Michael Heubel, f. 134
[1635.00]


Anno
1635
.
{Prager
Friedensschluß}

{Der Herzog
dankt ab}
Nach dem Prager Friedenschluss mit dem Keyser und Churfürsten von Sachsen wahr der schwedische Herr General Lieutenant, Hertzog Wilhelm zue Sachsen, von dem Römischen Keyser und Churfürsten zue Sachsen p bey Verlust seines Hertzogthums abzugehen ermahnet[1], darauf er
Erffurth wird
evacuirt
auch die Stadt Erffurthevacuiret[2] und sich uf seine Residentz nacher Weymar begeben, und schickte der Churfürst von Sachsen dem Herrn Oberaufseher zue Schleisingen und viel andere hohe Officirer mehr nacher Erffurth, mit Begehren,


[1] Erfahrungen und Gefahren des Land-Richters Heubel, S. 208 Anm., verweist auf Mittag/Schmeitzel, Leben und Thaten Gustav Adolphs, S. 234: "Herzog Wilhelm von S. Weimar trat diesem Friedenschlusse bei, und zwar hauptsächlich, weil der Schwedische R. Kanzler Oxenstierna ihm eben nicht gar zu wohl wollte. Dann, als der König in der Schlacht bei Lützen gefallen war, und der Herzog fragte: Was soll’s nun werden? fuhr der Kanzler auf, und schrie: Tous les Allemands sont poltrons ! [Alle Deutschen sind Feiglinge !] Der Herzog, dem das verdroß, schlug ein Schnippchen und rief, beleidiget, aus: "Ein Deutscher Fürst kann sich mehr einbilden, als ein König von Schweden". Oxenstierna merkte mit wem er es zu thun hatte, und sagte: Es sey so böse nicht gemeint gewesen. Er habe nur sagen wollen, die Deutschen wären zu bedächtig. Es werde sich alles geben. Der Herzog wurde zwar besänftiget, und der R. Kanzler brachte es dahin, daß er noch das Commando behielt, dennoch endlich aber dem Prager Friedenschlusse beitrat".
[2] hier: von der schwedischen Garnison unter Grabbe geräumt.


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