Michael Heubel, f. 105
[1634.02]


Anno
1633.

General
Wallnstein wird
umbs Leben bracht
Den 25. Februar[1] ist der Generalissimus Hertzog von Friedtland Wallnstein sambt den Grafen Terzky und Kinski in Eger uf keyserlichen Befehl von etlichen Officirern ums Leben gebracht worden, wegen großer entdeckter Verrätherey, darauf der König in Ungarn Ferdinand der III. darzue begehret worden.[2] Ich habe zu Eger das Zimmer, welches 2 Stubenthüren hat, in welchen auch des Wallnsteines Bludt, selber gesehen,[3] in dem es nicht ausgeleschet werden kann, auch die Stiege,
{Der General
Wallenstein wird
wie ein Vieh
tractiert}
wo er als ein Aas[4] mit dem Füßen hienunter


[1] Heubel verwechselt hier zwar das Jahr, das Todesdatum (25.2.1634) gibt er nach dem neuen Kalender wieder.
[2] Der Sohn des Kaisers übernahm nominell den Oberbefehl, tatsächlich aber leisteten Gallas und Piccolomini die Hauptarbeit auf kaiserlicher Seite. Vgl. Engerisser, Von Kronach nach Nördlingen, S. 214ff.
[3] Vermutlich auf seiner Reise zu Generalmajor Pfuel (1639)
[4] Begebenheiten 2, S. 54 und Heubel, Die Thüringer Heubel, S. 28 machen daraus einen "Ochsen" [!], während Erfahrungen und Gefahren des Land-Richters Heubel, S. 205, "gleich einem todten Vieh", schreibt. Aas durfte bekanntlich nur vom Abdecker (Henker) beseitigt werden, allein die Berührung machte schon "unerhrlich" und konnte zum Verlust des Bürgerrechts führen.


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