Hans Krafft, f. 180r
[1165.00]

Anno 1165 hat Landgraf Ludwig zu Thüringen vom Kaiser Friedrichen Befehl bekommen, die Stadtmauern in Erfurt, welche Bischof Konrad hatte aufrichten lassen, wiederum niederzureißen und in einen Haufen zu werfen, wie denn auch geschehen ist. Und sind sonst etliche Schlösser und Berghäuser wie Rusteberg, Harrburg etc. zerstört worden. Das hat Erzbischof Konrad damit verursacht, dass er sich an Papst Alexandrum den dritten gehängt [hat] wider den Kaiser, welcher Victorem den vierten als Papst haben wollte. Da sich nun der Erzbischof hierin dem Kaiser widersetzte und wollte sich nicht abweisen lassen, wurden ihm nicht allein seine Festungen zerbrochen,[1] sondern er wurde auch des Erzbistums entsetzt und gänzlich daraus hinweggejagt. Nach dreizehn Jahren kam er wieder in das Bistum und lebte noch siebzehn Jahre.

[1] gemeint sind hier Amöneburg und Bingen.


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