Hans Krafft, f. 74v
[1277.00,1653.00,1655.00,1660.00]

Anno 1277 geriet das Korn in Thüringen durch Gottes gnädigen Segen so wohl, dass zu Erfurt ein Malter Korn ein Vierding Silber galt, dagegen aber war es an anderen Orten eben sehr teuer, denn zu Bremen hat man für ein Fuder Roggen um zwölf Mark Silber bezahlen müssen. 1653 hat ein Stibiechen Bier 16 d. wie vor etlichen Jahren gegolten, es sind vor und nach Pfingsten 27 Bier offen gewesen, sind gut gewesen. 1660 galt ein Stibiechen Bier 2 gl., ob sie schon die Gerste,[1] über 3 gl. 1655 waren von dem Kaiser wegen des Zwiespalts zwischen dem alten und dem neuen Rat neben der Vormundschaft der Zünfte, wegen der Vierherren und Unteren Kammer Wahl nach Erfurt Commissariengeschickt [worden],[2] der Großhofmeister des Churfürsten zu Mainz, des Fiskals von Speyer[3], Doktor Emrich und Doktor Bonne, um mit dem Kaiser etliche strittige Sachen zu begleichen. So ist das wahre Maß mit dem Bier angesetzt worden. Und waren in Hoffnung die gemeine Bürgerschaft und die gemeine Stadt, Gerechtigkeit zu erhalten und zu bessern, so ist die Gerechtigkeit [jedoch] verloren. Weh, weh über den Täter, dass [es] ihm nimmer wohl gehe.

[1] hier: Gerstenbier, hergestellt aus Gerstenmalz.
[2] Die Kommission traf bereits am 9.11.1654 in Erfurt ein (vgl. Beyer/Biereye, Gechichte der Stadt Erfurt, S. 587).
[3]Speyer war der Sitz des Reichskammergerichts, des Gerichts der Reichsstände, seit 1527 in Speyer untergebracht, zuständig teils in 1., teils in letzter Instanz zuständig für Rechtsverweigerung, Landfriedensbruch oder bürgerliche Klagen gegen Reichsunmittelbare.


< vorige Seite     nächste Seite >      Druckversion