Michael Heubel, f. 42
[1625.06-1625.11]


Anno
1625
Cantzley[wurde] nacher Allendorff in das Moßbachische Haus, das Ambt aber nacher Gößelborn verlegt. In [der] Zeit
Sterben
in Illmen
bis November sind 603. Menschen gestorben[1] und ist guthe Anstalt zwischen Inficirten und Gesunden sowohl in der Kirchen als auf den Gassen und Häusern gemacht worden. Wann man von den Herrn Geistlichen einen Pahs hatte, dass nur 2 oder 3 Häuser drunter oder drüber nicht inficiret, so wurde man in Erffurth gar willig eingelassen. Es hat Herr Magister Benjamin Metzoldt Zeit währender Infektion mit Wissen keinen Kranken, sogar auch ohngebeten, unbesuchet und ungetröstet gelassen,[2] Gott auch sein Haus und alle die lieben Seinigen gnädig behütet. Ich habe fast täglich, wie seiner Tochter, der Frau Magisterin,bekannt[3], bey ihme sein müssen, es auch


[1] In Arnstadt sollen angeblich innerhalb eines halben Jahres 1.236 Personen verstorben sein.
[2] Wahrscheinlich auch deswegen von Heubel hervorgehoben, da nach dem Tod des Diakons Johann Hirsch sein Nachfolger Straubel sich geweigert hatte, in Cumbach an der Pest Erkrankte zu besuchen und Verstorbene zu begraben, mit dem Argument, man solle dazu lieber auswärtige Prediger berufen. Fleischer, Ludwig Günther I, S. 137.
[3]Bei Heubel, Die Thüringer Heubel, S. 26, findet sich der Zusatz: "Die Tochter des Mag. Benjamin Metzold, Frau Mag. Walderin, hat Ihre hochgräfl. gnaden graf Albrecht Anton gestillt".


< vorige Seite     nächste Seite >      Druckversion