Hans Krafft, f. 187r
[1637.05,1637.07]

dem vor seine Nasen von dem anderen 200 Taler gereicht werden. In der obgedachten Nacht so kommt er nach Hause, begehrt von seiner ältesten Schwester einen Schlaftrunk, geht in seine Schlafkammer mit großem Donnern und Wommern. So will der Vater einen Anwurf anlegen, dass er nicht konnte rauskommen, so nimmt der gedachte Gerge, der Sohn, seinen Degen und sticht zur Kammer raus auf den Vater [ein]. Gibt ihm 10 Stiche und Hiebe. Den 2. Juli haben sie ihm den Kopf auf dem Spittelrasen abgeschlagen und auf den Kirchhof gelegt vor dem Krämpfertor, da das arme Volk hingelegt [und] begraben worden ist. Ist in einem schwarzen Linschenmantel und Kleid, neuen Schuhen und Strümpfen und mit einem schwarzen Hut mit Florbinden und mit einem großen weißen Umschlag dahin zum Tode beleitet worden.[1][Bl. 187v unbeschrieben.]

[1] Nach Falckenstein, Historia Critica, S. 731, waren die Töchter Zieglers der Anlass für den Angriff des Sohnes auf den Vater. Ein Streit zwischen den Brüdern wird hier nicht erwähnt. Auch gelingt Georg in Falckensteins Darstellung die Flucht.


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