Volkmar Happe Teil I, f. 65v
[1625.00;1626.01]

Den 23. Dezember der Schösser, Amtschreiber, Förster und Richter zu Keula ihren Abschied bekommen. Dies 1625 Jahr ist ein sehr gelinder Winter gewesen, darauf gefolget ein fast kalter nasser Sommer mit grausamen sehr schrecklichen Wettern. Von Obst ist fast gar nichts worden. Das Getreydich und Wein ist gar nicht wohl gerathen. Auch hat die Pest fast an allen Orthen |grausam| grassiret. Zu Greußen sind dis Jahr an der Pest gestorben 843 Personen, darunter der Pfarr und Capellan, 3 Bürgermeister, etzliche Rathsherren und viel ehrliche Leute. Einen Tag sind 23 Menschen zugleich begraben worden, es ist ein unaussprechlicher Jammer gewesen. Kein trauriger Jahr habe ich noch nicht erlebet; denn über das grausame Krieges=Wesen mir in diesem Jahre in Greußen meine liebe Mutter, meinen lieben getreuen Schwervatter und eine große Anzahl meiner nechsten Anverwanten und lieben Freunde hinweg genommen.


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