© Mitteldeutsche Selbstzeugnisse der Zeit des Dreißgjährigen Krieges

  Selbstzeugnis von Volckmar Happe, Teil I




Volkmar Happe Teil I, f. 18r
[1612.12;1613.00]

Dem dancke ich von Herzen. Mein Zeug habe ich in seinem Hause stehen lassen. Das hat hernach mein Vater den Sonnabend vorm andern Advent hohlen lassen, ist mir aber davon viel gestohlen worden, habe ich selbigen Abend |mich| mit Doctore Hedia Tentzeln truncken getruncken, sind uneins worden und uns gepalget, haben beyderseits einander in trunckener Weise übel verwundet. Das Zeig hat hernachmals der Knecht, so es abgelanget, Andreas genannt, vollends zu Greußen alles gestohlen, ist folgends zu Erfurt wegen Diebstahls eingezogen und mit dem Schwert gerichtet worden.
Anno 1612 im Dezember ist ein grausamer Wind 3 Tage aneinander gewesen, dergleichen wohl bei Menschengedencken nicht geschehen, hat in Greußen die Kirchspitze eingeworfen.
|[R.] 1613 den 26. Februar mein herzlieber Vater Volckmar Happe zu Greußen selig gestorben.| Anno 1613 ist eine neue Kirchspitzen wieder gemacht und aufgericht worden.
Anno 1613 im Juli ist ein grausam Donnerwetter |in der Nacht| gewesen und ein urplötzlich sehr groß Gewässer, ohne Zweifel durch einen Wolckenbruch entstanden, dass die Ilm so groß worden,