Volkmar Happe Teil I, f. 97v
[1626.00]

Von dem gottlosen Krieges Volck haben wir mehr Übels nicht erlitten als leider dies vergangene Jahr, wie die vorgeschriebenen acta[1] bezeugen, haben auch des gottlosen Geschmeißes noch im Ambt Arnstadt liegen. Auch ist dieses Jahr ein gantz Landtsterben gewesen. Es hat die Pest in allen Steten und Dorfen weidlich grassiret und ist kein eintziger Orth gantz reine gewesen. Die Herrschaft Hohenstein und Lohra und Braunschweiger Land sind wohl halb ausgestorben. In Nordhausen, Erfurt, Herrschaft Schwartzburg, Salza et cetera sind viel tausend Menschen gestorben. Auch ist sehr große Theurunge und Hungers Noth allenthalben gewesen, mehr als in keinem vorigen Jahre, und ist also dies 1626. Jahr das allerunglücklichste, so ich erlebet. Dies Jahr ist auch der Wein und Getreyde ziemlich wohl gerathen. Zu Ebeleben sind dies Jahr gestorben 108 Personen.

[1] Boblenz, Aktionen, S. 246, Anm. 71, verweist darauf, dass Happe hier nach den Akten des Amts Sondershausen trotz der vielen Vorkommnisse keineswegs alle Todesfälle (1926) registrierte, von denen er gewusst haben dürfte.


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