Volkmar Happe Teil I, f. 250r
[1630.10;1630.11]

Der Collegialtag wehret auch noch, sowohl die scharfen Exactionen der Kriegs Contribution. Den 13. Oktober haben wir zu Greußen in Gottes Nahmen angefangen, den Wein zu lesen, auch eine solche große Menge Wein beschehret, dergleichen nicht bey Menschengedencken nicht geschehen, also dass man nicht hat Fasse genug haben können. Ich habe bekommen in 12 ½ Acker 150 Eymer, in einem halben Acker am Niederberge allein über 10 Eymer, in dem Acker am Narrenberge aber sechs Eymer bekommen. Den 14. Oktober sind bey die 500 Drossbuben, Weiber und Pagagi etc. im Ambt Keula ankommen und eine Nacht zu Thalebra Quartier gehabt, gehören zu des Obersten Wanglers Regiment. Den 18. Oktober ist unversehens eine sehr harte, grimmige Kälte eingefallen. Die hat den gantzen Monath durch gewähret, hat den Wein, so noch nicht gelesen gewesen, auch ziemlichen Schaden gethan; denn von den vielfältigen starcken Frosten derselbe sehr ausgelaufen.


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