Volkmar Happe Teil I, f. 47v
[1624.01;1624.02]

Anno 1624 Den 2. Januar 1624 mein liebstes jüngstes Söhnlein Christoph Friedrich Happe zu Greußen auf dem Gottes Acker begraben worden. Darbey Herr Christoph Grospitz, Pfarrherr daselbsten, zur Leichenpredigt den Text zum Galatern am 4.[1] ausgeleget. Den 6. Januar Meines Gnädigen Herrn Graf Christian Günther zu Schwartzburg und Hohenstein drittes Fräulein, Leonora Sophia von Frankenhausen, nach Mühlhausen gezogen. Den 15. Januar Mein Gnädiger Herr die 2 jüngsten Fräulein Sophien Elisabethen und Claren Sabinen zu Ihrer Fürstlichen Gnaden nach Heringen getan, sind nicht lange darblieben; denn man sie zu ernähren nicht getrauet. Diesen gantzen Monat ist eine sehr grausame, grimmige Kälte gewesen, also dass viel Menschen erfrohren und umbkommen sind. Auch hat so ein schrecklicher, großer Schnee gelegen, dergleichen bei Menschengedencken wohl nicht geschehen.

[1]Brief des Paulus an die Galater 4, 4: „Als aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz getan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfangen“.


< vorige Seite     nächste Seite >      Druckversion