Hans Krafft, f. 106r
[1653.03,1653.04]

Anno 1653 im Monat März hat Mathes Schrödter ihm sein Leben verkürzt und hat sich des Nachts an sein Bette an einen Seidenflor [auf]gehenkt, hatte fein studiert, war Magister und ein College an dem Predigerstift, hat oft und viel gepredigt und war ein Professor im Augustinerkloster.[1] Und war ein Viertelvormund und hatte wegen der Soldaten Lehnung Einnahme und Ausgabe. Und war deputiert zu den Vierundzwanzigern von den Zünften der Handwerke. Und wie des Obersten Herrn Johan Halenhorst sein Sohn den Decan in der Himmelspforteerstochen[hatte], hat er als ein Sequestor in der Himmelspforte dominiret. Und ist ein Biereige und ein Malzhändler gewesen. Am 25. März, am Tage Mariae Verkündigung, ist er mit großer Solennität der Fakultät und mit großem Gepränge [durch] damals Magister Stenger, begraben [in der] Pfarr zur Kaufmannskirche. Man sagt, er sei [später] ausgegraben worden und zum Löbertor nausgeführt worden. [Bl. 106v bis 107v unbeschrieben]

[1] Krafft verwechselt hier augenscheinlich Ratsgymnasium und Universität als Tätigkeitsfelder Schrödters mit dem Augustinerkloster.


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