Volkmar Happe Teil I, f. 126r
[1628.01]

Januar 1628 Den 4. Januar dem Müller von Rockstedt ein Pferdt vor Ebeleben von den Soldaten genommen worden. Es ist das Wetter wie im Dezember, noch immer unfletig, Regen und windig und continuiret calamitas bellica[a] leider gar starck. Den 10. Januar hat sich das weiche Wetter geändert und ist ein scharfe Winter Kälte angefallen. Sonsten werden wir leider von den einquartirten Soldaten jämmerlich geplaget und gantz zugrunde verderbet. In diesem Monath Januar hat sich eine fremde böse ansteckende Kranckheit alhier in Ebeleben ereignet, daran sich in 5 oder 6 Tagen 26 Personen geleget. Kommet die Leuthe mit Frost an und folget darauf eine starcke Hitze und ein Reißen in allen Gliedern, auch irren die Patienten gar sehr, als wie an der Hauptkranckheit. Diese Kranckheit hat sich den 11. Januar gar starck vernehmen lassen.

[a]Kriegselend


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