© Mitteldeutsche Selbstzeugnisse der Zeit des Dreißgjährigen Krieges

  Selbstzeugnis von Volckmar Happe, Teil I




Volkmar Happe Teil I, f. 223v
[1632.03]

Den 10. März sind abermahls zu Greußen viel schwedische Soldaten auf Tennstedt gezogen. Den 10. März meine Tochter Martha Elisabetha mit Magister Balthasar Tonnen und B[ürgermeister] Zacharia Königs Tochter bey Johann Zacharia Schonhardten zu Greußen zu Gevatter stehen sollen. Weilen sie aber wegen des vielen Durchziehens schwedischen Volcks nicht sicher hinabe kommen können, so hat Schwager Ernst Tentzells Tochter Martha das christliche Werck ihrentwegen verrichtet. Die Bathe heißet Victoria. Den 16. März hat der Herr Cantzler und ich die Clingischen Diener in gesambter Herrschaft Pflicht genommen nach Absterben Meines Gnädigen Herrn Graf Hans Günther seelig. Den 17. März abermahls etzliche schwedische Soldaten zu Greußen Mittag gehalten. Den 18. März etzliche schwedische Reuter in Bebra[ein]gefallen und den armen Leuthen ihre Pferde aus den Ställen genommen, denen aber die Bauern mit ihrem Gewehr nachgefolget und ihnen die geraubten Pferde mit Gewalt genommen.