© Mitteldeutsche Selbstzeugnisse der Zeit des Dreißgjährigen Krieges

  Selbstzeugnis von Michael Heubel (Anmerkungen)




Michael Heubel, f. 38
[1624.00]


Anno
1624
.
Hertzog Johann
Ernst Weymar
marchirt in Böhmen
und Ungarn und
bleiben daselbst
Ist Hertzog Johann Ernst zue Sachsen Weymar mit 7 Compagnien der schönsten Reyterey[1], als man jemals gesehen, alle mit Schärpen und schönst mundirtenPferden[2], aus denen Erffurther Dörfern, Stadt Illmen und Blankenburg vorbey so fort uf Schlaitz in Boheim, wie sie dann hehrnach in Ungern geblieben, hehraus gebracht und zue Weymar hochfürstlich beygesetzet worden.


[1]Johann Ernst war einiger der wenigen, denen das Wohl der Soldaten am Herzen lag. Langer, Heeresfinanzierung, S. 296: "Derselbe Fürst [Johann Ernst v. Sachsen-Weimar] und Heerführer sandte im Herbst des Jahres 1625 an seinen Kriegsherrn, König Christian IV. von Dänemark, ein Memorial, das die Unterbringung und Versorgung von 4.000 kranken Soldaten betraf. Die Finanzierung oblag der Kriegskasse. Johann Ernst schlug vor, je zehn Kranke einer Pflegerin gegen einen Wochenlohn von einem Gulden anzuvertrauen. Es mußten also vierhundert 'Weiber' gewonnen werden, dazu noch drei bis vier Ärzte, ein Apotheker und 'etliche Prediger', letztere für ein Monatsentgelt von 25 Gulden. Die Verpflegung sollten umherfahrende Marketender liefern gegen Barzahlung, die aus dem Pflegegeld abgezweigt wurde. Nach diesen Angaben war bei gleichbleibender Krankenzahl eine wöchentliche Ausgabe von weit über 400 Gulden nötig. Es scheint allerdings, daß ein solcher Aufwand mit untauglichen Söldnern eher selten war".
[2]Nach Erfahrungen und Gefahren des Land-Richters Heubel, S. 197, soll er 400 Berittene gehabt haben, die angeblich in Königsee und Breitenbach lagen.