Volkmar Happe Teil I, f. 263r
[1631.05]

Den 10. Mai ist die gute alte Stadt Magdeburg, welche ie und alle Wege das Lob gehabt, dass sie bey dem reinen Worte Gottes bestendig blieben, nach langer Belagerunge mit stürmender Hand erobert worden durch das keyserliche Kriegs Volck. Und sind, wie die Sage gehet, über die viertzigtausend Menschen an Soldaten, Bürgern, Weiber und Kindern erbärmlichen nieder gehauen und entlichen in die Elbe geworfen worden. Es soll sehr unaussprechliche Tyranney darinnen, sonderlich gegen die armen kleinen Kinder verübet worden sein. Das Weibes Volck alles geschendet, die Stadt ausgeplündert und entlich gantz abgebrant und bis auf etzlich wenig Häuser in die Asche geleget worden. Es sollen so viel Todte in die Elbe geworfen worden seyn, dass sich auch das Wasser daran gestemmet. Summa, es soll ein sehr erbärmlicher


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