Volkmar Happe Teil I, f. 206v
[1631.09]

sie wieder aufkommen, nach Mittelsömmern gezogen und aldar pernoctiret. Den 1. September ist Leubingen und umliegende Orthe vom Keyserischen geplündert worden und ist ein sehr elender Zustand im Churfürstenthumb Sachßen. Das arme Volck weiß nicht, wo es hin fliehen soll, theils flüchtigen nach Erfurt, theils nach Mühlhausen, theils in die Grafschaft Schwartzburg, nach Greußen, Clingen, Sondershausen, Ebeleben. |[R.] Das Schloss zu Weißensee ist diesen Tag mit 100 Mann churfürstlicher Ausschuss besetzet worden.| Den 2. September haben die Bürger zu Leipzig die Vorstädte selbst angestecket und in die 800 Häuser hinweg gebrant. Den 6. September hat sich die Stadt Leipzig per Accordodem Keyserlichen General Tylli ergeben[1]. Den 7. September balde frühe hat sich das Schloss zu Leipzig auch den Keyserlichen ergeben, aber wenig Stunden hernach kommet der Churfürst von Sachßen mit seinen exercitu[a] wie auch der

[1]Am 15.9.1631.
[a]Heer


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