Caspar Heinrich Marx (Diarium), f. 10r
[1631.10]

1631
Eodem die[a]
| König in Schweden begehrt, ahn ChurMaintz geschrieben zu haben, der feindtlichkeit gegen ihn sich zu enthalten. |
Seind Ihre königliche Maiestät ins Closter Sancti Petri geritten, mit den Herrn Prælaten Admirabile Reverendo Domino[b] Joannae Henningio geredet[1], ihme anbefohlen, solte Ihrer Churfürstlichen Gnaden zue Maintz zueschreiben, darmit sie Ihre Churfürstliche Gnaden sich der feindlicheit gegen Ihre Maiestät enthalten wolle. Auch nach dem Rectore Collegii Societatis Jesu geschickt Reverendo Domino[c] Johanne Bettingen Sanctæ Theologiæ Doctore[d] geschickt, welcher beneben Reverendo Domino[e] Wilhelmo Federle auf den Petersberg gangen, mit welchem Ihre Maiestät auch geredet, |[R.] König in Schweden hatt den Abbt Sancti Petri, und die Patres Societatis Jesu in Schutz genohmen[2]|undt endligen den Herrn Prælaten Sancti Petri, beneben den Patribus Societatis (: nach deme Sie Ihre Maiestät sambt dero Confœderirten Gedreu, holdt und gewertig zue sein versprochen, auch daß sie solches schriftlichen von sich stellen wollen zuegesagt :) in Schutz genommen, mit Versprechen, daß wofern sie etwaß zue suchen oder zue klagen, solches sie bei den Herrn Ambassadore, Herrn Jacob von Steinberg, welchen Ihre Maiestät hier lassen wollen, thuen sollen. Hierauf haben Patres Societatis omnes et singuli[f] wie auch Religiosi Ordinis Sancti Benedicti zumb ersten Reversales Fidelitatis subscribiret[g] undt dem von Steinberg zuegeschickt, und da einer ex Patribus[h] Societatis Jesu nahmens Pater Gerhardus Willickius Alters undt Schwach[h]eit halben nicht schreiben konnen, hat seinetwegen Herr Balthasar Bien, Parochus Widderdensis[3] , so sich damals apud patres[i] aufgehalten, subscribiren müssen.
Freidag den 3. Octob. / 23. 7bris.
|[R.] Illi dant suos Reversales Regi Sueciae.[j]|
Ubergab der Abt und sambtlige Conventiclen Sancti Petri wie auch Rector Patres et Fratres Societatis Jesu die subscribirte Reversales Juramenti Fidelitatis[k] auf folgende maase lautent:
Wir, N. N., versprechen undt geloben hiermit

[1]Vgl. SCHAUERTE, Gustav Adolf und die Katholiken, S. 10f.
[2] Nach KLEINEIDAM, Universitatis Studii Erffordensis III, S. 133, wurden ihnen 22 Fußsoldaten und 3 Berittene als Schutzwache Salva Guardia zugewiesen.
[3]Vom 19.10.1632 datiert die Schenkung Gustav II. Adolfs aller mainzischen Rechte und Güter an Erfurt: alle weltlichen Rechte, die dem Mainzer Erzbischof über die Stadt zustanden, der Mainzer Hof, beide Stifter St. Beatæ Mariæ Virginis und St. Severi, die katholischen Pfarrkirchen, das Jesuiten-Kollegium und die 5 kurmainzischen Küchendörfer Daberstedt, Dittelstedt, Melchendorf, Hochheim und Witterda. Am 2.1. 1633 ließ Reichskanzler Axel Oxenstierna die feierliche Übergabe an die Stadt vornehmen. Vgl. allgem. JANSON, Chronik Witterda.
[a] an diesem Tag
[b] dem bewunderns- und ehrwürdigen Herrn
[c] dem ehrwürdigen Herrn
[d] Doktor der heiligen Theologie
[e] dem ehrwürdigen Herr
[f] alle und jeder einzelne
[g]Treueerklärungen unterschrieben
[h] von den Patres
[i] bei den Patres
[j]Jene übergeben ihre Erklärungen dem König von Schweden.
[k] unterschriebene Erklärungen des Treueids


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