Hans Krafft, f. 75v
[1638.00,1639.00]

man im Feld hat gemeint, wann man gegangen ist, als dass es schlosse, so sind sie umher geflogen. Dieses obgedachte Geschmeiss hat den Halm nauf gelaufen und hat die Körner ganz aus der Ähre gefressen, dass nichts als Stroh stehen blieben ist. Ob wohl zwar auf etlichen Stücken Korn gestanden hat, das die Leutlein haben schneiden oder hauen lassen, so ist in den Ähren ganz kein Körnlein gewesen. Im Gleichen [war es] mit der Gerste, die zeitig gesät [worden ist], ist aufgewachsen vor der Hitze, weil die Hitze anfällt, so bleibt sie eines Teils auch sitzen. Wie im Juni und Juli die Regen kommen, so kommt die andere[1] Gerste und der Hafer hernach, dass die Äcker alle wieder grün werden. Etliche Leute ließen [diese] zugleich abschneiden in [der] Meinung, die reife Gerste kröche wieder in die Erde. Darauf sind etliche 100 Äcker stehend blieben und mit der Frucht umgraben. Daher ist große geschwinde Teuerung erfolgt, so viel, dass um die Erntezeit 1639 etliche viele tausend [Menschen] in der Stadt und aufm Lande sind Hungers gestorben und ist allenthalben Matte und Kranke gelegen. Und hat um die Ernte ein Malter schönes Korn 36 und 37 thl. gegolten, der Gemang die Metze 14 und 16 gl. 3 d., eine Metze Gerste 13 gl und

[1] die spätere.


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