Hans Krafft, f. 43r
[1648.07]

Anno 1648, den 15. Juli, da noch das schwedische Volk in Erfurt lag, so schickte der Leutnant seine Knechte mit etlichen Wagen nach Geigeleben, Heu zu holen mit etlichen Soldaten. Wie sie nauskommen, das Heu zu laden, so trinken sie Toback[1] und verlieren ein Stück Lunte, die da glimmt. Suchen sie, können sie aber nicht wieder finden. So spricht der Schulze, sie dürfen sich der Lunte halber nicht besorgen, wann sie schon ins Heu kommen wäre, dass es Schaden tun könnte, denn das Heu würde sehr hart aufeinander gedrückt, die Lunte würde ausgelöscht. Wie sie nun fahren wollen, legen sich etliche Soldaten aufs Fuder, fahren nach der Stadt. Wie sie an die Lehmgrube kommen, geht das Fuder Heu an und verbrennt. So liegen die Knechte und schlafen, wann sie nicht geweckt worden, so wären sie mit dem Heu verbrannt. So sind den Knechten 3 Röcke verbrannt und der hintere Wagen mit den Rädern. So haben die Knechte nicht so viel Zeit gehabt, die Pferde auszuspannen, sondern haben die Stränge entzwei gehauen, dass die Pferde sind darvon gekommen. Der Schulze hat alles wieder bezahlen und gutmachen[müssen]. [Bl. 43v unbeschrieben]

[1] rauchen sie Tabak.


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