Volkmar Happe Teil I, f. 112v
[1627.07]

Clettenberg in den Brant gestecket und 30 darinnen liegende keyserliche Soldaten beneben ihrem Lieutenantgefangen weg geführet[1], werden zweifelsfrey eine traurige Passion mit ihnen gespielet haben[2]. Den 7. Juli sollen etzliche von denen marggräfischen Reutern der Kaufleuthe Wagen, so von der Naumburg auf Erfurt gewolt, angriffen haben, da sie eine stattliche Beute bekommen haben. Die Sage gehet, es hetten ihnen die Kaufleuthe 2000 Ducaten geben wollen, dass sie die Güter los lassen solten. Die Reuter aber hetten es nicht thun wollen, denn etzliche Fässlein mit Gelde auf dem Wagen gewesen. Den 8. Juli allenthalben viel Raubens, Plündern und Mordens auf den Straßen und liegt das marggrefische Volck noch immer im Ambte Arnstadt.

[1]Vgl. dazu Boblenz, Aktionen, S. 99.
[2]Unter dem 20.8.1627 befahlen Anton Heinrich, Hans Günther und Christian Günther ihren Untertanen, sich nicht mit den Harzbauern einzulassen, sondern diese bei entsprechender Gelegenheit gefangen zu nehmen, einzusperren und sofort einzuberichten. Kuhlbrodt, Clara von Heringen, S. 73f.


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