Michael Heubel, f. 22
[1623.05]


Anno
1623.
NB.[a] Mit dieser des Hertzogs Kriegsarmee ist der Niedersächsische Kreis übel zuefrieden gewesen, dieweiln hierdurch ihnen der Krieg ins Land und uf den Hals gezogen worden[1].
Den 1. Mai hat der Bischof zue Speyer die Festung
die Festung
Udenheim be-
kombt den Nah-
men Philipsburg
Udenheim[2], so von der Pfalzischen Ruin wieder vindiciret und reparirt, in Schutz des heiligen Apostels Philippi[3] alß erwählter Patron befohlen und nach Hienlegung vorigen Namens Undenheim Philipsburgk genannt, welches publice[b] proclamiret und zum Gedächtnüs Reichsthlr: mit dem Bildnüs Philipp, schön Gemüntz, Wein und Bier unter


[1] Theatrum Europaeum Bd. 1, S. S. 740: "Mit solcher Krie[g]gs-Armada ist der Nidersächsische Cräyß übel zu frieden gewesen / auß Beysorg der Krieg möchte ihnen hierdurch ins Landt und auff den Halß gezogen werden".
[2]Bereits vor Ausbruch des Krieges hatte Sötern an dem rechtsrheinisch gelegenen Schloss Udenheim umfangreiche Erweiterungs- und Befestigungsmaßnahmen vornehmen lassen, was die benachbarte Kurpfalz als unmittelbare Bedrohung empfand. Am 15.6.1618 waren 4.000 kurpfälzische Truppen vor Udenheim gerückt und hatten die neuen Festungsanlagen niedergerissen. Nach dem Ende der kurpfälzischen Herrschaft hatte Sötern 1623 die Bauarbeiten wieder aufnehmen lassen.
[3] Philippus war an sich der Schutzherr der Hutmacher, Krämer, Konditoren, Gerber und Walker sowie der Schutzherr im Kampf.
[a] nota bene = wohlgemerkt, übrigens
[b] öffentlich


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