Michael Heubel, f. 76
[1631.09]


Anno
1631
.
Schlacht vor
Leipzig
Den 7. September, wahr der Tag Regina, ist die Schlacht vor Leipzig geschehen, in welcher uf beyden Seiten etzliche 1000 Mann geblieben, und hat der König in Schweden Gustavus Adolphus mit einen preislichen Sie[g] dem Churfürsten zue Sachsen p zue Hülfe wider den keyserlichen General Graf Tilli erhalten, und wahr derselbe in der Schlacht sehr beschädiget.
Hertzog Wilhelm
zue
Sachsen
Weymar
bekommt
Erffurth
ein
Nach dieser Schlacht hat Hertzog Wilhelm zue Sachsen Weymar, schwedischer General Lieutenant, die Stadt Erffurth mit einer sonderbahren List[1] einbekommen und dem König in Schweden mit in die Stadt gebracht, Thore und Mühle besetzet,
worbey dann ein und ander Lächerliches vorgangen[2]. Von dar


[1] Vgl. die Darstellung bei Marx, Diarium Actorum, fol. 9v. Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar hatte mit Hilfe des Regiments Courville die Stadt eingenommen. Noch 1634 sah sich der Rat veranlasst, die Umstände der Einnahme in einer Druckschrift zu publizieren. Vgl. Stievermann, Erfurt in der schwedischen Deutschlandpolitik, S. 45f.
[2]In der Anmerkung in den Erfahrungen und Gefahren des Land-Richters Heubel, S. 200, heißt es dazu: "Der Herr Landrichter, der in vielen andern Relationen so ausführlich ist, hätte diese lächerlichen Streiche aufzeichnen sollen, die gewiß charakteristisch genug waren. Falkenstein in seiner Geschichte der Stadt Erfurt (S. 703) geht sehr darüber hinweg, und sagt nur, indem der Stadtrath auf dem Rathhause noch darüber deliberiret habe, ob er den Schwedischen die Thore öffnen solle, oder nicht, sey Herzog Wilhelm gekommen, habe die Thorwachen, (welche ihm, als einem bekannten Fürsten, nichts entgegen gesetzt haben,) entwaffnet, und die Stadt besetzt. Auf die Weimarischen Soldaten aber sowohl, als auf die Schweden, war man gar nicht wohl zu sprechen".


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