Volkmar Happe Teil I, f. 290v
[1632.11]

der Windmühlen sich verschantzet. Der König aber hat in Gottes Nahmen sie frisch angegriffen, sie aus den Vortheil und gar aus dem Felde geschlagen, die gantze Artollery und alle Munition bekommen und also durch Gottes Seegen eine stattliche Victory erhalten. Aber ach, leider, leider der christlichste, rittermestigste dapferste König ist auch auf der Walstedt selbsten todt blieben, worüber die Freude, so wir wegen der herrlichen Victori sonsten gehabt hetten, sehr verbittert worden. Der glorwürdigste König hat als ein theurer Ritter Jesu Christi vor Gottes Ehr und die teutsche Libertet sein Blut und Leben ritterlich zugesetzet. Den 8. November ist der Königin in Schweden dieser leidige Todesfall zu Erfurtangekündiget worden[1]. Darüber in der gantzen Stadt, bey Groß und Klein,

[1]Die Königin erhielt die Nachricht vom Tod Gustav Adolfs am Tag nach der Schlacht bei Lützen am 7./17. November (und damit nicht, wie bei Happe vermerkt, am 8./18. November). Zu diesem Zeitpunkt wohnte sie nicht mehr in der "Hohen Lilie", sondern im "Schwarzen Löwen" (Anger 11). Vgl. Beyer/Biereye, Geschichte der Stadt Erfurt, S. 545 f.


< vorige Seite     nächste Seite >      Druckversion