Michael Heubel, f. 95
[1632.00]


Anno
1632.
und einen gefangen nacher Forchheimgeführet,[1] die gab mir Nachricht, wie ich zur rechten Handt durch ein Holtz gegen Kreißen gehen könte. Kahm Gottlob sicher dahien, traf einen
{Die Herrn
von Schönefeld,
einer wird er-
schossen, der andere
gefänglich weg
geführt}
Reiter ahn, welcher berichtet, dass sein Junker Moritz von Schönefeldt, welcher mit Junker Hannß Friederichen von Schönefeldt schwedische Dienste annehmen wollen, erschossen, Junker Hanns Friederich aber gefänglich weg gebracht wahr, wie dann auch desselbigen Tages Jost von Watzdorff auf Weitzberga gefangen und sein Diener erschossen worden. Nach Mitternacht kombt


[1] Augenscheinlich handelte es sich um ein Streifkorps aus dem von kurbayerischen Truppen besetzten Forchheim, die unter dem Kommando von Obrist Friedrich von Schletz standen. Schletz war kurbayerischer Obristleutnant und Obrist. Der schwäbische Adlige war auf Befehl Maximilians I. von Bayern gegen den Widerstand des Bamberger Fürstbischofs Johann Georg II. Fuchs von Dornheim [1586 - 1633] am 30.3.1632 zum Obristen über 700 Mann und Kommandanten der Festung Forchheim ernannt worden. Schletz war bis zu seiner Ablösung Mitte 1635 auf das Drängen des Amtsnachfolgers Franz von Hatzfeldt berüchtigt wegen seiner Steifzüge in den protestantischen Gebieten von Nürnberg bis Bayreuth, wie Pfarrchroniken ausweisen, und durch seine Grausamkeit gegenüber Kriegsgefangenen und Überläufern, die er in der Regel töten ließ. Allerdings wurde die Feste Forchheim weder unter seinem Kommando noch während des gesamten Krieges erobert.


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