Volkmar Happe Teil I, f. 54r
[1624.12-1625.03]

solches aber nicht angehen wollen, nimmt er ein ander Büchsen mit einem Feuerschlosse von der Wandt, unwissend, dass dieselbe geladen sey, spannet solche, schüttet das Pulver zu versuchen darauf, zeucht abe. Und ist das Rohr zum Unglück scharf geladen, auch sitzet seyn alter Vater hinder dem Ofen und isst das Morgenbrot. Den alten Vater schießt er also balden todt. Den 11. Februar haben wir unser seeligen Mutter Verlassenschaft zu Greußen zu theilen angefangen. Darüber es ziemlichen Streit geben. Dieses Jahr ist ein sehr gelinder Winter bis auf den 11. Februar gewesen, dergleichen wohl nicht bey Menschengedencken geschehen, also dass an etzlichen Orthen im Januar die Bäume geblühet. Es ist aber folgends den 11. Februar eine grausame grimmige Kälte eingefallen, die gewehret hat continue aneinander bis in den Mertzen, da es den[n] wieder aufgebrochen.


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