Hans Krafft, f. 25v
[1623.08,1623.09,1624.09,1625.02]

Anno 1623 den 28. Juli so hats zu Stotternheim gebrannt. 63 Wohnhäuser, 41 Scheunen, 32 Ställe, ein Knäblein von drei Jahren, 3 Pferde, 1 Kalb, 2 Schweine, 623 Schock 50 Garben einführtes Getreide erbärmlicher Weise durch Feuer verdorben und in die Asche gelegt.[1]
Anno 1623 den 5. September zwischen elf und zwölf Uhr so ist zu Erfurt plötzlich ein Feuer entstanden auf der Mühle[2] in der Deistel[3] hinter der Krämerbrücke.
1664 18. September ist Daberstedt in der Nacht angesteckt[worden von] dem lüneburgischen [4] Volk.
Anno 1625 den 13. Februar ist früh morgens nach sechs Schlägen in der Weißen Gasse bei Mathes Wünschen ein Feuer entstanden, Gott hat ihn geretten gewust.[5]
[Bl. 26r unbeschrieben]

[1] Ebenso vermerkt in: Anon., Erffurtische Chronica, S. 542.
[2] Krafft meint hier wahrscheinlich die Fronmühle an den Mühlenstegen. Das Vorgängerbauwerk der heutigen Rathausbrücke waren die Mühlenstege, die der Krämerbrücke an ihrer Südseite vorgelagert waren. Diesen ausschließlich dem Fußgängerverkehr dienenden Weg über die Gera, der die Verbindung zwischen Wenigemarkt und Benediktsplatz ermöglichte, ließ der Erfurter Rat zum Ende des 14. Jahrhunderts herrichten. Ein überdachter Steg, der seinen Anfang in einer kleinen Gasse am Wenigemarkt nahm, führte somit als Parallelverbindung zu der stark frequentierten Krämerbrücke, um diese zu entlasten. Der Steg überspannte beide Geraarme. www.erfurt-web.de Möglich wäre allerdings auch die Rappenmühle, eine Wassermühle am Breitstrom (1248 erstmals erwähnt, auch Mönchsmühle genannt; Eigentümer war ursprünglich das Marienstift) am Wenigemarkt am Mühlensteg, der die Rappenmühle mit der Mühlhofmühle verband.
[3]Haus "Zur Distel" ?
[4] Möglicherweise ist die Jahreszahl verschrieben statt 1624 und Krafft meint hier Truppen des damals in kaiserlichen Diensten stehenden Georg von Braunschweig-Lüneburg.
[5] Ebenso vermerkt in: Anon., Erffurtische Chronica, S. 562.


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