Michael Heubel, f. 157
[1636.12]


Anno
1636
.
Ihr habt einen guten Herrn, sehet, dass es lange währet. Des andern Tages frühe musste [ich] wieder mit auf Butstedt, woselbst er mir eine Instruction[und] auch einen Pahs gegeben. [Zu]gleich bekahm ich Schreiben, dass mein Weib am Christtag[1] mit einer Tochter ins Kindbette kommen, bat also umb Erlaubnus, welche
{mein Frau kam nieder,
solte den Comisario
zu Gevattern bitten.
Fräulein
Kratzenstein}
anderer Gestaldt ich nicht erhalten kunte, ich bete dann ihme und seine lieb habente Jungfer von Kratzenstein zue Gevattern. Es half keine Entschuldigung, musste unverrücktes Fußes[2] mit ihm in des Feldmarschalls Quartier, ja gar vor der Frau Feldtmarschallen Zimmer gehen und die hochadeliche Jungfer mündlich bitten. Es wahr zwar gelacht,


[1]Nach Heubel, Die Thüringer Heubel, S. 29, "Tinstag" !
[2] sofort, auf der Stelle


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