Volkmar Happe Teil I, f. 183v
[1629.01-1630.01]

Wein ist wenig worden und nur mittelmäßig guth. So sind auch viel Kinder an allen Orthen an den Blattern gestorben. Das größte und mit blutigen Threnen zu beweinende Unglück ist auch unter andern in diesem Jahr gewesen, dass die Päbstischen an vielen Orthen die reine evangelische Lehre expelliret und den päbstlichen antichristlichen Greuel wieder introduciret, als im Stift Halberstadt, Minden, Bremen, in dem Stift Walkerode, Illfeld und andern. Auch ist in diesem Jahre das beschwerliche Religions Edict von dem Kayser Ferdinando secundo publiciret worden. |[R.] Das verwichene Jahr haben wir gar einen sehr guten gelinden Vorwinter gehabt, bis auf das 1630. Jahr gar gelinde und weich gewesen.| Januar 1630 Den 1. Januar 1630 habe ich mit meinem lieben Weibe und Kindern das liebe Neue Jahr zu Greußen mit großem Trauern wegen Abgang meiner lieben Schwiegermutter gehalten. Den 2. Januar ist ein italienischer Graf, von Geschlecht der Marchesa, von etzlichen Reutern bey Erfurt auf der Straßen beraubet und übel verwundet worden. Das sollen ätzliche[1]| keyserliche| Reuter von Rittmeister Horchen Compagnia gethan haben, will also

[1]etliche


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