Hans Krafft, f. 12v
[1597.00,1609.01,1609.03,1609.08,1611.00]

Anno 1608 den 23. Dezember. So ist der Wagner hinter der Kaufmannskirche bei Meister Vitten im Bad gewesen und ist in der Schlössergasse bei Günter von Bon seinem Hause darnieder gefallen zu Tode, seines Alters 81 Jahr. [Die übrigen Eintragungen auf diesem Blatt sowie auf Bl. 13r wurden von anderer Hand vorgenommen.] Anno 1611 den 10. August. So hat man in der Nacht einen weißen Regenbogen gesehen. Anno 1611 sind in Erfurt damals 2000 Menschen weniger 15 gestorben.[1] Anno 1597 ist in Erfurt ein Sterben gewesen, dass 7765 gestorben.[2] Anno 1609 den 20. Januar so haben unsere Herren ein Fingeling[3] im Marienkloster gehabt und ist in die Gera gefallen und haben ihn 21. Januar beim Johannistor unter Gewehr funden. Anno Domini den 19. März so ist in der Mühlen Erbheiser [?] ein Knäbchen ersoffen. Anno Domini 26. Juli so ist Cilian Gorttian diesen Tag im Spital gewesen, in der Kirche gewesen, und hat sich ersäuft und ist in Ilversgehofen begraben worden.

[1] Nach anderen Angaben waren es 1.990 Menschen.
[2] So auch vermerkt in: Anon., Erffurtische Chronica, StAE 5/100-33, S. 344ff. Dort wird die Zahl der Toten mit 7.670 bestimmt. Zumindest war dies mehr als ein Drittel der Bevölkerung Erfurts, auf den Dörfern starben 9.676 Menschen. Zur Pest 1597 vgl. die Angaben bei Spiegler, Geschichte der Pest, S. 98, 99. Die Zahlenangaben entstammen augenscheinlich Hogel, Antiquitatum Erfurtensium, StAE 5/100-31, Bl. 962. Zu den Teuerungsjahren 1596-98 vgl. Oehmig, Getreide- und Brotversorgung, S. 213ff.
[3] Findelkind.


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