Hans Krafft, f. 76v
[1639.00,1640.00,1648.00]

Gülten und hofften alle, dass [der Preis für 1 Malter] Korn oder Roggen und Gemang auf 40 thl. kommen sollte. Sieh, was der leidige Geiz nicht tut, wo bleibt die brüderliche Liebe, dass sie das Korn netzen, Wein und Bier verfälschen, die ganze Welt ist voller Diebe. Es ist der gemeine Nutz gesucht, ja dass eigennützige Teuerung [regiert], welches vertreibt und verzehrt alles. Im folgenden 1640. Jahr wegen bevorstehender Teuerung so sind die armen Leute aufn Schindanger gegangen, haben von dem toten Aas der Pferde und Kühe das Fleisch geschnitten und gekocht und habens teils verkauft. Desgleichen [wurden] im Wasser [treibende] tote Hühner, Schweine, Hunde und Katzen gekocht. Desgleichen war ein armer Sünder gevierteilt, so haben sie das Herz raus genommen und das Fleisch abgeschnitten, gekocht und gessen. [In anderer Tinte] Anno 1648 hat der ewige allmächtige Gott das Land zu Thüringen so reichlich gesegnet mit dem Getreide, dass eine Metze schönen Korns auf 41 gl., das Gemang auf 2 gl. 3 d., der Roggen auf 2 gl., die Gerste auf 18 d. 1 gl., eine Metze Hafer auf 41 gl., eine Metze Erbsen, Käse und Butter anfänglich auf 9, 10, 11, 12 bis zu 18 d. das Pfund gekommen sind. Wohlfeile Zeit. [Bl. 77r unbeschrieben]


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