Michael Heubel, f. 29
[1623.07]


Anno
1623
.
Das Catholische Convent zue Altonau[1] wird überfallen und geplindert.
General Tilli
quittiret das
Eisfeldt
General Graf Tilli zieht wegen Mangel Victualien aus dem Eisfeldt und nimmt das Adelische Haus Perlepsch und das fürstlich Wolfenbütlische Schloss Friedland[2], in Ansehen des halberstattischen Feldtlägers, ein[3] Hertzog Christian zue Braunschweig, Bischof zue Halberstadt, valediciret den Niedersächsischen Craisden 11. Juli[4] und hat wachende Augen auf der Tillische[n] Armee.
Niederlage des
Hertzogs zue
Braunschweig
Den 26. Juli hat Hertzog Christian eine große Niederlage von General Tillierlitten[5] und über 3000 Todte und


[1]Im Theatrum Europaeum Bd. 1, S. 746, ist von Kloster Geroda [Gerode, Gem. Weißenborn, Kr. Worbis] die Rede. Vgl. auch Happe, Chronicon Thuringiae I, fol. 40v; danach wurde das Kloster am 9./19.7.1623 von Christian von Braunschweig geplündert.
[2]Die von 300 halberstädtischen Söldnern verteidigte Feste Friedland konnte vor den Augen des halberstädtischen Lagers besetzt werden. Fritsch, Tagbuch des Augustin von Fritsch, S. 113; Staatliche Galerie Schloss Moritzburg, Abriß deß Braunschweigischen Schloß Friedelandt.
[3] Theatrum Europaeum Bd. 1, S. 746: "Als hat der Graff von Tilly / nachdem er zuvor etliche Maußköpff hencken lassen / sich wider zurück begeben / das Adeliche Stammhauß Berlepsch eingenommen / vnd das Braunschweigisch Wolfenbüttelisch Schloß Friedland / so mit 2. Compagnien Dragonern besetzt gewesen belägert vnd beschossen / solches auch in Ansehung deß Halberstattischen Lägers / so dahin zum Entsatz kommen / durch Vbergebung den 6. Julij in seine Gewalt gebracht / da dann die Dragoner ihre Pferde dahinten lassen / vnnd nur mit jhren Seitenwehrn außziehen müssen".
[4]Am 22.7. war Christian aus Northeim abgezogen, am 28.7.1623 überschritt er die Weser bei Bodenwerder, um ins Stift Paderborn und in die Grafschaft Lippe einzufallen. Am 29.7. setzte ihm Tilly über Friedland, Adelebsen und Uslar wenige Meilen südlicher bei Corvey nach.
[5]Heubel erwähnt hier nicht den Anteil des Stellvertreters Tilly, des Grafen Johann Jakob von Anholt (um 1580-18.10.1630), und die nummerische Überlegenheit der kaiserlich-ligistischen Truppen.


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