Volkmar Happe Teil I, f. 244v
[1632.09;1632.10]

4. Die Rothe Ruhr und Pest hat zu Leipzig schrecklich grassiret.
5. Die beyden mechtigen Armeen, als die königlich schwedische und keyserlich Wallensteinische, nachdeme sie etzliche Monath bey Nürnberg gegeneinander gelegen, manchen harten Scharmützel miteinander gethan und beyderseits viel tausend Menschen Hungers und an der Pest gestorben, von Nürnberg hinweg in Francken gezogen. |[R.] Es wird berichtet, dass alleine vom schwedischen Volcke über 25 000 Menschen vor Nürnberg umbkommen und auf beyden Theilen über 50.000 Pferde gestorben.|
6. Coburg, den Hertzogen von Sachsen, und Gehren, dem Herren Reußen, wie auch Frauenpreisenitz, den Herren Schencken zustendig, samt den umliegenden Orthen hat der Keyserliche Oberste Holckealles eingenommen und geplündert[1]. |[R.] Die Festunge Coburg hat der Holcke nicht einbekommen, denn die Satzunge[2] darauf sich so dapfer gewehret, dass Holcke, nachdem er etzliche Stürme dafür verlohren und viel Volck im Stich gelassen, wieder abziehen müssen.|
7. Das Städtlein Eichsfeld jenseit dem Thüringer Walde von den Wallensteinischen eingenommen[3].
[Blatt 245 bis 248 sind unbeschrieben. Chronologisch geht der Bericht auf f. 218v weiter.]

[1]Am 29.9.1632.
[2]Besatzung: Coburg wurde von Taupadel verteidigt, der Hauptsturm der Kaiserlichen am 13.10.1632 erfolgreich abgeschlagen, am 15.10.1632 zog Wallenstein ab. Taupadel wurde wegen seiner Tapferkeit von Gustav II. Adolf zum Generalmajor befördert.
[3]Am 30.9.1632.


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