Michael Heubel, f. 23
[1623.05]


Anno
1623:
die Armen ausgetheilet worden.
Bethlehem Gaber, Fürst in Siebenbürgen[1], sucht Hülfe bey dem Türken.
In [den] Obersächischen und Niedersächsischen Creysen ist ein Defensionwerk ufgerichtet worden[2].
keyserlicher Perdon
Hertzog Christian
von Braunschweig
Dieser Zeit ist dem Hertzog Christian von Braunschweig von Ihro keyserlichen Mayestät uf gewisse Maße Perdon zue geben allergnädigst zuegeschrieben worden, es hat sich aber der Hertzog nicht darzu verstehen wollen.


[1]Bethlen Gabor von Iktár war 1622 als deutscher Reichsfürst anerkannt worden; bis 1624/6 erhielt er mehrere Fürstentümer in Schlesien.
[2]Heubel stützt sich wohl wieder auf die Angaben im Theatrum Europaeum Bd. 1, S. 737: "Demnach der Tag zu Regenspurg weit anders außgeloffen / dann ihnen viel eingebildet hatten / hat es wunderliche Gedancken gemacht / und sind etliche Fürsten und Herrn / sonderlich in dem Nidersächsischen Cräyß nicht wol damit zu frieden gewesen / und dieweil sie gesehen / wie es in Böhmen / Mähren und in der Pfaltz hergieng / haben sie sich besorget / die Ordnung endlichen auch an sie kommen / und sie neben andern unter das Päpstische Joch gebracht / und ihre Freyheit und Religion beraubet werden möchten. Umb der Ursachen willen der König in Dennemarck / die hertzogen zu Braunschweig / Hollstein und Mechelnburg / die Stätte Hamburg / Bremen / Lübeck / Lüneburg und andere sich miteinander vereiniget und verglichen / sich in Verfassung zu stellen unnd eine Armada von 10.000 Mann zu Roß und Fuß / zu ihrer defension auffzubringen / alles besorgende Unheil bey diesen gefährlichen Läufften von ihren Königreichen / Fürstenthumben / Landen und Stätten abzuwenden". Am 10.2.1623 forderten die Stifter Bremen und Lübeck sowie Wolfenbüttel und Lüneburg die Abführung des kaiserlichen Heeres von der Weser; am 18.2. beschloss der Niedersächsische Kreistag die Aufstellung einer Kreisarmee zum Schutz seines Gebietes gegen die mansfeldisch-halberstädtischen wie auch gegen die kaiserlich-ligistischen Truppen - Tilly war am 24.2. von Maximilian I. von Bayern zur Eröffnung des Feldzuges gedrängt worden - , die nordthüringische und Südharzer Dörfer und Städte plünderten, während Christians Verbände im Westharz operierten. Die neu aufzustellende Kreisdefension sollte unter dem Kommando Georgs von Braunschweig-Lüneburg stehen, doch hielt sich der Kreis zunächst noch zurück. Statt der zugesagten 10.000 Mann wurden allerdings nur 4.000 aufgeboten; einige der Stände zogen ihr Kontingent ab; die restliche Mannschaft blieb unbesoldet. Nur Friedrich Ulrich von Braunschweig-Lüneburg ließ sich trotz der zu erwartenden Sanktionen Ferdinands II. und der Liga bewegen, den Halberstädter unter entsprechenden Auflagen in seine Dienste zu nehmen, und verband sich mit Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar.


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