Volkmar Happe Teil I, f. 76v
[1626.06]

Den 28. Mai haben wir eine sehr traurige Pfingsten gehabt, es sind in der Kirchen keine Meyen aufgesteckt gewesen, sondern anstatt deren darinnen gewesen allerley Hausrath, so die armen Leuthe wegen der Soldaten hinein geflüchtet. In etzlichen Dorfen sind die Pfarrherren gar ausgewichen, die Kirchen von Soldaten aufgebrochen und visitiret gewesen. Darinnen gar nicht geprediget worden, viel Dorfe sind gantz und gar lehr gestanden, darinnen kein einiger Mensch blieben, sondern alle entlaufen, als Rohnstedt, Westgreußen, Wenigenehrich, Großenehrich, Abtsbessingen, Allmenhausen, Billeben et cetera. Viel Leute haben in den Wiltnüssen ihre Pfingsten halten müssen mit Trauern, Trenen, Hunger, Kummer und großem Hertzleiden. Den 29. Mai, war der 2. Pfingsttag,


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