Michael Heubel, f. 36
[1624.06]


Anno
1623
.
alles nach mehrern Inhalt dieses copeylichen Schreibens, so bey den Acten befind[lich].
1624.
Brand zuIllmenau
Ist leyder die Hennebergische Bergstadt Ilmenau, Kirchen[1] Schulen, Rathhaus und alle andere viel kostbahre schöne Häuser außer die Mühle, abgebrandt[2], Gott wolle den großen Schaden in andere Wege reichlich ersetzen,
NB[a]. Weiln die Wochenmärkte alle Sonntage umb die Kirche herumb gehalten worden und von den Bergleuthen, derer über 500 gewesen, ein großer Schwarm umb die Kirche in Kaufen und Verkaufen vorgangen, also dass man den Gottesdienst entheiliget und oftmals in der Kirchen, wo-


[1] Die St. Jakobus-Kirche, die erste Kirche Ilmenaus, entstammt dem 12. Jahrhundert und war eine romanische Saal-Apsis-Kirche, die Mitte des 15. Jahrhunderts durch eine spätgotische Hallenkirche ersetzt wurde. Dieser Kirchenbau fiel bereits 1603 einem Stadtbrand zum Opfer. Die wiedererrichtete Kirche stand nur bis 1624, als sie im Stadtbrand vernichtet wurde. Auf der Ruine entstand dann eine Renaissancekirche.
[2]Der Stadtbrand fand am 2.6.1624 statt. Über dem Eingang des Rathauses, 1625 nach dem Stadtbrand neu errichtet, ist eine Sandsteintafel angebracht, auf der neben dem Stadtwappen auch zwei in lateinischer Sprache verfasste Texte zu finden sind. Diese schildern den Hergang des Stadtbrandes von 1624 und die Geschichte des erstmals 1426 erwähnten Rathauses, das auch im Jahr 1603 bereits abgebrannt war.
[a]wohlgemerkt, übrigens


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