Hans Krafft, f. 35v
[1648.00]

rebellisch werden; und wie die Herren jenseits von Lickersberg kommen, so fällt Curt aufm Marstall vom Pferd, [stürzt] sich zu Tode; das ist eines. [Die anderen] fahren fort, lassen ihn liegen, so kommt ein Trupp Reiter, die ziehen ihn ganz rein aus, das ist das andere. So fallen die Pferde zusammen, so schlägt ein Pferd dem anderen ein Bein entzwei, und dem Knecht auch bald ein Bein. Vors weitere so bricht ihnen auch ein Rad. Den anderen Tag machen sich der Bürger ihre Gesandten auch auf, mit ihrem Schreiben nach Leipzig zum Landgrafen. Ist Inhalt [des Schreibens] der Bürger Beschwerung, der Rat solle ein eiliges Verrechten anstellen, dass die Obersten sowohl einen Eid als der Unterste tun müsse, vor ander, sie sollten aufm Rathaus die unnützen Unkosten mit dem Schreiben abschaffen, vor 3., dass etliche zu ihrem Nutzen das Geld aus der Kämmerei genommen und etliche Tausend an Ratsgeldern an sich gebracht haben. Vor 4. sie sollen die Waage mit der Accise der Soldatesca übergeben, wie sie der König Justav Adolphus angeordnet und befohlen hätte. Wie Herr Magister Michel Silberschlagk und Herr Michel Mangolt und Christoff Siegeler, der Goldschläger, nach Leipzig kommen, werden sie mit großem Respekt angenommen, und ihr bittlich Suchen ist glücklich erhört und angenommen worden, indem die Bürger die Macht und Gewalt vom Landgrafen bekommen, dass die Vormunde der Viertel und Handwerke


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