602 an der Universität Erfurt und 1605 in Wittenberg, Unterkämmerer 1618, Unterbauherr 1619, Futterherr 1624, Kämmerer 1629, 1634, Stadtmajor, Oberbauherr (3. Vierherr) 1639, 1644, 1649 − 1653), Waidhändler und Biereige, Verwalter von St. Albani, wohnhaft "Zum Lindwurm" (Anger 3); BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 893; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 666.45v
Wallenberger, Valentin; Pfarrer

[14.4.1582 - 31.5.1639] Magister und Pfarrer an der Barfüßerkirche in Erfurt von 1621 bis 1639, einer der wortgewaltigsten lutherischen Prediger in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges; , Mitarbeiter am Bibelwerk des Herzogs Ernst des Frommen; GELBKE, Herzog Ernst, S. 71; DOMINIKUS, Erfurt, S. 441. BAUER, Erfurter Personalschriften, Nr. 898.27r, 41r, 41v, 54r, 63v, 63v
Wallenstein, Albrecht Wenzel Eusebius von; Herzog, General

Namensform: Waldstein

[24.9.1583 - 25.2.1634] Herzog von Friedland und Mecklenburg, Fürst von Sagan, genannt der "Friedländer". Wallenstein entstammte der wenig begüterten evangelischen Arnauer Linie des böhmischen Adelsgeschlechts der Waldstein (Valdštejn) und wurde auf Gut Hermsdorf (Heřmanice) in Nordböhmen geboren. Nach dem Tod des Vaters übersiedelte er 12 − jährig zu seinem Vormund Jindřich Slavata auf Schloss Koschumberg (Košumberk). Hier besuchte er ab 1595 die höhere Schule der Böhmischen Brüder zur Erziehung junger Adliger, ab 1597 das humanistische Gymnasium im schlesischen Goldberg (Złotoryja). Im Frühjahr 1597 kehrte er zurück, um im August 1599 die zur Reichsstadt Nürnberg gehörige Universität Altdorf zu besuchen. Nach einigen gewaltsamen Auseinandersetzungen entlassen, kehrte er im Februar 1600 nach Böhmen zurück. Die nächsten drei Jahre liegen noch heute im Dunklen, sicher ist, dass er die übliche große Kavalierstour junger Adliger unternahm, die ihn durch das Reich in die Niederlande, nach Frankreich und Italien führte, wo er wohl an der Universität Padua studierte. Umfassend scheint seine Bildung nicht gewesen zu sein, er schrieb jedoch gut Tschechisch und Deutsch, Spanisch las er fließend, in Französisch und Latein besaß er Kenntnisse, das Italienische beherrschte er gut, wie er auch italienische Kultur und Lebensstil stets bewunderte. 1602 nach Hause zurückgekehrt, begann er seine militärische Laufbahn 1604 in der kaiserlichen Armee unter der Führung Giorgio Bastas in Ungarn als Fähnrich des Fußvolks im Kampf gegen die Türken. Vor Kaschau (Kassa-Košice) wurde er anscheinend wegen seiner Bewährung im Kampf zum Hauptmann befördert. 1605 soll er nach eigenen Angaben an der "ungarischen Krankheit und Pest" erkrankt sein, möglicherweise auch bereits an der Syphilis, einer Berufskrankheit von Soldaten. Nach dem Frieden von Zsitva-Torok vom 11.11.1606, der die osmanische Herrschaft über einen Teil Ungarns anerkannte, scheint er zunächst den Wechsel auf den niederländischen Kriegsschauplatz auf spanischer Seite geplant zu haben, doch seine Konversion, angeblich veranlasst durch die Jesuiten von Olmütz (Olomouc), ebnete ihm im Frühjahr 1607 den Weg in den Hofdienst als Kämmerer des Erzherzogs Matthias, des späteren Kaisers Matthias. 1608 wurde er als Hauptmann im Fußregiment des Maximilian von Liechtenstein angenommen. Im Mai 1609 heiratete er - wie sein Horoskop es vorausgesagt hatte - die begüterte, etwa gleichaltrige Lukrezia Nekšova von Landek, die schon 1614 verstarb und deren Erbe ihn zu den reichsten Mitgliedern des mährischen Herrenstandes machte. Militärisch aktiv wurde er erst wieder im Friauler Krieg, als er dem späteren Kaiser Ferdinand II. 120 Kürassiere und 80 Fußsoldaten für 6 Monate zur Verfügung stellte, was ihn sicher 80.000 Gulden gekostet haben muss, aber Ferdinand II. zu Dank verpflichtete. Beim Ausbruch der "Böhmischen Rebellion"war er zwar Obrist der mährischen Stände, wechselte aber auf die habsburgische Seite: Am 30.4.1619 erstach er seinen eigenen Obristwachtmeister, brachte die mährische Kriegskasse von 96.000 Taler an sich und ließ seine Truppen in Richtung Wien marschieren. Reiter des Grafen Thurn bewogen die meisten jedoch zur Umkehr. Ferdinand gab schließlich die Kriegskasse und die Reste des Wallenstein-Regiments zurück, trotz aller üblen Nachrede blieb Wallenstein aber in seiner Gunst. Er kehrte erst nach Beendigung des Aufstandes nach Böhmen zurück und erwarb über 50 "Rebellengüter"zu Schleuderpreisen - die er wie seine eigenen bisherigen Güter ökonomisch geschickt verwalten ließ. Bei seiner Heirat 1623 mit Isabella Maria von Harrach, der Tochter des einflussreichen Karl Graf von Harrach, gehörte ihm bereits ein Viertel Böhmens. Am 2.1.1620 erhielt er sein zweites Obristenpatent, im August dieses Jahres avancierte er zum "Obristen von Prag". 1621 hatte Wallenstein dem Kaiser bereits enorme Summen geliehen, am 5.1.1622 wurde er deshalb mit Friedland und Reichenberg als "ewigen erblichen Lehen"belehnt. Im April 1623 konnte er die umfangreichen Smiřicky-Güter aus den Konfiskationen erwerben, im Juni 1623 wurde er zum Generalwachtmeister befördert und am 7.9.1623 zum Fürst von Friedland erhoben, das er zwei Tage später als erbliches Lehen erhielt. Die Erhebung zum Herzog von Friedland erfolgte am 13. Juni 1625, am 25.7.1625 erhielt er sein Patent als General und Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee. Er stellte in diesem Jahr ein Heer von 40.000 Mann auf - den Kriegstheoretikern und -praktikern der alten Schule galt ein Heer von 25.000 Mann gerade noch als führbar - , um in den Niedersächsisch-Dänischen Krieg eintreten zu können. Die Finanzierung in diesem "Krieg der Gulden"besorgte zunächst sein Bankier Hans de Witte, später sollte der Kaiser für die Kosten aufkommen. Dazu führte er ein Kontributions- und Steuersystem ein, das Spanien bereits bei den Kämpfen in den Niederlanden praktiziert hatte. Dabei wurde nach der Devise verfahren: "Der Krieg ernährt den Krieg." Dies hatte zur Folge, dass die Quartiere meist sehr schnell ruiniert waren und die Armee ständig in Bewegung sein musste. Am 25.4.1626 konnte Wallenstein den Söldnerführer Ernst von Mansfeld an der Dessauer Brücke schlagen und verfolgte ihn und seine Anhänger bis hinein nach Ungarn. 1627 erwarb er das schlesische Herzogtum Sagan und besetzte Mecklenburg und Pommern, am 16.2.1628 wurde er gegen den Widerstand der Reichsfürsten wegen der Vertreibung der angestammten Mecklenburger Herzöge zum Herzog von Mecklenburg, Friedland und Sagan erhoben. Am 21.4.1628 wurde er zum "General Obristen Feldhauptmann"und in Verfolgung des habsburgischen "Ostseeplans" und der damit beanspruchten Teilhabe am Dominium maris baltici, zum "General des Ozeanischen und Baltischen Meeres" ernannt, was zum Konflikt mit Schweden führen musste. Im selben Jahr scheiterte er allerdings mit der Belagerung Stralsunds, am 22.8.1628 gelang es ihm jedoch, Christian IV. von Dänemark bei Wolgast zu schlagen, dem er am 5.6.1629 noch einen milden Friedensschluss verschaffte. Nach diesem Lübecker Frieden schien der Krieg "ein Loch" bekommen zu haben, man schien diese riesige Armee nicht länger zu brauchen, über die ständig neue Klagen der Reichsstände und der betroffenen Landschaften beim Kaiser einliefen; auch die Rangerhöhungen Wallensteins waren den Ligaständen ein Dorn im Auge. Auf dem Regensburger Kurfürstentag musste der Kaiser in die Entlassung (am 13.8.1630) seines Feldherrn einwilligen und das Heer um drei Viertel reduzieren. Wallenstein, der auch gegen das kaiserliche Restitutionsedikt opponierte, musste im September 1630 den Freitod seines Bankiers Hans de Witte hinnehmen, der bisher das Wallensteinische System der Kriegsfinanzierung aufrecht erhalten hatte. Er zog sich auf seine böhmischen Güter zurück. Allerdings führte die Landung Gustav II. Adolfs - deren Bedeutung Ferdinand II. im Gegensatz zu Wallenstein völlig unterschätzte - und dessen Sieg bei Breitenfeld dazu, dass der Kaiser Wallenstein zur Rückkehr überredete. Dieser stellte erneut eine Armee auf, deren Finanzierung zum Teil mit spanischen Mitteln erfolgen sollte. Bis heute ist umstritten, welche Vollmachten der Kaiser seinem Generalissimus in den "Göllersdorfer Vereinbarungen"vom 13.4.1632 wirklich zugestehen musste. Wallenstein begann sein zweites Generalat mit der Befreiung Böhmens, führte einen sehr verlustreichen Ermattungskrieg an der Alten Veste bei Zirndorf und zog sich nach der Schlacht bei Lützen wieder nach Böhmen zurück. Wallenstein ging davon aus, die Schweden nicht durch weitere militärische Unternehmungen, sondern durch Verhandlungen aus dem Reich zu verdrängen, während man auf katholischer Seite von einem entscheidenden Schlag gegen die Schweden träumte. Sein Verhalten ließ auch immer mehr Störungen erkennen, die auf seine verschiedenen Krankheiten zurückgeführt werden, auch scheint sein fester Glaube an die Sterne durch seinen Hofastrologen Seni (Senno), der ihm von Gallas vermittelt worden war, noch mehr bestärkt worden sein. Seine treuesten Gefolgsleute Trčka, Kinský, Ilow, Bubna u. a., führten in seinem Auftrag Verhandlungen mit Kursachsen, Schweden, Bernhard von Sachsen-Weimar, den Franzosen und den exilierten böhmischen Adligen. Man misstraute diesen Angeboten, Gerüchte liefen um, Wallenstein plane einen Staatstreich, er wolle die Kurfürsten beim Kopf nehmen und König von Böhmen werden etc., sorgfältig von Piccolomini und seinen Handlangern ausgestreut und von den zahlreichen Gegnern Wallensteins am kaiserlichen, bayerischen und spanischen Hof gern aufgegriffen. Im 1. Pilsener Revers vom 12.1.1634 hatte Wallenstein versucht, seine Generäle und Obristen an sich zu binden, aber dieser Revers wurde zum Anlass genommen, ihn am 20.1.1634 abzusetzen und Gallas zum neuen Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee zu ernennen. Außerdem wurde der Befehl erteilt, Wallenstein tot oder lebendig zu ergreifen. Den 2. Pilsener Revers unterzeichneten nur noch die Hälfte seiner Generäle und Obristen, die andere Hälfte hatte sich längst abgesetzt. Piccolomini veranlasste letztlich die Durchführung seiner Exekution, während sich die eingeweihten Aldringen und Gallas im Hintergrund hielten. Die in Kenntnis der Absetzung ihres Feldherrn rebellierende Prager Garnison zwang Wallenstein und seine Gefolgsleute Trčka und Ilow zum Rückzug nach Eger, wo man wohl den Vorstoß Bernhards von Weimar erwarten wollte. Der Stadtkommandant von Eger, John Gordon, gewährte ihnen die Aufnahme, ließ sich aber von Butler und Leslie, denen Wallenstein immer noch vertraute, für den Anschlag auf Wallenstein gewinnen. Am Abend des 25.2.1634 töteten iro-schottische Söldner erst die im Schloss tagenden letzten Vertrauten Wallensteins. Er selbst wurde wenig später durch den Iren Deveroux mit einem Partisanenstich getötet, was vor allem in München und Madrid tiefe Befriedigung auslöste. Der angebliche Verrat Wallensteins konnte nie schlüssig bewiesen werden, während die Beteiligten an der Exekution ihre Belohnungen einforderten und bekamen. Das Mordzimmer wurde schon bald nach dem Tode des Generalissimus zu einem Anziehungspunkt für Besucher, wie der Landrichter Heubel in seinen "Begebenheiten"aus eigener Anschauung berichtet: HEUBEL, Begebenheiten S. 105.47r, 87r
Walter, Caspar; Senior

[ - beerdigt am 4.5.1642] Senior der Pfarrei St. Severi in Erfurt (Kirchenbuch St. Severi 3. Zählung S. 1).66v
Walter, Johann; Notar

Namensform: Walther

[ - ] Notar in Erfurt.54v, 66v, 107r
Walther, Franz; Barbier

[ - ] Bürger und Barbier in Erfurt; Gemeindemitglied von St. Marien.66v, 66v, 107r
Waltz, Johann; Kartäuser-Pater, Vikar

Namensform: Weltrius

Namensform: Weltz

[ - ] Pater und Vikar der Kartäuser in Erfurt. Er starb in Exil ausserhalb von Erfurt.26v, 29v
Wamboldt von Umstadt, Anselm Kasimir; Erzbischof

Namensform: Wambolt von Umstadt

[30.11.1579, z. T. 1580/30.11.1582 - 9.10.1647] Zu den abweichenden Geburtsdaten vgl. FINDEISEN, Der Dreißigjährige Krieg S. 210. Kurfürst (1629 − 1647) und Erzbischof von Mainz (1629 − 1647) sowie Reichserzkanzler. Sein Vater war 1581 vom Calvinismus zum katholischen Glauben konvertiert, seit 1588 war er Reichshofrat. Der hochbegabte Anselm Kasimir, wegen seines Rhetorik-Talents auch "Cicero germanicus" genannt, wurde wahrscheinlich in Speyer geboren, wo er (möglicherweise auch in Prag) von Jesuiten ausgebildet wurde. 1596/97 studierte er am berühmten "Collegium Germanicum" in Rom, einer Elitebildungseinrichtung für künftige hohe katholische Würdenträger. Von 1597 bis 1599 studierte er in Würzburg. Drei Jahre studierte er danach in Rom Philosophie und Theologie. 1604 kehrte er nach Mainz zurück und wurde am 22.5.1605 zum Diakon geweiht. Ein zweijähriges Rechtsstudium in Padua schloss sich an. 1608 wurde er von Johann Schweikard von Cronberg (Kronberg) in den Hofrat aufgenommen, im Januar 1609 wurde er Präsident dieses Kollegiums und blieb es bis 1618. Anselm Kasimir wurde auf Weisung des Erzbischofs mehrfach für die Liga tätig, 1610 ging er zur Forcierung der Rekatholisierung nach dem Eichsfeld, 1611 zum Kurfürstentag nach Nürnberg, 1612 zu Verhandlungen nach Prag und 1613 nach Fulda. Seine diplomatische Gewandtheit veranlasste das Domkapitel, ihn 1619 (bis 1629) zum Amtmann von Mombach zu wählen. Zudem fungierte er zwischen 1620 und 1624 und 1627 als Statthalter, 1621 als weltlicher Kommissar für den Kriegsfall. Rektor der Mainzer Universität war er von 1620 bis 1622. Zerwürfnisse mit Schweikard von Cronberg führten dazu, dass der karrierebewusste Anselm Kasimir ab 1626 nicht mehr im Hofdienst verwendet wurde. Als Schweikard von Cronberg am 6.7.1629 starb, gelang es Anselm Kasimir, sich gegen von Habsburg unterstützten Gegenkandidaten durchzusetzen. Die Kurie bestätigte die Wahl am 28.1.1630 und verlieh ihm am 18.2.1630 das Pallium. Auf dem Regensburger Reichstag zeigte sich der Wandel seiner Politik, als er sich als Anhänger kaiserlicher Reichspolitik und der Allianz der beiden Habsburger Linien zeigte. Im November 1631 war Gustav II. Adolf auf Mainz vorgerückt, der Erzbischof hatte die Stadt in Verteidigungszustand versetzen lassen und war zusammen mit dem größten Teil des Adels und dem hohen Klerus nach Köln geflohen. Die angeworbene spanische Besatzung von Mainz von 2000 Mann ergab sich am 22.12. Die Schwedenzeit in Mainz, das zwei Fünftel seiner Einwohner verloren haben soll, dauerte bis zum Januar 1636. Am 22.6. d. Jres. konnte Anselm Kasimir nach Mainz zurückkehren. Seine wertvolle Bibliothek war allerdings als Kriegsbeute nach Schweden gewandert. Nach Erhalt der Priester- und Bischofsweihe im selben Jahr vollzog er in Regensburg am 22.12.1636 die Krönung des zum römisch-deutschen König gewählten Ferdinand von Ungarn (Ferdinand III.). In seinem Erzstift verfolgte er eine strenge konfessionspolitische Politik und zwang Mainzer Neubürger zur Konversion zum katholischen Glauben. 1644 musste er erneut aus Mainz, diesmal vor den Franzosen, nach Frankfurt fliehen. Der Kurfürst galt als katholischer Fundamentalist und Exponent der habsburgisch-spanischen Politik, der bis zu seinem Tod - vergleichbar mit Franz Wilhelm von Wartenberg - ein hartes Vorgehen gegen alle Feinde des Reichs befürwortete und Konzessionen bei den westfälischen Friedensverhandlungen stets vehement ablehnte. Er wurde wegen seiner pro-habsburgischen Politik von Mazarin bekämpft. Obwohl er mit den Franzosen 1647 einen Neutralitätsvertrag abschloss, konnte er nicht mehr in seine Mainzer Residenz zurückkehren und verstarb am 9.10.1647 in Frankfurt am Main. BRENDLE, Anselm Casimir.8r, 8r, 9r, 9r, 9r, 9r, 9v, 10r, 10r, 10r, 11v, 11v, 11v, 12r, 12r, 12r, 15r, 15r, 18r, 25v, 25v, 27v, 28r, 42r, 44v, 44v, 53r, 78r, 78r, 78v, 79r, 95r, 97r, 97r, 98v, 99r, 99v, 100r, 100r, 100v, 100v, 100v, 100v, 102v, 108r, 108v, 109r, 109r, 109r, 109r, 109r, 110r, 110r, 110v, 110v
Weber, Christoph; Weihbischof

Namensform: Christophorus

[1560 - 18.4.1633] 1572 Besuch des Mainzer Jesuitengymnasiums und Studium der Philosophie am dortigen Jesuitenkolleg, 1582 Magister artium und Fortsetzung des Studiums am Jesuitenkolleg in Pontà-Mousson bis 1586. 1587 Aufnahme ins Aschaffenburger Kapitel, 1590 Dr. theol. in Mainz, 1596 Scholaster und 1603 Stiftsdekan in Aschaffenburg. Weber zählt zum Kreis der engagierten Reformer im Sinne des Tridentinums. 1596 Kommissar des Archidiakonats Aschaffenburg, daher wahrscheinlich auch mit den zahlreichen Hexenprozessen im Oberstift befasst. 1614 zum Weihbischof in Erfurt bestimmt, jedoch erst am 1.5.1616 konsekretiert und am 4.5. offiziell bestätigt, die Propstei von St. Marien in Erfurt wird ihm belassen. Ab 1617 in Erfurt tätig, bis Juli 1631 soll er etwa 1420 Kleriker geweiht haben. 1620 Beitritt zu der von den Jesuiten 1620 gegründeten großen lateinischen Kongregation Mariae Verkündigung. 1627 Visitation des kurmainzischen Eichsfelds, nach der Schlacht bei Breitenfeld floh er über Mainz nach Köln ins Exil. Am 18.4.1633 ist er im Kölner Exil verstorben. Vgl. JÜRGENSMEIER, Artikel Weber II; MAY II, S. 926 − 930.13v, 49r, 61r, 82v
Wechmar, Balthasar

Namensform: Wächmar

Namensform: Wegmar

[ - ] Katholik, Junker und Brückenherr in Erfurt 1628, 1633, Ungelder 1638; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 672.11v, 19r, 22v, 46v, 46v, 46v, 46v, 46v, 46v, 66v, 66v, 68r, 92r
Wedekindt, Heinrich; Student

Namensform: Wedekind

[ - ] Aus Northeim stammender Student in Erfurt. Vgl. Historische Commission der Provinz Sachsen (Hg.), Acten der Erfurter Universitaet S. 546.96v
Weindorf (?), Conrad

[ - ] Bürger in Erfurt.12r
Weinelt, Matthias

Namensform: Winelt

[ - ] Bürger in Erfurt.45v, 45v, 45v, 46v
Weinreich, Johann; Jurist

[ - ] Jurist in Erfurt, hatte 1622 in der „Kipper- und Wipperzeit“ als cand. jur. eine „Wolmeinende Warnung“ [VD17: 14:003246C] vor Aufständen und Aufruhr jeglicher Art, auch gegen Juden, veröffentlicht; von Gustav II. Adolf eingesetzter Interimsverwalter des Mainzer Hofes in Erfurt. BEYER/ BIEREYE, Geschichte der Stadt Erfurt S. 535.11v
Werder, Dietrich von dem; Rittmeister

Namensform: Diederich

[17.1.1584 - 18.12.1657] Als Kind als Page am Hof in Kassel aufgenommen, Mitschüler von Heinrich Schütz am Collegium Mauritianum in Kassel, 1596/98 Immatrikulation Universität Leipzig/Jena, 1605 Jura- und Theologiestudium in Marburg und Kommilitone von Heinrich Schütz. Nach Kavalierstour durch Frankreich und Italien (1609 ein Semester in Siena) Stallmeister und Kammerjunker, später Geheimer Rat und Oberhofmarschall am Kasseler Hof. 1610 als Rittmeister an der Belagerung von Jülich beteiligt; Übertragung der Aufsicht über die Kasseler Hofschule und diplomatische Missionen für Landgraf Moritz: so 1620 als Diplomat auf dem Mühlhäuser Fürstentag, 1620 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft als „der Vielgekörnte“.Vorsteher des Mauritianums und Erzieher der Kinder des Landgrafen Moritz. 1622 fiel er wegen Versagens mit den Verhandlungen mit Tilly in Ungnade, Rückkehr auf sein Gut Rheinsdorf bei Köthen. Beschäftigung mit Literatur und Briefwechsel mit Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen. 1623 Kapitän über eine Infanteriekompanie im anhaltischen Landesdefensionswerk. 1624/26 übersetzte er als Erster Torquato Tassos „La Gerusalemme liberata“ ins Deutsche. 1631 − 1635 schwedischer Obrist, im Juni 1632 als Begleiter Wilhelms IV. von Sachsen-Weimar in Zeitz einquartiert, danach Unterdirektor der anhaltinischen Landschaft. Weitere Übersetzungen aus dem Italienischen folgten: 1632/36 übertrug er Ariosts „Rasenden Roland“ ins Deutsche. Ab 22.01.1645 kurbrandenburgischer Obrist, Geheimer Rat von Haus aus und Amtshauptmann zu Alt-Gatersleben. [Angaben im Wesentlichen nach Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz: „Dietrich von dem Werder“].90v
Werthern, Georg von; Freiherr

[ - 1636] Kursächsischer Rat und Herr auf Beichlingen, Frohndorf und Wasserthalheim, 1629 Oberhofrichter in Leipzig, 1630 Oberhauptmann in Thüringen. Werthern fungierte als Vermittler und Verbindungsmann Wilhelms IV. von Sachsen-Weimar und Johann Georg I. von Sachsen. 1634 verlieh ihm Johann Georg I. von Sachsen die Anwartschaft auf die Besitzungen der Schenken von Tautenburg, der Herren von Heilingen u. a. Angeblich wurden seine Besitzungen später von den Schweden deswegen verwüstet, weil er Johann Georg I. von Sachsen nicht vom Prager Frieden abgebracht habe. Entschädigung war für ihn und seine Brüder die Grafschaft Beichlingen. Bei seinem Tod soll er durch geschickte Heiraten mehr als 300.000 Reichstaler hinterlassen haben. Im Juli 1636 schrieb die sächsische Kurfürstin an ihren Mann über ihn: „ein vornehmer verständiger Mann, dem man seines Gleichen nicht viel im Land mit solchem hohem Verstand und Ingenium finden wird“. VEHSE, Sachsen, S. 181f.; WERTHERN, Geschichte96r, 97v
Weser, Wolf Balthasar von der; Junker, Ratsherr

[1585 - 30.4.1667] Junker und Biereige in Erfurt, wohnhaft "Zu den güldenen Engeln". Futterherr 1657, Stadtvogt 1662, Kämmerer 1666. BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 692.11r, 54v, 66v, 66v, 91r
Wiederholt, Henrich; Amtmann

[ - ] Lutherischer Officiatus (Amtmann).107r
Wild, Georg; Domkantor

Namensform: Wilde

[ - 21. oder 22.4.1633] Domkantor, Senior Kanonikus von St. Marien in Erfurt. 5.12.1584 Posses des Kanonikats an St. Marien, Propst und Vorsteher (Præceptor) der Augustinerchorfrauen von Novi Operi (Neuwerkskloster) 1585; Pfarrer von St. Crucis ca. 1586 bis 1632. BAEF, Nachlass Klapper; OPFERMANN, Amt Erfurt-Meiningen S. 130, BAEF, St. Marien V d 6; BAEF, GG III E 1/17.17r, 20v, 21v, 28v, 29v, 40v, 45r, 49v, 50r, 50r, 50v, 59r, 59r, 59v, 60v, 61r
Wildenstein, Georg Wolf von; Obrist

Namensform: Georg Wulf

[ - 16.11.1632] Dänischer Hauptmann, später schwedischer Obrist. Bis 1629 stand von Wildenstein in dänischen Kriegsdiensten: Er leitete von der Harzburg aus den Kampf der Harzschützen gegen die Kaiserlich-Ligistischen. Später war er schwedischer Obrist und Kommandant von Bamberg. Ende 1631 in Schmalkalden einquartiert. In der Schlacht um Bamberg am 9.3.1632 geriet er in Gefangenschaft. Er fiel in der Schlacht bei Lützen beim Sturm auf Wallensteins Artilleriebatterie. Vgl. ENGERISSER, Von Kronach nach Nördlingen, S. 39 Anm. 16.96v
Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar; Herzog, Generalleutnant

[21.4.1598 - 27.5.1662] Regierte 1.10.1626 − 27.5.1662. Dänischer Obrist und schwedischer Generalleutnant. Am 8.11.1620 Kommandeur in der Schlacht am Weißen Berge, am 27.2.1622 Heerführer in der Armee Georg Friedrichs von Baden-Durlach, April 1622 Teilnahme an den Schlachten bei Wiesloch und Mingolsheim, am 6.6.1622 Teilnahme an der Schlacht bei Wimpfen, am 29. August 1622 Tod des Bruders Friedrich in der Schlacht von Fleurus, 1622 Entwurf eines "Deutschen Friedensbundes", Frühjahr 1623 Vereinigung mit Christian von Braunschweig in Niedersachsen, am 6.8.1623 Verwundung und Gefangennahme in der Schlacht bei Stadtlohn, am 14.12.1626 Tod des Bruders Johann Ernst, eines Feldherrn des Grafen Mansfeld, in Ungarn, am 26.2.1631 Teilnahme an der Eröffnung des Leipziger Konvents, am 2.5.1631 Offensivallianz mit Schweden, am 5.10.1631 Ernennung zum schwedischen Militärgouverneur von Thüringen, am 26.5.1632 Ernennung zum Generalleutnant der schwedischen Armee. Im Dezember 1632 schlug Wilhelm vor, ein Heer aus Hessen an die Weser gegen Gronsfeld zu führen (daher rührt seine Bekanntschaft mit Holzappel). Nachdem Wilhelm am 18. August 1635 dem Prager Frieden beigetreten war, lavierte er ständig zwischen Habsburg, Kursachsen, Schweden und Frankreich. Am 9.4.1640 Landesteilung in Sachsen-Weimar unter Wilhelm IV. und Sachsen-Eisenach bzw. Sachsen-Gotha für seine Brüder, Herbst 1646 Versuch, zwischen Georg II. von Hessen-Darmstadt und Amalie Elisabeth von Hessen-Kassel zu vermitteln, Herbst 1647 Versuch, einen Waffenstillstand zwischen den Schwedischen und Kaiserlich-Bayerischen zu vermitteln.8v, 9v, 11r, 12r, 12r, 12v, 12v, 12v, 13r, 14r, 14r, 14r, 14r, 14v, 14v, 14v, 14v, 15r, 15r, 15r, 15r, 15r, 15v, 17r, 17r, 17r, 19r, 19r, 19v, 20r, 20r, 20r, 20r, 21r, 21r, 21r, 21r, 21v, 21v, 22r, 22r, 22r, 23v, 24r, 24r, 24r, 24v, 26r, 26r, 26v, 27v, 28r, 29v, 37r, 37r, 38r, 39r, 45r, 45r, 45r, 45r, 45r, 46v, 47r, 47v, 48r, 48r, 48v, 49v, 52r, 52v, 52v, 52v, 54v, 83r, 83r, 87r, 87r, 89v, 90r, 90r, 94v, 95v, 95v, 99v
Wilhelm V. von Hessen-Kassel; Landgraf, General

[24.2.1602 - 1.10.1637] Regierte 1627 − 1637. Wilhelm ging 1631 ein Bündnis mit Schweden ein und wurde zum General ernannt, im Gegenzug für umfangreiche Donationen. 1635 trat er wegen Nichterfüllung seiner Forderungen zunächst dem Prager Frieden bei. Im Juli 1636 schloss er ein Bündnis mit Frankreich und wurde in die Reichsacht erklärt, wodurch seine Länder in die Verwaltung Georgs II. von Hessen-Darmstadt übergingen. Wilhelm starb im Exil. ALTMANN, Landgraf Wilhelm V.68v
Willickius, Gerhard; Jesuiten-Pater

Namensform: Wilich

Namensform: Willich

[1553 - 15.7.1632] Pater der Societas Jesu in Erfurt. 1579 Eintritt in den Orden 1579, 1584 Magister in Würzburg, 1593 Diakonats- und Priesterweihe in Heiligenstadt; im selben Jahr Übersiedlung in das Erfurter Kolleg. Bei der Räumung des Jesuitenkollegs am 6./16.6.1632 um 21.00 Uhr weigerte sich der fast 80 − jährige Willickius fortzugehen und wurde deshalb körperlich misshandelt. Er blieb als einziger im Gebäude des Kollegs und starb etwa an Monat später an den Folgen der Misshandlungen. Er wurde im Kreuzgang beerdigt. HUPE, Compendium Historiae Collegii Societatis Iesu S. 87 und MARX, Diarium Actorum fol. 33r. (Die Todesangabe bei HUPE, 19.5.1632 ist nicht stimmig.)10r, 33r
Winter, Johannes Lambert; Magister, Kantor

[ - 9.10.1679] Magister und seit 1625 Kantor, Kanonikus seit 1625, 18.5.1627 niedere Weihen, 19.5.1627 Subdiakonweihe, 20.12.1628 Diakonweihe, 28.2.1629 Priesterweihe, 1630 Kaplan in St. Laurentii. Nach dem Tod von Urbanus Heun 1655 übernahm Winter zeitweilig dessen Ämter, als Siegler und Prokanzler der Universität; das letzte Amt hatte er bis zu seinem Tod inne. 1658 und 1662 war er Rektor der Universität. BAEF, Nachlass Klapper; MAY, Organisation S. 783; OPFERMANN, Amt Erfurt-Meiningen S. 141. Winter war offenbar auch Scholaster des Stiftes St. Marien, freilich ist unklar, seit wann. Beerdigt 12.10.1679 ebenfalls als "scholasticus et senior": Kirchenbuch St. Marien fol. 156r.20v, 21v, 22v, 22v, 22v, 28v, 29v, 29v, 40v, 41r, 45r, 51r, 52r, 52v, 52v, 71r, 78r, 81v, 98r, 103v, 104r, 105r, 107v
Wolkringer, Michael; Augustiner-Pater, Prior

[ - ] Augustiner-Pater, Prior der Augustiner-Eremiten in Erfurt 1633 – 1642; OPFERMANN, Amt Erfurt-Meiningen S. 169. Da die Schweden kranke Soldaten bei den Augustiner-Eremiten unterbrachten, zog Wolkringer wegen der Ansteckungsgefahr nach St. Albani Dominarum um.57v, 61v, 62r, 62v, 63r, 67r, 68r, 68r, 68r
Wollerius, Hugo; Abt

Namensform: Wallisius

[ - ] Abt des Schotten-Klosters in Erfurt. Er wurde am 24.4.1615 als Konventuale im Regensburger Schottenkloster zum Abt von Erfurt erwählt. Die Bestätigung erfolgte am 25.11.1617, Abt in Erfurt von 1617 bis 1634. Der nächste Abt, Alexander Baillie, wurde erst 1636 ernannt. SCHOLLE, Schottenkloster S. 83, 11.10r, 11r, 12r, 14r, 26v, 30r, 32v, 33r, 46r, 48v, 56r
Wollerius, Thomas; Kapitän

Namensform: Wallisius

Namensform: Wallace

[ - ] Schottischer Kapitän in schwedischen Diensten, Bruder des Abts des Schottenklosters, Hugo Wollerius. Vgl. auch MILLER, Swords for hire. 11r, 14r
Wunsch, Martin; Vikar

[ - ] Als Student bei Historische Commission der Provinz Sachsen (Hg.), Acten der Erfurter Universitaet S. 507, erwähnt; Vikar von St. Marien in Erfurt.17v, 17v, 28v
Zapf, Nikolaus; Dr. theol., Dekan

Namensform: Zapff

Namensform: Zapfius

[2.2.1600 - 29.8.1672] Dr. theol., zunächst in Wittenberg tätig, dann auf einer Reise in Erfurt festgehalten und auf Drängen des Rats 1633 Professor, 1633 und 1635 Dekan der Theologischen Fakultät, 1638 Rektor der Universität, 1643 Hofprediger bei Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar, 1645 Generalsuperintendent in Weimar. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 943. Er vertrat an der Universität Erfurt die neutestamentliche Exegese. BEYER/ BIEREYE, Geschichte der Stadt Erfurt S. 550 f.. Einige von den Predigten, die er in den katholischen Kirchen in Erfurt hielt, finden sich unter ZAPF, Acht Geistliche Andachten. MOTSCHMANN, Erfordia literata Fünfter Fortsetzung, Sect. II, S. 696.87v
Zehner, Samuel; Dr. theol., Superintendent

[ - ] Dr. theol., Magister, Superintendent in Schleusingen.87v
Zeithof, Augustus; Dr. jur. utr., Dekan

Namensform: Zeithopf

Namensform: Augustinus

[ - ] 1595 in Erfurt immatrikuliert, 1603 in Jena, 1616 von der juristischen Fakultät der Universität Erfurt als Dr. iur. utr. promoviert, mit Henning Rennemann auch nach 1633 der zweite Professor für Jus in Erfurt, 1629/30 Dekan der juristischen Fakultät, jedoch niemals Rektor, 1632 Ratsmeister der Stadt, vermutlich noch 1635 Professor in Erfurt. KLEINEIDAM III S. 201; BAUER, Erfurter Ratsherren, Nr. 721.45v, 53r, 105r
Ziegler, Caspar Heinrich (von); Kanoniker

[ - 2.1.1664] Geboren in Gieboldehausen, Kr. Duderstadt, Tonsur 15.3.1617, seit 1618 (?) Kanoniker von St. Severi in Erfurt. Dekan von St. Severi ab 1651. BAEF, Nachlass Klapper; FELDKAMM, Benefizial- oder Vikarienbuch.23v, 26v, 28r, 50r, 64v, 74v, 81v, 104r, 107v
Ziegler, Constantin (von); Kanoniker

[ - 22.11.(?) 1636] Bruder von Caspar Heinrich Ziegler, Kanoniker, wohnhaft im Haus „Zur Blauen Ecke“. (Possess 27.5.1621: BAEF, St. Marien V d 6), Niedere Weihen 21.7. und Subdiakonweihe 22.7.1623 in Aschaffenburg. BAEF, Nachlass Klapper; BAEF, GG III E 3/353; BAEF, St. Marien V d 6.17r, 26v, 29v, 33v, 39v, 40r, 59v, 71r, 78r, 78r, 81v, 103r
Ziegler, Siegfried

[ - ] Bürger in Erfurt.41r
Ziegler, Stephan; Händler, Ratsherr

[18.8.1577 - 8.11.1635] Studium an den Universitäten Straßburg und Marburg, 1605 Waid- und Saflorhändler in Erfurt, wohnhaft "Zum Bocks Hof" (Anger 57), seit 1613 im Rat, Kämmerer 1618, 1621, 1624, 1627, Vierherr 1629, 1632 Oberstvierherr, Kurator der Universität; Kriegskommissar des Rates und 1634 königlich schwedischer Kriegskommissar in Erfurt. BAUER, Erfurter Personalschriften Nr. 968; BAUER, Erfurter Ratsherren Nr. 744.52r, 54r, 54v