Volkmar Happe Teil I, f. 172v
[1629.09]

Den 10. September ein Soldat zu Mehrstedt in Quartier bey Nachte erschossen worden. Wer es gethan, ist unbewusst. In diesem Monath haben die Staden die starcke Festunge Hertzogenboscheinbekommen[1], nachdeme sie dieselbe bis in den fünfzehenden Monath belagert gehabt. Den 11. September sind etzliche Saltzische Cramer vom Soldaten beraubet worden. Den 12. September die Dennsteter Cramer vom Soldaten beraubet worden. Den 15. September sind des Rittmeisters Fontinellen Reuter von Großmehlra hinweg gezogen. Diese Zeit sind die belagerten Magdeburger abermahls ausgefallen und haben die Keyserischen aus zweyen Schantzen geschlagen, also dass ihrer viel todt blieben. Dahero die Sage starck gehet, dass noch etzliche keyserliche Regimenter vor Magdeburg geführet und die Stadt

[1]S’-Hertogenbosch wurde am 17.9.1629 von Truppen der Generalstaaten der Niederlande (vgl. Staden) erobert. Dies wurde insofern in gewisser Weise als Wende des Krieges angesehen, als in der Folgezeit die berüchtigten spanischen Einheiten aus Nordwestdeutschland abgezogen werden mussten.


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