Michael Heubel, f. 41
[1625.06]


Anno
1625

Conferentz
Hertzog Wilhelm
zue Sachsen
und Landgrafen

zue Hessen
Haben Hertzog Wilhelm zue Sachsen Weymar und Herr Landgraf Wilhelm von Heßen Cassel in Stadt Illmen mit etwa 40 Pferden eine Zuesammenkunft gehabt[1], in Johann Trostes Haus fast 2 Stunden allein beysammen gewesen, ihre Leuthe uf den Markt gehalten und nach der Conferentz jeder Fürst seines Weges gereiset. Im Monath Juni ist leyder die Pestilentz durch einen
Sterben in
Stadt Illmen
Schreiner, welcher in Gasthof zue Ober Illmen gearbeitet, in die Stadt gebracht worden. Baldt darauf haben Ihro Hochgräfliche Gnaden mit dero Freylein Schwestern [ Elisabeth Juliane von Schwarzburg-Rudolstadt, Katharina Marie von Schwarzburg-Rudolstadt, Dorothea Susanna von Schwarzburg-Rudolstadt] sich nacher Schwarzburg, allda zue residiren, begeben, die


[1]Mit der Wahl Christians IV., des "Kriegerkönigs" aus Kopenhagen, Reichsstand als Herzog von Holstein zum Kreisobersten des Niedersächsischen Kreises am 25.3.1625 gegen den Widerstand des dänischen Reichsrats - Christians IV. Ernennung wurde im April auf dem Kreistag zu Lauenburg und offiziell am 21.5.1625 bestätigt - begann der Niedersächsisch-Dänische Krieg. Zudem schien der legitimistisch-monarchisch argumentierende Christian über die notwendigen finanziellen Mittel zu verfügen, um einen längeren Krieg durchstehen zu können. Stadler, Pappenheim, S. 177: "Die Wahl des nordischen Königs hatte ähnliche Funktion wie jene Friedrichs von der Pfalz in Böhmen. Ferdinand II. sollte in die Zwangslage gebracht werden, entweder die Entfremdung eines bedeutenden Gebietes zu dulden oder zu den Waffen zu greifen. Daneben gab das Kreisobristenamt dem Dänen die Möglichkeit, einen Teil der Rüstungskosten Niedersachsen aufzubürden und die Frage der dortigen geistlichen Territorien im königlichen Sinne zu lösen".


< vorige Seite     nächste Seite >      Druckversion