Caspar Heinrich Marx (Diarium), f. 100v
[1635.09]

1635
7bris
auch notig erachtet, eine guete opinion bei denen, qui et[iam] Extra Ecclesiam Catholicam[a] sein, dieser wegen behalten, Allen ungleichen Verdacht[1] von sich abzuewenden, die Obstacula[b] so der restitution hinderlich sein [können], zue amoviren, undt waß dißfals bey dem allhier Residirenden Churfürstlich Sächsischen Commissario weiter [er]suchen zue facilitiren. Ist unvorgreifflich der Churfürstlichen Maintzischen Gnedigster anordnung und waß dieselbe für gnedigste Anstellung möchte beschaffet werden /: Denen sich der Clerus iederzeitt underthänigst w[erde] zue accomodiren wißen :/ pro Interim[c] solche dancksagung zue thuen, für christlich undt billich geachtet.
Weil aber die angegebene Maintzische weltliche Gerichts Officiales den Kirchlichen und Geistlichen Handlen [aber] nicht vorgesetzet, werden sie wohl thuen, wan [selbige] umb das, worzue sie sich bestellet zu sein vermeinen, annehmen, proprie agiren[d] undt extra fines et me[tum] vocationis[e] sich in frembde Sachen nicht mengen undt [de] foro in Chorum transiliren[f] Noch ohne beßere [und] anderer Leuthe actiones so livide Theonino de[rer] arrodirten undt suggilirten[g], wie sie dan sonder Zweiffel genugsamb finden würden, daß sie selbst zue verandtwortten hetten,
Waß hierinnen aber von Clero zue Gottes Ehren, Christlicher Intention nach beschehen, würde verhoffentlichen ab æquioribus rerum æstimatoribus[h] seine entschuldigung finden Auch von Ihrer Gnaden [von] Maintz p. alß Ihrem Gnedigsten Superiore[undt] Herrn selbst zue verleßen in allen Gnaden undt zum besten vermercken werden. Welches der Chur Maintzische Siegler und Executores[i] ihnen [per] solchen ihren unbestelten Rathschlag zue seiner ge[nädigen] Vermahnung vermelden wollet. Signatum[j] Erffurdt den 15. / 5. Septembr. Anno 1635

[1] bösen, falschen Verdacht
[a] die auch nicht der katholischen Kirche angehören
[b] Einwände, Hindernisse
[c] inzwischen, für die Zwischenzeit
[d] beständig handeln
[e]außerhalb dieser Grenzen und der Furcht vor Berufung, Aufforderung nach
[f]auf der Straße (öffentlich) in der Menge übergehen (unbesprochen lassen)
[g]als neidischer Verleumder de[rer] nagten und verhöhnten
[h] von wohlwollenderen Beurteilern der Dinge
[i]Vollzugsbeamte, Eintreiber
[j]gezeichnet


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