Hans Krafft, f. 182r
[1275.00]

Anno 1275 hatte die Stadt Erfurt einen Krieg mit den Grafen, so um sie herum gesessen waren, als Schwartzburg, Käfernburg[1], Gleichen und die edlen Herrn von Heldrungen[2] und Kranichfeld. Verbrannten und verdarben denselbigen ihre Ämter und Gerichte, darüber hinaus ward ihnen die Straßen verlegt. Da riefen sie den Erzbischof um Hilfe an, der sandte ihnen 300 Reisige, mit denselbigen öffneten sie wieder den Pass, darnach schlug sich der Erzbischof von Mainz in die Handlung und vertrug die Sache zwischen den Parteien, doch mussten die von Erfurt den Herren Geld nachgeben, und also wurde wieder ein ewiger Friede.[3]

[1]Gemeint sind hier wahrscheinlich Günther V., Graf von Käfernburg [um 1269-1275], der im Thüringischen Erbfolgekrieg in Gefangenschaft geriet und sich den Wettingern unterwerfen musste, sowie sein Sohn Günther VI. [ - nach 1292], Graf von Käfernburg-Ilmenau.
[2]Das Edelherrengeschlecht derer von Heldrungen wird 1126 erstmals erwähnt. Um 1200 wurde in Heldrungen eine Wasserburg errichtet. 1525 wurde Thomas Münzer auf der Festung gefangengehalten.
[3] gemeint ist hier der "Reichslandfrieden" des Rudolf I. von Habsburg.


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