Michael Heubel, f. 90
[1632.00]


Anno
1632
.
uf 8 Piquen todt vor des Königs Gezelt gebracht, hatte viel Wunden und Schüsse. Der König hatte gesagt, du ehrlicher Fugger, solte ich dich beym Leben bekommen haben, ich wolte dich mit so vielem Gelde[1] als du schwer bezahlen, ließen sobaldt einen Sarch machen, demselben mit roten Sammet beschlagen und ihme darein legen und bewachen[2]. Des andern Tages schickte General Wallenstein einen Trompeter herüber und ließ
{Der König
in Schweden beklagen
diesen Obristen
sehr hoch}
nach Kriegs Gebrauch {nach Kriegesrecht und Gebrauch} umb Abfolgung obgedachten Obristen ansuchen, worauf nachmittags ein Stillstand uf 2 Stunden abgehandelt und die Leiche[3] mit einen


[1] Heubel, Die Thüringer Heubel, S. 27, macht aus "Geld" "Gold" !
[2]In der ersten Fassung soll Heubel auf einem weiteren Blatt eine "Begebenheit" um Gustav II. Adolf festgehalten haben; Heubel, Die Thüringer Heubel, S. 36: "Der Probst und Superintendent Jeremia Spiegel von Kemberg schreibt, das als anno 1631 Gustavus Adolphus den 3. September nach Kemberg kommen, so war der König dem Probst Spiegel sehr geneigt und zugethan. Derowegen er denn in dem Königl. quartir an der Burgstraße am hiesigen Markte alle Zeit zugegen sein mußte. Als ein mahl ein großer zulauf von jungen Leuten auf dem Markte war und auf des Königs Befragen, waß die Kinder begehrten, Probst Spiegel antwortete: sie wollen Ihre Majestät, den großen König in Schweden, sehen, so trat er für die hausthür und rieff öffentlich aus: Ihr lieben Kinder, hier seht ihr einen großen Sünder aus Schweden, welchen eure einfältigen Eltern den großen König aus Schweden nennen. Spiegel war deshalb beim König in solcher Gnade, weil er ihm Luthers und Melanchthonis Bildnis, so der wittenbergische Apelles Lucas Cranach gemahlet hatte, geschencket".
[3] Nach einem Schreiben Ranpecks vom 11.9. wurde der Leichnam am 7.9. zum Begräbnis nach Ingolstadt überführt; Engerisser, Von Kronach nach Nördlingen, S. 114.


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