Hans Krafft, f. 87v
[1648.03,1650.12]

Anno Domini 28. Februar anno 1648. So haben die schwedischen [1] und hessischen Völker das Schloss Gleichenstein auf dem Harz eingenommen und ist zerschleift worden.[2] Das Volk, das droben [Ergänzung d. Hgg.: lag, durfte - allerdings ohne Pferde - nach Paderborn abziehen.]
Anno 1650 im Advent hat Bartel Schmidt, seines Handwerk ein Tuchmacher, ist aber Zeugwart gewesen, hat aufm Fischersand Zum Krummen Hecht gewohnt, der hat gebrauet. Wie der Büttner den Bierbottich bindet, spricht er, Herr Bartel, ob der Bottich auch halten wird. So spricht gedachter Herr, ei, er wird ja halten, machts aufs Beste. Nun spricht der Bötticher, auf eigne Gefahr will ich ihn binden, dass [er] recht ist. Indem da das Bier ist aufgeschlagen und zur Gärung kommt, so ist das Bier so stark, dass es tost und stößt dem Bottiche den Boden aus, dass das ganze Bier in [den] Dreck läuft. So haben sie sieben Faß aufgeschöpft, dass er noch was zu Nutze bracht hat. Weiln die Schuld sein ist, hat er dem Böttner nichts können anfordern.


[1] Die schwedischen Truppen standen unter dem Befehl von Obrist Sigismund Przyemski, eines Polen, der zuvor im Herbst 1647 Memmingen bis zum 25.11.1647 vergeblich gegen die Kaiserlichen verteidigt hatte.
[2] Das Schloss war in einen "Steinhaufen" verwandelt worden; vgl. Höfer, Ende des Dreißigjährigen Krieges, S. 149.


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