Hans Krafft, f. 109v
[1622.09-1639.00]

Anno 1622 am 2. September ist in Erfurt das Geld [im Wert her] abgesetzt worden, den Reichstaler auf 24 gute Groschen, den dicken Taler[auf] 27 gute Groschen, den Rheinischen Gulden[auf] 27 gute Groschen, den Ungarischen Gulden[auf] 46 gute Groschen. Vom oben dato bis zu anno 1639 haben unsere Herren zu unterschiedlichem Male ein Prack ins Geld gemacht,[1] als da waren die polnischen Halbbatzen, die Fünfer, die Pfennige, die Dornosen, die Schillinge, die Matteiger, die großen Braunschweigischen Marken, die kleine Marien, die Dittichen, die Bartmänner, die Viertelbatzen, die Halbbatzen, die Kopfstücke, die Eysprücker, die 9 gl. Stücke, die Schaffhäuser, die Dreygor und die flachen Mäuse. Suche vorwärts 110

[1] den Ausschuss des Geldes, das geringwertige Geld weggenommen, abgeschafft. So auch vermerkt von Fritz, Erfurtische Chronica, S. 327. Nach Fritz kam es zu Plünderungen von Häusern der Münzherren, mitunter mit tödlichem Ausgang. Angesichts der Münzverschlechterung seien etliche ehemals wohlhabende Bürger verarmt. Die Abwertung des Geldes manifestiert sich in der minderen Qualität der von Krafft aufgeführten Münzarten: Die deutsche Reichsmünzordnung von 1559 umfasste ein Taler- und ein Guldensystem. In dieser entsprach 1 Taler 24 guten Groschen bzw. 36 Mariengroschen (= 288 Pfennige = 576 Heller). Hinsichtlich der Umrechnung in Gulden ist zu beachten, dass 1 Taler 68 Kreuzern bzw. 1 Reichstaler 90 Kreuzern entsprach. 1 Gulden = 6 Zehner = 12 Fünfer = 30 Halbbatzen = 60 Kreuzer = 240 Heller. Erfurt gehörte zum Guldengebiet.


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