Volkmar Happe Teil I, f. 73v
[1626.05]

haben die Ambte Clingen, Sondershausen, Keula täglich in das Hauptquartier schaffen müssen 12400 Pfunden Brod, 9300 Pfunden Fleisch, 6200 Maß Bier, 218 Malder Hafer, 2 Fass Wein und allerhand Gewürtze, was hierüber vor Schrecken und Jammer gewest, ist nicht zu beschreiben. Den 12. Mai, nachdeme Mein Gnädiger Herr Graf Christian Günther ein stattlich Pferd verehret dem Obersten Merode, ist derselbe mit seiner Armada fortgezogen in das Frankenhäusische Gebiete. Wir haben aber täglich aus hiesiger Herrschaft viel Proviant nach Frankenhausen schaffen müssen. |[R.] Das Pferd aber hat nichts geholfen, denn wie folget haben wir das Kriegs Volck den 18. Mai alles wieder bekommen, wir haben aber täglich aus hiesiger Herrschaft viel Proviant nach Frankenhausen schicken müssen.| Den 15. Mai etzliche Reisige fünf Pferde den armen Leuthen zu Kleinbrüchter genommen. Eodem die sehr kalt Wetter gewesen und hat mitunter ziemlich Schloßen geworfen. Den 16. Mai abermahls böse, kalt, stürmisch Aprilwetter und liegt die Merodische Armada noch immer zu Frankenhausen.


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