Hans Krafft, f. 173v
[1647.10,1647.11]

Anno 1647 den 20. Oktober, welcher war der Tag Wendelin, vor Mittage, so hat der kaiserliche Oberst einen Trompeter vor die Stadt geschickt, mit diesen Worten, die Stadt sollte der kaiserlichen Armee 3 Tonnen Gold geben und sollten 2 Herren hinaus kommen, so wollt er dagegen 2 andrer hinein schicken. Oder er wollte der Stadt Erfurt alle ihre Dörfer anstecken. So hat der Commandant hinaus geschickt und dem Trompeter roten Wein und Bier, jedes ein Fass, und Gebratenes hinaus geschickt, mit diesen Worten, er sollte seinem Obersten sagen, anietzo so gebe er ihm roten Wein zu trinken und er sollte sich versuchen und sollte ein hie[s]iges Dorf anstecken, so wollte er alle Pfaffen, Nonnen, Mönche und die Katholischen mit einem weißen Stabe insgesamt aus der Stadt weisen und alle Stifte und Klöster anstecken und verbrennen.[1] Den 23. Oktober so sind etliche Trompeter aufn Daberstedter Berg mit etlichen Reitern ankommen und weidlich aufgeblasen, die Reiter sind unter in Weimbach kommen und mit den Schweden chargirt[2].



[1] Vgl. dazu Beyer/Biereye, Geschichte der Stadt Erfurt, S. 574, danach habe Ermes geantwortet, sowie die Dörfer in Flammen stünden, würden das Peterskloster samt den Pfaffenhäusern niedergerissen und die Pfaffen beim Festungsbau eingesetzt.
[2]Zu den Kämpfen, die bei Eisenach stattfanden, vgl. Beyer/Biereye, Geschichte der Stadt Erfurt, S. 574.


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