Hans Krafft, f. 183r
[1289.12]

dass ihnen daraus großer Schade geschehe. Da gab ihnen der Kaiser seine Leute zu und sie zogen hin und fingen solche Straßenräuber, daselbst 29, die wurden gen Erfurt[ge]bracht und vor der Stadt geköpft, menniglich zu einem Exempel und Abscheu. Es ward auch Kaiser Rudolf auf diesem Tag zu Erfurt berichtet von der Uneinigkeit, die zwischen dem Landgrafen zu Thüringen und seinen Söhnen [ Diezmann, Friedrich I. der Freidige] entstanden [war]. Darvon [hatte] ihm der Landgraf Albrecht viel gesagt und über seine Söhne [ Diezmann, Friedrich I. der Freidige] geklagt. Darum hat der Kaiser solches unternehmen wollen und dem Landgrafen geboten, sich tätlich an seinen Söhnen [ Diezmann, Friedrich I. der Freidige] nicht zu vergreifen. Hinwieder den jungen Herren [ Diezmann, Friedrich I. der Freidige] hat er auferlegt, sich an Meißen, Lausitz und Osterland[1] genügen zu lassen, den Vater um Weiters nicht anzusprechen, sondern ihn als ihren Vater zu ehren etc., welches von beiden Teilen ist angelobt worden.[2][Bl. 183v bis 186r unbeschrieben.]

[1]Seit dem 12. bzw. 14. Jahrhundert ist Osterland die Bezeichnung für die um Leipzig an der unteren Elster und Pleiße liegenden, an Pleißenland angrenzenden Gebiete der wettinischen Mark Landsberg.
[2] Zu den Ereignissen vgl. Falckenstein, Historia Critica, S. 158-160.


< vorige Seite     nächste Seite >      Druckversion