Hans Krafft, f. 196v
[1683.04]

Den 3. April anno 1683 war am Heiligen Ostertag große Ungewitter hier zu Stade und anderswo entstanden. Wo Schaden getan, erfährt man in Längen und mehr: und dass in der Grafschaft Oldenburg dadurch elender Zustand und Jammer verursacht worden ist, auch dass absonderlichen den armen Landmann im Lande Wursten hart betroffen [hat], indem aus allen 4 Teilen der Welt 4 Gewitter mit einem solchen Donner, stetigen Blitzen und starken Sturmwinden entstanden, dass die vornehmsten Kirchtürme und Häuser abgedeckt [worden sind], teils auch von Grund aus, gleichsam als durch ein Erdbeben, nebenst einigen schönen Vorwerken und Windmühlen gänzlich aufgehoben, übern Haufen geworfen und zerschmettert. Viel Vieh und Menschen sind dadurch bedeckt und erdrückt worden. Ja, es ist fast keine einzige Kirche unbeschädigt geblieben. Vornehmlich aber an der Baddinger Kirche der hinterste Teil, der von Opfersteinen gewesen [ist], umgefallen, und die Caplen Kirche mehrerenteils Dach und Sparren losgemacht [worden]. Auch deren Turm ist übern Haufen geworfen worden. So hat es ungefähr 4 Meilen von der Stadt Bremen allein im Dorf Werseby, allwo 40 Gebäude gestanden, 22 davon umgerissen, und ist dabei merkwürdig, dass die Häuser und Scheunen an allen 4 Ecken aufgehoben und das Oberste zuunterst gekehrt worden ist. In dem Amt Hagen hat ermeltes Gewitter allda ebenfalls 2 Dörfer fast ganz ruiniert.
[Bl. 197r bis 198r unbeschrieben.]



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