Michael Heubel, f. 168
[1637.05]


Anno
1637
.
Den 13. Mai kahm der keyserliche General Graf Geleen
General Graf
Geleen March
und Einlogirung
zu Ichtershausen
von Schlaitzhehrein[1], nahm zue Leutnitz, Solsdorf Kleinen Liebringendas Quartier[2], mit dem Morgen Stadtilmen vorbey uf Ichtershausen marchiret, deme ich einen Hirsch und etzliche Forellen in das Hauptquartier brachte, und war zu Arnstadt[3] ein Proviandhaus für die Armee zue Ichtershausen, welche die Stadt Erffurthbloquirt[4] halten solten, aufgerichtet.
Meines gnädigen
Herrn Schafviehe
wirdt genommen
Am Pfingsttag wahr meinen gnädigen Herrn viel Schafviehe genommen und nach Ichtershausen bracht, deme der Hofjunker, der von Boseck, und ich bis nach Ichtershausen


[1]Nach seinem von Johann von Werth unterstützten Vernichtungsfeldzug in Hessen – 17 Städte, 47 Adelshäuser und 300 Dörfer sollen dabei verbrannt worden sein - , der Landgraf Wilhelm V. am 15.5. ins Exil nach Ostfriesland trieb, war Geleen von dort abberufen worden.
[2]Bei Erfahrungen und Gefahren des Land-Richters Heubel, S. 210, und danach Heubel, Die Thüringer Heubel, S. 30, fälschlicherweise Gallas !, obwohl die Schreibweise eindeutig ist.
[3] Reinhold, Chronik Arnstadt I, S. 15: "Den 14. Mai kommt die kaiserliche Armee unter dem Kommando des Freiherrn von Geleen dieser Örter an, kampiert erstlich bei Wandersleben, legt sich hernach zwischen Ichtershausen und Eischleben auf die Höhe, und wird im Lande alles preisgemacht (zur Beute gegeben) und währt in die 6 Wochen. Damals war zu Arnstadt so viel Volk von Lande hereingewichen, daß ihm die Regierung daselbst die Kirche B. Mariä (Liebfrauenkirche) einräumte, darinnen die Pfarrer auf dem Lande mit ihren verjagten Pfarrkindern die Zeit über den Gottesdienst verrichtet".
[4]Vgl. Theatrum Europaeum Bd. 3, S. 796. Blockade und Einschließung einer Festung zielten auf die Aushungerung der Bevölkerung. Dagegen wurden Ausfälle aus der Festung unternommen, um Nahrung zu beschaffen.


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